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28. Eintrag
Das laute, nervige Klingeln eines Handys weckte mich aus meinem tiefen, angenehmen Schlaf.
Meines konnte es nicht sein, denn ich stellte es immer auf stumm über Nacht und ausserdem kannte ich den Klingenton nicht.
Ein müdes Ächzen liess mich nach Rechts blicken und ihn Taes müdes Gesicht blinzeln. Der Ältere setzte sich halbwegs auf, wobei die Bettdecke von seinem Oberkörper rutschte und mir eine wunderbare Sicht auf seine definierten Bauchmuskeln lieferte, die ich seit gestern ganz offiziell kannte.
Der Dunkelhaarige streckte sich zu seinem Handy, während ich mich kaum an seinem wunderschönen Anblick sattsehen konnte.
Seine Haut schimmerte in einem speziellen, hübschen Karamellton, was einen ziemlich Kontrast zu meiner Haut darstellte, die so weiss wie eine Wand war und seine sonst perfekt sitzenden, dunklen Haare war gerade ein einziges Durcheinander.
"Mutter?", sprach Tae, kaum nahm er den Anruf entgegen. Ich setzte mich ebenfalls auf, wobei ich das leichte Ziehen in meinem Unterleib ignorierte, und sah ihn aufmerksam an.
"Ich bin bei Jungkook", sagte er und fuhr sich durch seine ohnehin zerstörte Frisur.
Kurz hörte er zu und liess dabei seine freie Hand kraftlos auf die Decke fallen. "Ich habe bei ihm übernachtet", seufzte er hörbar genervt von dem Verhör seiner Mutter.
Als er die Worte aussprach, verkniff ich mir mein Grinsen und dachte daran, dass er weit mehr angestellt hatte, als nur bei mir zu übernachten. Der perfekte Beweis waren immerhin die dunklen Flecken auf meinem Oberkörper, die der Ältere nur wenige Stunden zuvor mit Freuden da hinterlassen hatte.
"Mutter, ich wusste ja nicht, dass ihr früher nach Hause kommt! Dachtest du, ich hocke ständig da rum?!", zischte er wütend ins Telefon. Ich rutschte zu ihm und schlang meine Arme seitlich um seinen Oberkörper, bevor ich kleine Küsse auf seiner nackten Schulter hinterliess.
Mein Plan funktionierte, er wurde wesentlich entspannter, als Sekunden zuvor.
"Verdammt, wieso sollte ich denn nicht bei ihm sein dürfen? Mutter, er ist mein bester Freund!", verteidigte Tae sich lautstark und obwohl seine Worte eine Lüge waren, zuckte ich zusammen und stoppte in meinem Tun. Stattdessen liess ich von ihm ab und blickte schweren Herzens auf die Bettdecke. Selbst wenn er seine Eltern anlog, taten diese Worte weh.
Der Ältere schien zu bemerken, dass ich nicht sehr erfreut über seinen Satz war und legte seine Hand an meine Wange, wodurch ich aufsah und direkt in seine braunen, funkelnden Augen blickte.
Er schenkte mir ein sanftes, aufmunterndes Lächeln und strich mit dem Daumen über meine Lippen, während er zuhörte, was seine Mutter ihm sagte.
"Alles klar", seufzte er, "Ich bin in einer halben Stunde da..." Ohne sich zu verabschieden, legte er auf und warf das Smartphone achtlos zum anderen Bettende, bevor er sich zu mir lehnte. "Du weisst, dass ich dich liebe", flüsterte er anschliessend und ich nickte.
"Es war trotzdem nicht angenehm", seufzte ich leise und sah unsicher zu ihm auf.
Der Dunkelhaarige fuhr mit seiner Hand über meinen Hals zu meinen Schlüsselbein und drückte mich dann bestimmt in die Matratze zurück, bevor er über mich krabbelte.
"Ich liebe dich", wiederholte er ernst, "Keine Person auf dieser Welt wird das ändern." Damit beugte er sich herab, um mich zu küssen, doch ich blockte ab. "Ich hab mir die Zähne noch nicht geputzt", meinte ich, woraufhin er leise lachte.
"Das ist mir so egal, Jungkook", flüsterte er und küsste mich immer wieder kurz, bis ich meine Hand an seinem Nacken platzierte, ihn zu mir hinabzog und einen leidenschaftlichen Kuss startete.
Kaum liess er sich keuchend von meinen Lippen ab, küsste er eine Spur hinab zu meinem Schlüsselbein und begann dort zu saugen. Ich seufzte auf und genoss das Gefühl, sowie seine Hände auf meiner nackten Haut, die so geübt und selbstsicher schienen.
Kaum hatte er einen weiteren Knutschfleck auf meiner Haut hinterlassen, raunte er halblaut: "Dieser Anblick ist so umwerfend, dass ich dich gleich jetzt noch einmal nehmen könnte..."
Ich grinste halbwegs. "Du solltest deine Eltern nicht warten lassen, Tae", erinnerte ich ihn, woraufhin er abfällig schnaubte.
"Glaub mir, allein der Gedanke, wie du meinen Namen stöhnst und dabei den Kopf in den Nacken wirfst, ist Grund genug für mich, meine Eltern für immer sitzen zu lassen."
Ich lachte auf. "Ich will aber nicht, dass sie dir verbieten, mich zu sehen. Sonst wirst du diesen Anblick wohl nie mehr zu Gesicht kriegen", konterte ich, woraufhin er genervt brummte, aber von mir abliess.
Er stand auf, kramte aus meinem Schrank Klamotten, die wir hier verstaut hatten, weil ich diese erstens gerne trug und zweitens, er oft bei mir war. Anschliessend, nachdem er im Spiegel kurz seine Haare etwas gerichtet hatte, drehte er sich etwas zu mir und knöpfte dabei langsam sein Hemd zu.
"Geh!", wies ich ihn lachend an, kaum verstand ich, was er damit bezwecken wollte, als er sich dabei ebenfalls lasziv auf die Lippe biss.
Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht, er knöpfte sich das dunkelblaue Hemd gänzlich zu und kam dann zu mir zurück.
"Ich hoffe du hast gut zugesehen, denn du wirst die Freude haben, mich daraus wieder zu befreien", lachte er leicht und ich verdrehte die Augen. "Ich habe das Gefühl, dass eine Beziehung dir zusetzt...", prustete ich.
"Nicht die Beziehung. Nur du!", grinste er und gab mir einen letzten Kuss. "Bis dann", verabschiedete er sich und verschwand aus meinem Zimmer.
Ich dagegen fiel glücklich lächelnd zurück in die Kissen.
Wie hatte ich so einen perfekten Menschen nur verdient?
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