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34. Eintrag

Etwas unsicher stand ich bei der genannten Adresse und wartete auf Taehyung. Der Ältere hatte gesagt, er würde mich hier abholen kommen, dann gingen wir gemeinsam zur Veranstaltung. Es dauerte nicht lange, als ich ihn auch schon auf mich zukommen sah. Mit einem glücklichen Lächeln eilte ich auf ihn zu und wurde direkt umarmt.

Als Tae sich von mir löste, legte er seine Hände an meine Hüften und küsste mich sanft, bevor er mir zulächelte und meine Hand nahm. Etwas nervös folgte ich ihm, bis wir beinahe am Golfplatz angekommen waren. Da liess er meine Hand los und ich biss mir auf die Lippe. Ich durfte die ganze Veranstaltung durch keinerlei verliebte Blicke in seine Richtung werfen, mit ihm flirten, ihn küssen oder seine Hand halten.

Er zeigte dem Wächter eine Karte und zog mich dann mit rein. Sanfte, klassische Musik war über den Platz verteilt zu hören, er war voller erwachsener Menschen, die sich unterhielten. Es fühlte sich nicht gut an, angespannt und steif. 

Das Lachen der Menschen war geschauspielert und keiner schien sich wirklich zu amüsieren. Unsicher blickte ich zu Taehyung auf, der mir nur einen beruhigenden Blick zurückgab und das Buffet ansteuerte.

Der Ältere nahm zwei Gläser Orangensaft und hielt mir eines hin, bevor er eine einladende Handbewegung zu den Häppchen machte. "Bedien dich."

Etwas verunsichert streckte ich meine freie Hand aus und beschloss, mir etwas zu nehmen, das ich kannte und ganz bestimmt kein Kaviarbrötchen zu probieren. Ich schnappte mir also einen Blaubeermuffin und biss herzhaft hinein. Ich hatte gerade mal zwei Bissen genommen, als eine schrille, hohe Frauenstimme Taehyungs Namen rief.

Verwirrt sah ich auf und entdeckte im Getümmel der Leute eine hochgewachsene Frau mit ernsten Gesichtszügen. Sie hatte Fuchsrot gefärbte Haare, die zu einem strengen Dutt gebunden worden waren und ihre rot geschminkten Lippen betonten. Die Frau kam direkt auf uns zu in ihren Pumps und ihren schwarzen, eng geschnittenen Kleid. Ihre Hand hielt ein Sektglas, weswegen ich gut ihre falschen, schwarzen Fingernägel erkennen konnte.

Diese Dame legte wohl sehr viel wert auf ihr Äusseres..

"Taehyung", wiederholte sie, kaum stand sie bei uns. Ihr Tonfall war nörgelnd und ich fand ihn auf Dauer nervig. Während ihre Augen gebannt an meinem Freund klebten, schenkte sie mir nicht den Hauch von Beachtung.

"Was gibt's?", seufzte Tae und nippte an seinem Orangensaft. "Wieso versuchst du nicht, ein wenig Kontakte zu knüpfen?", fragte die Frau vorwurfsvoll und wechselte ihre Hand, mit der sie das Sektglas hielt. Die andere stemmte sie nun missbilligend in ihre Hüfte und ich stand lediglich daneben und wusste nicht, was ich tun sollte.

"Aber Mutter, diese Leute könnten alles meine Eltern sein!", regte Taehyung sich leise, zischend auf und meine Augen weiteten sich. Ich musterte die Dame erneut. Das war Taehyungs Mutter? Diese Frau sah überhaupt nicht wie eine Mutter aus und automatisch tat Tae mir leid.

"Taehyung, erfahrene Geschäftsmänner können dir nicht schaden, wenn es um deine Arbeit geht!", erwiderte seine Mutter mit einem spitzen Tonfall.

"Mutter, ich habe bereits eine Begleitung, mit der ich gut zurecht komme und mich auch sehr gut amüsiere. Es besteht also kein Grund zur Sorge." Als er sprach, zeigte er auf mich und schenkte mir ein kurzes, freundliches Lächeln, das ich etwas unsicher erwiderte. Nun drehte die Rothaarige ihren Kopf und musterte mich eingehend. Sofort fühlte ich mich unwohl unter ihren Blicken und zog unauffällig meine Schultern ein wenig hoch. 

Ich mochte nicht, wie sie mich ansah. So herablassend und hochnäsig, es gab mir das Gefühl, ein widerliches Insekt zu sein, das sie gerne unter ihren Pumps zerquetschen wollte. "Guten Tag Mirs. Kim", sagte ich trotzdem höflich und verbeugte mich respektvoll.

"Bist du dir sicher, dass du nicht etwas Umgang mit.... gebildeteren Leuten haben willst?", fragte sie ihren Sohn abschätzig und würdigte mich wieder keines Blickes. Verletzt sah ich zur Seite und versuchte zu verhindern, dass ich diese  Frau so unsympathisch fand. Alles an ihr schreckte mich ab, sie war überhaupt nicht wie Taehyung.

Waren diese beiden Menschen wirklich miteinander verwandt? Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen.

Doch Taehyung anscheinend, hatte genug von seiner Mutter. "Ich bitte dich! Kannst du damit aufhören, ihn so zu behandeln?! Jungkook ist ein sehr intelligenter Junge, mit wahnsinnig viel Talent und ich werde dich nicht so mit ihm umgehen lassen!" Während er sprach, nahm er mir mein Glas und den angebissenen Muffin aus der Hand und packte mein Handgelenk, jedoch nicht auf eine Weise, wie er es sonst tat, mehr als wollte er mich nur mitziehen, "Wenn du uns nun entschuldigst, ich wollte ihm die Anlage etwas zeigen!"

Damit befreite er uns beide aus den Fängen seiner Mutter und schleifte mich ins Haus der Golfanlage.

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