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Mein Buch fest an meine Brust gedrückt und eine dünne Decke um meinen Körper gewickelt, tappe ich durch die Wohnung, bis ich vor Taehyungs Arbeitszimmer zum Stehen komme. Zaghaft klopfe ich und öffne dann die Tür.
"Störe ich?", frage ich leise, als ich sehe, wie er über einige Dokumente gebeugt aufschaut, über den Rand seiner Brille hinweg. Er schenkt mir ein müdes Lächeln und schüttelt den Kopf. "Niemals", meint er und richtet sich auf. Langsam laufe ich auf ihn zu und sehe neugierig auf seinen Schreibtisch. "Was musst du so spät noch machen?", frage ich leise und sehe wieder zu ihm.
Tae seufzt und klopft auffordernd auf seinen Schoss. Ohne lange zu zögern, lege ich das Buch auf den Tisch, nehme ich auf seinem Schoss Platz und schlinge meine Arme um seinen Nacken, während ich meinen Kopf auf seiner Schulter ablege. Er legt die Arme um meinen Oberkörper und drückt mich an sich. "Nur ein paar Verträge", meint er auf meine Frage hin.
"Wofür?"
"Die Firma meiner Eltern. Sie wollen, dass ich jetzt schon einen Teil der Arbeit übernehme, damit nach meinem Abschluss nicht alles neu für mich ist", erklärt er leise und ich schliesse die Augen. Er hat ein schweres Los gezogen; Eltern die homophob sind, obwohl er schwul ist, eine Firma übernehmen, die er nicht übernehmen will, ein Mädchen heiraten, dass er nicht liebt...
"Willst du nicht eine Pause machen und morgen weiter daran arbeiten?", frage ich spüre, wie er meine Schulterblätter nachfährt. "Ich weiss nicht", murmelt er, "Morgen wollte Mutter mit mir sprechen, wegen der Hochzeit."
Kaum fällt das letzte Wort, spanne ich mich an. Inzwischen ist ein Monat vergangen und bis jetzt haben wir alle keinen Weg gefunden, diese vermaledeite Hochzeit zu umgehen. "Wenn du... wenn du heiratest", wage ich zu fragen, "Was wird dann aus uns?"
Mit klopfendem Herzen warte ich ab, als Taehyung seinen Griff verstärkt. "Dann sind wir glücklich, denn der einzige, den ich heiraten werde, bist du. Jungkook, wir finden einen Weg. Einen Weg, dir dein Leben nicht zerstört und uns nicht todunglücklich sein lässt. Ich verspreche es dir!", flüstert er. Ich bringe nur ein vages Nicken zustande.
"Sag mal, was ist das für ein Buch?" Er lehnt sich vor und ich schrecke hoch. Etwas umständlich drehe ich den Kopf und sehe, wie er die vorderste Seite neugierig aufschlägt. "Nichts für dich!", rufe ich hastig und reisse ihm das Notizbuch aus der Hand.
"Nichts für mich? Da steht mein Name!", widerspricht mein Freund und will mir das Buch aus der Hand nehmen, doch ich drücke es fest gegen meinen Körper und funkle ihn herausfordernd an. "Ich sagte, das ist nichts für dich, also brauchst du darin nicht zu lesen!", meine ich spitz.
"Aber-"
"Nichts aber! Dein Notizbuch durfte ich auch nicht lesen!"
Er weitet seine Augen kurz und grinst dann breit. "Touché."
Ich kichere und küsse ihn auf die Wange. "Mach eine Pause Taehyung. Du kannst irgendwann anders daran weiter arbeiten", verlange ich leise und spreche die Verträge an, die noch immer auf seinem Tisch liegen. Der Brauhaarige seufzt ergeben. "Du hast gewonnen", lächelt er und kneift mir in die Wange, "Lass uns schlafen gehen."
Erfreut hüpfe ich von seinem Schoss und strecke die Hand nach ihm aus. Er nimmt meine in seine und verschränkt unsere Finger miteinander, während wir das Arbeitszimmer verlassen und dafür das Schlafzimmer aufsuchen.
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