-Epilog-
Als ich frisch geduscht mein Zimmer wieder betrete, ist es leer. Auf dem Bett liegt kein Taehyung mehr, sondern lediglich ein weisser Briefumschlag. Etwas verwirrt laufe ich darauf zu und nehme ihn in die Hände. Darauf steht in Taes Schrift mein Name, weswegen ich den Umschlag kurzerhand aufreisse und dann ein säuberlich gefaltetes Blatt Papier herausnehme und durchlese.
Lieber Jungkook
Ich muss dich um Verzeihung bitten, denn ich habe deine Privatsphäre verletzt.
Das Buch, du hast es sicherlich bereits gesucht, liegt bei mir Zuhause.
Ich sehe auf und lasse den Brief auf das Bett fallen. Ich stürze zur Sporttasche, die seit meiner Rückkehr in der Ecke steht, reisse sie auf und durchsuche sie auf das kleine, schwarze Notizbuch, doch ich habe alles ausgeräumt, aus jeder Tasche - nur nicht das Buch.
Mir ist nicht einmal aufgefallen, dass ich es nicht mehr habe. Ich war so durcheinander und abgelenkt, dass es für Tae ein leichtes war, es sich in einem unachtsamen Moment von mir zu schnappen. Ich lasse die Tasche wieder stehen, krabble zum Bett und packe den Brief, bevor ich mich hinsetze und mich an das Bettgestell lehne und weiter lese.
Ich habe mir das Recht genommen, darin zu lesen, denn immerhin steht auch mein Name auf der ersten Seite. Selbst wenn du es mir verboten hast, wollte ich wissen, was da drinnen steht und irgendwie steht es mir doch auch zu, wenn du es mir praktisch widmest, oder?
Jungkook? Du kannst mir glauben, wenn ich dir eines sage: Niemals habe ich so viel geweint an einem Abend. Deine Trauer, den Schmerz, die Verzweiflung, Verwirrung und die Angst konnte man durch die von dir niedergeschriebenen Worte förmlich spüren. Teilweise war die Tinte von deinen Tränen verschmiert, was deinen Schmerz nur noch unterstrichen hast, den du dem Buch und damit mir mitgeteilt und weitergegeben hast.
Zu wissen, dass es meine Schuld ist, macht mich fertig. Ich hasse es, der Grund für deine Tränen zu sein.
Du schreibst, ich hätte auf jede Frage eine Antwort. Doch das stimmt nicht, Jungkook. Es gibt Dinge, auf die ich keine Antwort finde. Ich kann dir sogar zwei Beispiele liefern.
1. Wieso hast du dich ausgerechnet ich mich verliebt?
2. Wie kannst du mich nach alldem immer noch lieben?
Das sind Fragen, die ich ein Leben lang nicht beantworten werden kann. Aber du schon. Und so wie du von mir Antworten verlangst, verlange ich sie auch von dir.
Desweiteren liebe ich es, zu wissen, wie du gefühlt hast, in der gesamten Zeit. Was du gedacht hast, es war faszinierend. Selbst wenn es mir wehtut, zu wissen, aus welchem Grund du dieses Buh geschrieben hast - nämlich um den durch mich entstandenen Schmerz zu lindern und zu verarbeiten - bin ich dir dankbar dafür. Ich hatte einen einzigartigen Blick in deine Seele, wie sonst niemand.
Ich kann nun mit Sicherheit behaupten, dass niemand dich besser kennt, als ich.
Doch Jungkook? Ich habe genug gelesen.
Bitte komm her und hol dein Buch zurück.
Taehyung
Ich beginne breit zu grinsen. Eigentlich sollte ich wütend auf ihn sein, dass er das Buch gelesen hat, obwohl ich es ihm verboten habe, aber irgendwie schaffe ich das nicht. Ich falte den Brief wieder zusammen, nachdem ich die klein geschriebene Adresse zu seiner neuen Wohnung darauf ausgemacht habe und schnappe mir eine Jacke, bevor ich hastig die Treppe hinunter poltere.
"Die Schlüssel liegen unter der Fussmatte!", grinst Hoseok breit, der aus dem Wohnzimmer spaziert und mich sieht. Verwirrt bleibe ich stehe und sehe ihn an. Doch der Ältere lächelt nur breit und verschwindet in der Küche. Ich dagegen husche in den Eingangsflur und ziehe mir Schuhe an, bevor ich mit einem "Bis dann!" das Haus verlasse.
Seine Wohnung ist nicht weit von hier entfernt, weswegen ich nicht lange brauche, um vor dem Wohnblock zu stehen, die Tür zu öffnen und hoch in den dritten Stock zu rennen. Vor der Tür bleibe ich stehen und klingle, doch einige Minuten später hat Tae noch immer nicht geöffnet.
Etwas verwirrt drücke ich die Klinke herunter, doch nichts passiert. Es ist abgeschlossen. "Will er mich verarschen?", murmle ich leise vor mich hin und schaue zu Boden, als ich ein weiteres Mal klingle. Mein Blick fällt auf die Fussmatte, auf welcher ich stehe und mir gehen Hoseoks Worte noch einmal durch den Kopf. Zaghaft gehe ich von ihr runter, knie mich hin und hebe die Matte an, woraufhin ich einen kleinen Schlüssel sehe. Kopfschüttelnd ergreife ich diesen und schliesse dann die Haustür auf. Es ist dunkel in der Wohnung, nichts deutet daraufhin, dass Taehyung hier ist.
"Tae?", rufe ich probehalber, während ich nach einem Lichtschalter suche. Als ich den finde, laufe ich durch das schön eingerichtete, grosse Apartment, finde aber weder Taehyung noch das Buch. Dafür einen weiteren Briefumschlag in seinem Zimmer.
Was soll das werden?
Mit einem kleinen Grinsen nehme ich auch diesen Umschlag und lese, was in dem Brief steht.
Tut mir leid, das Buch ist auch nicht hier. Ich wollte bloss, dass du mal die Wohnung siehst, in die du hoffentlich bald einziehen wirst. Ich habe dein Buch bei mir. Wenn du es wirklich wiederhaben möchtest, komm zum Waggon.
Mehr steht nicht. Ich schüttle lachend den Kopf. Dieser Kerl ist echt undurchschaubar. Ich lasse das Papier in meinen Händen sinken und sehe mich etwas um. Es ist wirklich ganz nach Taes Geschmack eingerichtet und als ich einen genaueren Blick auf das Regal werfe, kann ich die mir bekannte Sammlung von Vinylplatten sehen.
Seufzend ziehe ich mein Handy aus der Tasche und rufe Taehyung an. Es dauert nicht lange und er nimmt ab. "Jungkook?", sagt er und obwohl ich kein Wort gesprochen habe, lacht er bereits leicht. "Was hast du vor?", frage ich ihn mit einem kleinen Grinsen, während ich wieder durch das Apartment laufe, zum Eingang. Er lacht auf. "Gar nichts", meint er unschuldig, "Du willst doch dein Buch zurück, oder?"
"Ich bin gleich da, warte nur", erwidere ich. "Beeil dich gefälligst", weist er mich an, bevor er ohne ein weiteres Wort auflegt. Schnaubend stecke ich mein Handy wieder weg, ziehe mir die Schuhe an und verlasse Taes Wohnung.
Ich beeile mich, zum Waggon zu kommen, und jogge den Hügel hinauf, weswegen ich oben angekommen keuche, als sei ich einen Marathon gerannt. Vor mir steht der Waggon, aus dessen kleinem Fenster ein schwacher Lichtschein nach draussen scheint. Die Tür ist zu, nichts ist zu hören. Misstrauisch laufe ich auf das Gefährt zu, schiebe die Tür auf und trete ein. Als erstes fällt mein Blick auf Taehyung, der hinten in der Ecke am Tisch sitzt und etwas in ein mir allzu bekanntes Buch kritzelt.
Als nächstes nehme ich wahr, was Tae wohl in der Zwischenzeit hier getrieben hat. Der Boden ist übersät mit kleinen Blättern, unterschiedlichster Blumen, einige Kerzen sind zu sehen und mir wirft das Ganze hier immer grössere Fragezeichen auf, selbst wenn das unheimlich süss von ihm ist.
"Hast du das nur für mich getan?", frage ich leise und ohne dass der Ältere aufschaut, nickt er. Ich bahne mir einen Weg zu ihm, wobei ich versuche so wenig wie möglich auf die Blüten zu treten. "Es ist wirklich schön", lächle ich, "Und jetzt gib mir das Buch wieder!", füge ich dann mit einem kleinen Lachen hinzu.
Tae klappt es auf meinen Befehl hin zu, legt den Stift hin und steht auf, bevor er es mir mir wortlos reicht. Neugierig, was er darin geschrieben hat, öffne ich es auf der letzten freien Seite wieder.
Heirate mich.
Ich vergesse, wie man atmet, vergesse, wie man den Mund zumacht und vergesse, wie man etwas in den Händen hält. Fassungslos starre ich wieder zu Taehyung, der schmunzelnd das Buch zu meinen Füssen betrachtet, bevor er aufschaut und die Hand hinter seinem Rücken hervorzieht.
Zwischen Zeigefinger und Daumen präsentiert er mir einen schlichten, silbernen Ring, ohne weitere Verzierung.
"Und?", fragt er leise, "Was sagst du?"
"Du bist vollkommen verrückt", hauche ich und starre den Ring an. Mein Herz rast und ich höre, wie er amüsiert lacht. "Vermutlich schon", grinst der Braunhaarige, während ich auf ihn zutrete und ihn in meine Arme ziehe. "Ja, verdammt", flüstere ich nach wie vor durcheinander und spüre, wie er erleichtert seufzt.
Hat der Kerl sich ernsthaft Sorgen darüber gemacht, ob ich ihn heiraten will oder nicht?!
Taehyung löst sich aus meiner Umarmung, nimmt meine Hand und steckt mir das kleine, einfache Schmuckstück an den Finger. Wenn er nicht meinen Kopf hochdrücken würde, dann würde mein Blick weiterhin an dem wohl schönsten Accessoire der Welt kleben, doch nun sehe ich in seine dunklen, glücklich funkelnden Augen, bevor er mich in einen leidenschaftlichen Kuss verwickelt.
Ich kann nicht anders, als zu lächeln.
Für dieses Ergebnis, war mir jeder Schmerz, jede Träne und jede Folter wert, die ich durchgestanden habe.
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Ich hab gehört, einige haben tatsächlich bis hier überlebt? Also, wenn das wahr ist... *verteilt Kekse*
Irgendwie kann ich grad nicht glauben, dass Mute gerade beendet wurde. Ich glaub, ich hab noch nie eine traurigere Geschichte geschrieben, als diese hier. Das Drama war durch die ganze Story durch und es tut mir auch leid, dass ihr euch da hindurchquälen musstet 😂😂
Aber ich bin so glücklich, dass sie zumindest einige von euch so berührt zu haben scheint! 😄
Ich hoffe trotz all dem Drama, dass ich euch vor die Füsse geworfen habe, hattet ihr irgendwie halt Spass dabei, Mute zu lesen und ich hoffe, ihr hasst mich jetzt nicht zu sehr 😂😅
Ich freue mich total darauf, mich jetzt mehr auf Calls zu konzentrieren 😊 Und ausserdem *Selfpromo* hab ich bereits wieder eine neue Vkook veröffentlicht (Well, tja..... ich fange zu viele Dinge an) und plane einen OS, den ich hoffentlich hinkriege.
Aabbeeer, zu der Geschichte 😆
Es wird auf jeden Fall nicht so schmutzig, wie sie klingen mag 😂😂😂

«Ich tanze jeden Abend vor Leuten an einer Stange, die sich daran aufgeilen. Du solltest angewidert von mir sein.»
«Angewidert? Weshalb? Hast du dir deinen Körper einmal angesehen? Er ist wunderschön, perfekt, wie könnte ich jemals von so etwas Atemberaubendem angewidert sein? Vielmehr bin ich eifersüchtig darauf, dass so viele Leute deinen Körper zu Gesicht kriegen - denn er sollte nur für mich sein.»
Als Taehyung dank einiger Komplikationen die Schule wechselt, sticht ihm der stille, einsame Junge sofort ins Auge. Er scheint keine Freunde zu haben und von jedem gehasst zu werden. Jede Pause verbringt er im Kellergeschoss der Schule, alleine und für sich. Sein Name lautet Jeon Jungkook und er ist schwul, mehr weiss keiner über den mysterösen Schönling.
Doch Jungkook hat ein Geheimnis, welches aufzufliegen droht, als Taehyung diesem auf die Schliche kommt.
Jungkook hat nämlich einen nicht ganz so gewöhnlichen Job.
Er ist ein Stripper.
Vielleicht hat ja jemand Lust darauf, sie sich anzusehen.
Sie wird auf jeden Fall viel weniger Drama beinhalten, als Mute. VIEL WENIGER 😂
Und wenn nicht, ist es ja auch nicht schlimm 😊
Bis dann!
Nads~ 💞
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