🔥58🔥
Jungkook
"Ihr seid wieder im Fernsehen", meint Yoongi Hyung zu meiner Rechten gelassen, während er mit mir gemeinsam den grossen Flachbildschirm-Fernseher mustert, in dem gerade die neusten Morgennachrichten ausgestrahlt werden. Tatsächlich wird wieder das Bild der vollkommen verwüsteten Mall gezeigt, in der Ji, Seunghyun, Jimin und ich uns gestern befunden haben und dazu die Information, dass man immer noch nicht herausgefunden hat, was zu den mysteriösen Vorfällen, wie zerspringenden Schaufenstern geführt hat. Wie auch, wenn es ein Telekinist war, von dem niemand etwas weiss und was rein biologisch auf natürliche Art und Weise gar nicht sein kann.
Mit einem Seufzen betrachte ich die riesige Verwüstung auf den Bildern, während Namjoon Hyung, der links von mir vor dem Sofa sitzt, leise murmelt: "So viel zum Thema, unauffälliges Leben."
Daraufhin höre ich nur ein entrüstetes Schnauben. "Diesmal war das nicht meine Schuld!", kommt es von Jiyong Hyung, der gerade dabei ist, den Essstisch für das Frühstück zu decken. Ich lache leicht. "Das hat niemand behauptet", erwidere ich schlicht, während das Thema der Nachrichtensprecher von der Mall ("Die Ermittlungen laufen weiterhin.") zum Wetter geht. "Es wird sowieso niemand euch verdächtigen", seufzt Yoongi Hyung dann schulterzuckend und kommt auf die Füsse, "Spätestens in ein paar Tagen wird das niemanden mehr kümmern", fügt er hinzu und begibt sich dann in Richtung Küche, wo Hoseok gerade Seunghyun Hyung hilft, Frühstück zu machen. Mit einem kleinen Lächeln kann ich beobachten, wie der Ältere sich bloss wortlos an Hobi Hyung hängt, indem er die Arme von hinten um ihn schlingt. Hoseok quittiert die Aktion mit einem Lächeln, dass sich auf seinen Lippen breit macht und roten Wangen, wie ich erkennen kann. Sie sind schon unfassbar niedlich zusammen, besonders, weil sie so sachte miteinander umgehen. Ihnen zuzusehen, lässt mich automatisch Taehyung stärker vermissen, als zuvor schon und mit einem Seufzen wende ich meinen Blick von ihnen ab und richte ihn dafür auf Jimin.
Er ist gestern vollkommen high gewesen und einerseits ist das ganz amüsant gewesen, aber andererseits auch irgendwie besorgniserregend. Irgendwann ist er dann auch endlich müde geworden und hat sich daraufhin einfach auf die Couch geworden - gemeinsam mit seinen beiden Schuhen natürlich - und hat bis nun durch geschlafen. Eigentlich warten wir alle nur darauf, dass er wach wird und dann auch endlich wieder nüchtern ist, damit wir ihn fragen können, wie es ihm geht und was in der Station alles vor sich geht. Jetzt, wo nur noch Tae dort ist, steigt meine Sorge um ihn, nur noch mehr an. Er hat niemanden mehr und keiner könnte mir jetzt noch sagen, dass es ihm gut geht oder dass er auf ihn aufpasst, so gut er nun einmal kann. Er ist völlig allein und wenn diese Leute ihm noch mehr Scherzen zufügen, dann muss das für ihn dort die Hölle auf Erden sein. Allein der Gedanke, wie sehr er leidet, bricht mir das Herz und ich hoffe inständig, dass er okay ist.
"Frühstück ist fertig!", verkündet Hoseok Hyungs Stimme und reisst mich damit aus meinen Gedanken. Ich blicke von der schlafenden Gestalt Jimin auf, rüber zur Küche und dem Esstisch, auf den der junge Mann gerade eine Platte voller Pancakes stellt. Namjoon Hyung und ich rappeln uns beide auf, bei dem Anblick und begeben uns zum Esstisch, an den die anderen sich auch gerade setzen. Doch ich habe kaum Platz genommen und mir einen ersten Pancake geschnappt und auf meinen Teller gelegt, als ich vom Wohnzimmer aus ein leises Ächzen höre.
Meine Hyungs scheinen es auch gehört zu haben, denn genau wie ich, sehen sie alle zur Couch und tatsächlich regt sich Jimin darauf und beginnt sich mit einem Mal aufzusetzen. "Jimin?", ergreift Hoseok Hyung leise das Wort, während wir anderen nur still mitverfolgen, wie der Schwarzhaarige sich aufsetzt. "Hyung?", gibt er darauf leise zurück und hebt die Hand, um sich den Kopf zu halten, kaum ist er in eine aufrechte Position gekommen. Einen kurzen Augenblick bleibe ich noch sitzen, doch gleich darauf springe ich von meinem Stuhl auf und stürze zurück zur Couch. Ich kann hinter mir weitere Stühle hören, die zurückgeschoben werden und Schritte, die mir sagen, dass meine Hyungs es mir gleichtun und sich dann mit mir um Jimin herum versammeln, der langsam den Kopf hebt und uns dann anblickt. Seine Augen weiten sich, als er Hoseok fixiert, neben ihm Yoongi und Namjoon Hyung und mich. "Was macht ihr hier?", will er leise wissen, "Wo sind wir?"
Seunghyun Hyung tritt etwas an ihn heran, weswegen Jimin ihn automatisch mustert, voller Unsicherheit in seinen dunklen Augen. "Keine Angst, jetzt bist du in Sicherheit. Wie fühlst du dich?" Jimin zuckt verunsichert mit den Schultern. "Erschöpft", sagt er leise, "Aber ich denke sonst bin ich ganz in Ordnung."
Seunghyun nickt das ab. "Vermutlich wird sich das noch für ein paar Stunden so anfühlen, aber dann wird wieder alles wie gewohnt sein." Der Schwarzhaarige nickt die Worte ab. "Was ist mit der Station?", will er leise wissen, "Tae ist noch dort..." Bei der Erwähnung des Blonden zieht sich mein Herz schmerzhaft zusammen und ich beisse mir auf die Unterlippe. "Keine Sorge, wir finden schon eine Lösung, damit er auch zu uns stösst. Wir müssen nicht mehr dahin zurück", erwidert Namjoon sanft und wieder nickt Jimin langsam, während sein Blick durch die Runde zu wandern beginnt. Als er schliesslich bei mir Halt macht, weiten sich seine Augen wieder und ich kann erkennen, wie in nur wenigen Sekunden Tränen sie zu füllen beginnen. "J-jungkook", wispert er, "Es geht dir gut! E-es tut mir leid- ich wollte dir niemals wehtun!" Er beisst sich auf die Unterlippe und ich trete wie von selbst auf ihn zu und schlinge die Arme um ihn, kaum bin ich nahe genug.
"Das weiss ich doch", flüstere ich leise, "Du kannst nichts dafür, ist schon in Ordnung."
"Ändert nichts daran, dass du ein tendenziell schlechter Soldat bist", mischt Jiyong Hyung sich dann ein, weswegen ich mich von Jimin löse und ihn irritiert anschaue. Ji Hyung zuckt mit den Schultern und betrachtet dann Jimin, während er gespielt enttäuscht den Kopf schüttelt. Für Jimin sieht das wohl so aus, als meint er das ernst, aber ich kann sehen, wie seine Mundwinkel leicht zucken, während er das macht. "Du hättest uns, sobald du uns gesehen hast, sofort umbringen müssen! Wozu das ganze Chaos, meine Fresse, das ist vollkommen unlogisch und unnötig, sowas machen nur Vollidioten!" Er schnaubt und verdreht die Augen, ehe er die Arme vor der Brust verschränkt und Jimin mit hochgezogenen Augenbrauen und dem Ansatz eines belustigten Grinsen auf den Lippen mustert.
Letzterer scheint überfordert zu sein. Hilflos sieht er von Ji Hyung zu mir und wieder zurück zu ihm. "T-tut mir leid? Das nächste Mal mache ich es besser!", erwidert er und Jiyong zieht irritiert die Augenbrauen zusammen. "Ja, versuch es und dann bring ich dich dabei um!", gibt mit einem Schnauben zurück und Jimin zuckt verschreckt zusammen. "D-dann nicht, tut mir leid! Jungkook, warum verkehrst du mit solchen Leuten?"
Ich fahre mir durch die Haare und lache leicht. "Das... ist mein Bruder", erkläre ich schulterzuckend, "Keine Sorge, er meint es nicht so."
Jiyong lacht passenderweise dazu leise. "Entspann dich, Pal", meint er gelassen, "Kümmere dich lieber um deine beiden Schuhe~" Dazu nickt er zu den ungleichen Schuhen, die nebeneinander vor der Couch stehen, wo Namjoon Hyung sie hingestellt hat, nachdem Jimin endlich einmal eingeschlafen ist. Jener scheint allerdings bloss irritiert zu sein und mustert den High Heel und den Wanderschuh. "Was meinst du damit?", will er wissen und der Blonde schnaubt amüsiert. "Na, du wolltest nicht mehr von deinen beiden Schützlingen ablassen~", erklärt er heiter und ich kann sehen, wie Jimins Wangen vor Verlegenheit rot werden. Bevor er allerdings etwas dazu sagen kann, ergreift Namjoon Hyung das Wort. "Lasst uns weiter über Jimins Sinn für Mode sprechen, wenn wir besprochen haben, was wir jetzt machen. Die Forscher haben mit ihm ihr wichtigstes Instrument verloren, das heisst, sie müssen sich neu aufstellen." Ich nicke langsam, denn er hat Recht und eine kurze Stille legt sich über den gesamten Raum. Wir alle denken an dasselbe, nämlich daran, dass Taehyung noch immer dort ist. "Sie werden Taehyung nicht auch noch schicken", murmelt Yoongi Hyung und spricht damit aus, was ich bereits befürchtet habe. Sein Blick sucht meinen und nimmt mich ein, sobald er ihn trifft. "Auf keinen Fall", stimmt Ji Hyung dem zu, "Sie werden wissen, wie wichtig die Schneeflocke für dich ist, Spatz, und wenn sie gerade ihren Damagedealer verloren haben, werden sie nicht noch jemanden aufs Spiel setzen, dessen Fähigkeiten ohnehin nicht gefährlich sind. Sie wollen dich tot sehen, und wenn sie bereits ihre stärksten Leute an uns verloren haben, werden sie nicht die wichtigste auch noch zu uns schicken. Das wäre von vornherein verloren für sie. Sie müssen sich was neues überlegen, um dich umzubringen."
"Also... halten sie ihn fest", wispere ich leise und merke, wie sich beim Gedanken daran, ein Kloss in meinem Hals bildet. Er hat so viel für mich getan, war immer für mich da, hat sich um mich gesorgt und mir dann zur Flucht geholfen - und jetzt wird er dank als Geisel dort festgehalten. Das ist nicht fair.
Sie werden Taehyung unter keinen Umständen raus lassen. Sie haben alle verloren, ausser ihn, wieso sollten sie überhaupt noch in Erwägung ziehen, ihn auf uns zu hetzen? Doch wenn er nicht zu uns kommt, können wir ihm nicht helfen.
Namjoon hat Recht; sie müssen sich neu aufstellen und entscheiden, was sie jetzt tun, aber wir müssen das genauso. Ich bin nicht bereit, Taehyung einfach im Stich zu lassen - und wenn er nicht zu uns kommt, dann müssen wir wohl oder übel zu ihm.
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen4U.Com