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Jungkook
Ich sitze gerade gemeinsam mit Namjoon und Jimin Hyung auf der Couch im Wohnzimner, wir alle sind dabei, zu lesen, als Yoongi Hyung und Hoseok Hyung zu zweit den Raum betreten. Hobi hat dabei eine flache, grosse Kartonschachtel in den Händen, mit der er direkt auf Namjoon zusteuert. "Namjoon, hast du davon schon mal gehört?"
Der Angesprochene sieht auf und Jimin und ich mit ihm, nur um Hobi zu betrachten, der mit der Schachtel vor Namjoon Hyung Halt mach und sie ihm dann hinstreckt. Der Ältere nimmt sie ihm ab und mustert den Deckel einen Moment lang, auf welchem in fetten Grossbuchstaben MONOPOLY steht. Namjoon schürzt die Lippen. "Davon habe ich noch nie gehört", gibt er bekannt und setzt sich dann mit der Schachtel kurzerhand auf den Boden, ehe er den Deckel wegnimmt und ein Spielbrett zum Vorschein kommt.
Ich weite die Augen und lasse mich gleich darauf neben ihm nieder. "Ein Spiel!", verkünde ich glücklich und sehe meinem Hyung dabei zu, wie er das Spielbrett herausnimmt, aufklappt und neben der Schachtel auf dem Boden platziert. "Ich habe keine Ahnung, wie es funktioniert", gibt er sachlich bekannt, während sich auch Jimin, Hobi und Yoongi Hyung im Kreis zu uns setzen und neugierig zusehen, was Namjoon Hyung da tut. Er holt eine kleine Broschüre aus der Schachtel, ziemlich sicher die Spielanleitung und beginnt aufmerksam darin zu lesen, als Seunghyun und Jiyong Hyung ebenfalls das Wohnzimmer betreten. "Wir haben Jin angerufen. Er sagte, er kann gegen Abend herkommen", meint der Älteste von uns, was ich still abnicke. Momentan können wir nichts weiter tun, als auf seine Hilfe zu warten, denn Jin ist vermutlich der Einzige, der uns sicher da rein und auch wieder raus bringen kann.
"Hyung, was ist das Ziel dieses Spiels?", wechselt Hoseok Hyung dann allerdings auch schon das Thema und zeigt auf das grosse Spielbrett in unserer Mitte. Seunghyun Hyung und Ji treten näher und betrachten die Schachtel und das Brett und Ji Hyung stösst auch sogleich ein abfälliges Schnauben aus. "Nicht doch", murmelt er seufzend mit einem genervten Unterton, während Seunghyun Hyung ein kleines Lachen entkommt. "Ihr habt Monopoly gefunden", stellt er fest und geht dann neben Hobi Hyung in die Hocke und mustert das Spielbrett und Namjoon, der immer noch vertieft in die Anleitung ist. "Grundsätzlich geht es darum, am meisten Geld zu haben und dabei asozial zu sein", erklärt er schulterzuckend mit einem schiefen Grinsen, "Der, der als letztes übrig bleibt, gewinnt."
Ich richte meinen Blick wieder auf das Feld und dann zu Namjoon Hyung. "Und wie lauten die Regeln?", hakt Yoongi nach, woraufhin Ji abermals schnaubt. "Es gibt keine Regeln, bei diesem verkackten Spiel", meint er missmutig und als ich ihn anschaue, kann ich sehen, wie er das Spielbrett selbst düster anschaut, "Es gibt keine Ordnung, nach dem es folgt, du kannst so viele Grundstücke kaufen wie du willst und darauf bauen und alle zusammen abziehen, das hat keine Grenzen."
"Wir sollten eine Runde spielen", bemerkt Seunghyun und ich nicke zustimmend, denn ich würde es gerne einmal ausprobieren, doch Jiyong scheint nicht gerade begeistert von der Idee. Sein düsterer Blick wird bitterböse und er wirft ihn seinem Hyung zu. "Ich hasse dich", ist das einzige, was er mit dunkler Stimme verlauten lässt, doch auch er lässt sich, wenn auch mit einem genervten Augenrollen, nieder in unserem Kreis und Namjoon Hyung beginnt den Spielablauf und die tatsächlich wenigen Regeln zu erläutern.
"Gibt es Zinsen oder sowas?", will er am Ende von Seunghyun wissen, der nur mit einem kleinen Lachen den Kopf schüttelt. "Es ist wirklich ganz simpel", versichert er uns und schnappt sich dann eine Figur, was wir ihm gleichtun. Ich schnappe mir das erstbeste, was ich in die Finger kriege, in diesem Fall ein Zwerg und bemerke nebenbei, wie Jiyong Hyung sich den Berg an Kärtchen schnappt, welches allesamt Grundstücke sind. Namjoon hat uns gesagt, dass manche Grundstücke zusammen in eine Gruppe gehören, darum haben sie dieselbe Farbe und erst und wenn man alle drei zusammen besitzt, wird die Summe, die man zu zahlen hat, sobald man auf einem der Felder steht, grösser. Der Blonde beginnt ganz energisch die Kärten zu sortieren, sodass alle mit derselben Farbe auf einem kleinen Stapel neben dem Geld der Bank liegen. "Ich hasse dieses Spiel", murmelt er dazu missmutig, "Es ist völlig chaotisch, hat keine klare Abfolge und ich will, dass die Kärtchen allesamt nach ihrer Farbe geordnet werden!"
Wir nicken das ab und beginnen dann auch schon mit dem Spiel. Anfangs ist es ganz unterhaltsam und lustig, aber nach ein paar Runden bereits, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es wirklich zur reinen Unterhaltung gedacht ist, denn wir beginnen, lautstark zu diskutieren. Ji hat sich nicht einmal Mühe gegeben, sondern ist bei der erstbesten Gelegenheit bankrott gegangen (er muss das Spiel wirklich sehr hassen) und auch Seunghyun und Jimin haben bald verloren und so verbleiben noch Namjoon, Yoongi Hyung und ich im Spiel, aber wie es aussieht, wird es wohl ein Duell zwischen meinen Hyungs, denn ich bin gerade dabei, genauso bankrott zu werden, wie meine anderen Hyungs vor mir.
"Hyung, ich stehe bestimmt schon zum fünften Mal auf diesem Feld!", beschwere ich mich entrüstet und zähle dabei hastig die Papierscheine durch, während Yoongi Hyung, der die ganze Zeit schon mein gesamtes, hart erarbeitetes Geld kassiert, zuckt bloss gelassen mit den Schultern. "Ist das mein Problem, Kleiner?", will er von mir wissen und ich ziehe die Augenbrauen unzufrieden zusammen. "Kannst du nicht die Hälfte machen?", bitte ich ihn eher etwas hilflos, mit verzweifeltem Unterton in der Stimme, "Ich muss ständig diese Unsumme bezahlen, wegen dir habe ich gar kein Geld mehr!"
Yoongi Hyung hebt eine Augenbraue. "Ja, das ist ja auch der Plan, Jungkook", erwidert er trocken und ich schnappe entrüstet über so viel Herzlosigkeit nach Luft. Dann ziehe ich eine Schnute.
Letztendlich aber füge ich mich seufzend meinem Schicksal und beginne, Yoongi Hyung all mein letztes Geld zu reichen, welches jetzt ihm gehört. Während ich ihm die Papierscheine allerdings gebe, erklingt die schrille Türklingel durch die Wohnung, wodurch wir allesamt aufsehen und zum Eingangsflur blicken, um dort die Tür zu mustern.
Im nächsten Augenblick tritt Seunghyun Hyung in unser Blickfeld, der dann auch zur Tür geht und sie öffnet. "Da bist du ja", meint er leise. Und als er die Person schliesslich eintreten lässt, erkenne ich Jin Hyung.
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