Kapitel 2
"Jungkook!"
"Jiyoon", antwortete er. "Ich bin so froh dich wieder zu sehen!"
Er schlang sofort die Arme um mich. Vollig perplex stand ich da. Das letzte Mal hatte ich ihn in dieser Nacht gesehen, was vor meinem Umzug und auch vor dem Rausschmiss meiner Eltern passiert war. Zwar hatte er, wie Yoongi, versucht mich anzurufen und hatte mir geschrieben, wollte wissen wie es mir ging und was ich tat und warum ich nicht antwortete. Aber ich antwortete ihm genauso wie Yoongi; nämlich gar nicht. Ich wollte mir nachdem ich von meinen Eltern verstoßen wurde mit meinem Kind ein neues Leben aufbauen und so viel wie möglich von meiner Vergangenheit weglassen.
"So! Und jetzt erkläre mir mal warum meine beste Freundin mir nicht antwortet und mich komplett ignoriert!", sagte er und ließ mich los. Innerlich wollte ich, dass er mich weiter in seinen Armen hielt, aber das ging nicht.
"Ich-"
"Wer ist das, Jiyoon?", fragte Hoseok und kam zur Tür. Sein Gesicht war noch immer aufgequollen, aber er versuchte ein ernstes Gesicht zu halten.
Dieser Moment war echt komisch. Die Blicke, die sich die zwei zuwarfen waren urteilend und abstoßend gegeneinander.
"Bevor", setzte ich an, "jetzt irgendwer zu streiten anfängt, stelle ich euch einmal vor. Hoseok, das ist Jungkook, mein bester Freund. Jungkook, das ist Hoseok. Und keine Angst, er steht mehr auf dich als auf mich."
Beide wussten nicht recht, was sie sagen sollten.
"Jiyoon, du bist echt... Warum hast du mir nie gesagt, dass du umziehst? Ich musste sehr lange nachbohren bis ich wusste, wo du bist! Weißt du welche Sorgen ich mir um dich gemacht habe!", sagte Jungkook und war etwas aufgebracht.
Dass er einen Monat gebraucht hatte, bis er von Hyori wusste wo ich war, war echt beeindruckend. Obwohl ich es nicht wollte, hatte ich damit gerechnet, dass Jungkook früher auftauchen würde, weil Hyori so gut wie kein Geheimnis für sich behalten konnte. Respekt für den einen Monat, Hyori!
"Ich-"
"Warte", unterbrach mich Hoseok. "Ist er einer der drei... Aua!"
Ich stieß ihn in die Rippen. Das ging Jungkook gar nichts an.
"Möchtest du nicht mal rein kommen?", fragte ich Jungkook, als ich bemerkte, dass er noch immer vor der Tür stand.
"Jiyoon", sagte Jungkook und nahm meine Hände. "Du musst mir sagen, was los ist mit dir. Du bist ohne eine Nachricht verschwunden. Und seit dieser Nacht... Es tut mir leid, was damals passiert ist."
Früher oder später hätte ich mit Jungkook oder Yoongi rechnen müssen, aber ich war total unvorbereitet für so ein Gespräch.
Hoseok war wieder in die Küche gegangen und schlürfte seinen Kakao weiter, den ich für ihn gemacht hatte. Es war nett von ihm, dass er mir diese Privatsphäre mit meinem Freund gönnte.
"Ich wollte einfach weg von Zuhause. Mir beweisen, dass ich es auch allein schaffe!", log ich ihn an. Ich fühlte mich furchtbar, aber ich wollte nicht mit der Wahrheit rausrücken, weil ich mich auf Grund und Boden dafür schämte.
"Und jetzt sag die Wahrheit", verlangte er. Verdammt! Er war nicht umsonst mein bester Freund.zu
"Meine Mutter hat mich raus gehaut", gab ich zu.
"Was?!", machte er entsetzt. "Warum sollte sie das tun?"
Ich atmete tief durch. Komm schon, Jiyoon! Du schaffst das!
Ich sah ihm tief in die Augen. Er wirkte sehr besorgt. Scheiße, ich spürte, wie sich eine Träne von meinem Auge ihren Weg ins Freie suchte.
"Ich...", setzte ich an. "Ich bin schwanger."
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