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Kapitel 1

"Ich bin Zuhause!", rief ich durch die Wohnung. Auf eine Antwort von meinem Mitbewohner hatte ich gehofft, ich bekam jedoch keine. Er musste wahrscheinlich auf einem Date sein.

Etwas war ich schon über seine Abwesenheit enttäuscht. Ich hatte ja so tolle Neuigkeiten! Dann muss das halt warten bis er heim kommt.

Ich legte meine Tasche nieder und räumte das Essen aus, das ich gekauft hatte.

Leise fing ich zum summen an und sortierte die Sachen. Mit Joghurt, Milch und Fleisch, womit ich Hoseok bekochen wollte, ging ich Richtung Kühlschrank und fand dort auch meinen Mitbewohner vor. Zusammenkauernd saß er in der Ecke und weinte.

" Hoseok!", schrie ich ihn an und ließ die Sachen fallen. "Was ist passiert?"

Sein Gesicht war ganz angeschwollen. Er musste schon lange hier gesessen haben.

"Taehyung hat mit mir Schluss gemacht", brachte er schluchtzend hervor. Er tat mir sehr leid. Vor allem hatte er immer für seinen mittlerweile Ex-Freund geschwärmt. Ich kannte Hoseok seit einem Monat, aber in diesem Monat war er mir wirklich ans Herz gewachsen.

Hyori, meine beste Freundin, hatte vorgeschlagen ich sollte zu ihrem Cousin ziehen. Ich hatte es bei ihr und in diesem Viertel nicht mehr ausgehalten. Zu viele Erinnerung und zu viele vorwurfsvolle Blicke. Also wohnte ich seit ein paar Wochen bei Hoseok und ich fühlte mich großteils wohl bei ihm.

"Das tut mir furchtbar leid", sagte ich, merkte aber, dass das echt unnötig war das zu sagen. Ich wusste selbst, dass es schmerzhaft war, wenn die große Liebe einem abservierte. Da brachte es sich nicht viel sein Mitgefühl auszudrücken. Komm schon, Jiyoon, heitere ihn auf! Aber wie konnte man jemanden in so einer Situation aufheitern?

Da kam mir eine Idee.

"Komm schon, Hoseok! Setz dich auf den Stuhl und Minji und ich werden dir was Süßes zaubern!", verkündete ich.

Er bewegte sich keinen Fleck und seine Miene blieb die selbe.

Langsam gab er nach und raffte sich auf.

" Wieso bist du dir so sicher, dass es ein Mädchen wird?", fragte er als ich ihm half zum nächsten Stuhl zu gelangen.

"Hmm, wegen Minji?", stellte ich eine Gegenfrage und strich über meinen Bauch. " Keine Ahnung. Ich hab so ein Gefühl..."

Sobald er saß belagerte ich die Küche und nahm verschiedene Zutaten, die ich benötigte. Eis, Kakaopulver, Milch und Sträusel, bunte und schokoladige. Nach ein paar Minuten hatte ich einen Eis-Kakao gezaubert und verzierte ihn mit Soßen, Sträusel und einem Schirmchen.

Ich brachte ihn zu Hoseok, der ein kleines bisschen lächelte. Ja! Erfolg! Ich konnte stolz auf mich sein.

"Wenn du reden willst...", fing ich an als er zu schlürfen begann. Ich wollte Taehyung nicht erwähnen und stoppte mich im Satz. "... dann bin ich gerne für dich da."

"Später, versprochen", sagte er zu mir und das erleichterte mich enorm. "Oh, bevor ich es vergesse. Ich hab mir den Anrufbeantworter angehört, weil ich dachte es könnte Taehyung sein...", das letzte nuschelte er und ich konnte ihn beinah nicht verstehen. "...und ich hab mir deine auch angehört. Ich hoffe, du bist nicht böse!"

Betend hielt er mir die Hände entgegen.

"Nein, Hoseok! Wie könnte ich deswegen böse sein?", versicherte ich ihm.

" Das ist... gut", sagte er erleichtert. Konnte er sich vorstellen, dass ich wegen dem auszuckte? Es waren meist eh die selben Sprachnachrichten von derselben Person. "Es war dieser Yoongi und er möchte, dass du dich bei ihm meldest."

War klar, dachte ich mir.

Plötzlich läutete es an der Tür. Ich strich Hoseok über den Rücken und stolperte über die noch immer am Boden liegenden Sachen. Mist, die hatte ich vergessen und anscheinend übersehen.

Geschwind räumte ich das Joghurt, Milch und Fleisch in den Kühlschrank und ging zur Tür.

"Ja?", sagte ich und sperrte die Tür auf.

Vor mir stand eine der Personen, weshalb ich weg von Zuhause wollte. Auch er hatte neben Yoongi versucht mich zu kontaktieren. Sein vertrautes Gesicht nach so langer Zeit zu sehen versetzte mir einen Stich.

Jungkook.

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