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»16«

[Jungkook]

„Gehst du raus?", fragte meine Mutter mich, weil ich vollkommen vorbereitet gerade nach unten kam. Taehyung war nicht da.

„Ja, ich treffe mich heute mit einem Freund von mir", meinte ich nur und suchte mir eine zum Outfit passende Jacke raus, die ich dann anzog. Komischerweise schaute meine Mutter mich dabei die ganze Zeit über an, weshalb ich sie irgendwann fragte, ob ich vielleicht was im Gesicht gehabt hätte.

„Nein! Aber, ich frage mich nur, wer dieser Freund sein könnte", sagte sie leicht grinsend. „Yoongi vielleicht? Holt er dich hier ab? Geht ihr zusammen essen?"

Aber ich schüttelte den Kopf.

„Erinnerst du dich noch an Lucas? Er war der neue Schüler damals in meiner Klasse, der mit seinen Eltern aus China hergezogen ist", erzählte ich ihr, um ihrer Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. Sie war noch jung, natürlich erinnerte sie sich daher auch sehr schnell.

„Wie könnte ich Lucas bloß vergessen! Wo trefft ihr euch denn? Ich habe heute frei und will ihn unbedingt mal wieder sehen! Es hat mich damals immer so sehr gefreut, wenn er nach der Schule hergekommen ist. Ein so netter Junge!"

Tatsächlich wunderte es mich, dass sie sowas sagte, denn damals hatte sie nie wirklich so geklungen, als würde sie Lucas wirklich mögen. Jedenfalls haben wir nicht oft drüber geredet.

Es müsste ein wenig mehr als ein Jahr her sein, da war er jeden Freitag bei uns, weil seine Eltern arbeiteten und es sich daher anbot, dass er was mit mir machen würden, aber weil wir in verschiedenen Kursen waren, endete sein Unterricht immer zwei Stunden vor meinem, sodass er somit zwei Stunden früher immer hier war. Ich wusste zwar, dass er in diesen Momenten meist mit meiner Mutter und Taehyung blieb, so dachte ich, aber wirklich darüber geredet, was in dieser Zeit passierte, haben wir nicht. Sie waren immer vor dem Fernseher, wenn ich kam, also dachte ich mir dabei auch nicht vielen.

Aber Lucas sagte, er hätte mir was zu sagen und aus diesem Grund wollten wir uns heute treffen. Irgendwie konnte ich mir denken, dass es nun etwas mit meiner Mutter zu tun hatte, denn er sagte nur, es ginge um meine Familie.

In jedem Film würde jetzt rauskommen, dass er meine Mutter geschwängert hätte oder so, sie war aber nicht schwanger und ich war mir auch ziemlich sicher dabei, dass die beiden keine Affäre miteinander hatten. Sollte es doch so gewesen sein, dann sollten mir bitte die Augen ausgerissen und mein Körper in den nächsten Fluss geworfen werden.

„Ich hab dich vermisst, Kookie!", sagte Lucas und umarmte mich einmal ganz fest. Seine Stimme war ein wenig tiefer geworden, er hatte an Muskeln zugelegt und regelrecht ein Glow-Up gehabt, seitdem wir in der Schule waren, denn damals hatte er noch einen wirklich dürren Körper, einfach ein Stock.

„Nun sag schon, seitdem du mir gestern Abend geschrieben hast, fühle ich mich schon so nervös und ich konnte auch die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich mir ausgemalt habe, was du mir sagen würdest", entgegnete ich und setzte mich an den Tisch im Café, in dem wir uns befanden.

„Weißt du, ehrlich gesagt möchte ich das einfach in der Vergangenheit lassen, es wäre auch besser so, denn es ist eh vorbei und somit würde ich nur unnötig Stress verursachen. Lassen wir es heute einfach nur bei einem Treffen und reden nicht über Dinge, die vielleicht doch lieber verschwiegen bleiben sollten."

Ich fing an zu lachen.

„Dein Ernst? Erst machst du mich richtig heiß darauf und jetzt lässt du mich hier so links lieben? Weißt du, ich hab darüber nachgedacht, aber es erschien mit als zu unglaubwürdig. Jetzt denke ich aber wirklich, dass du damals vielleicht etwas mit Taehyung hattest! Schließlich sagtest du, es hätte was mit meiner Familie zu tun und du hast ihn ungefähr doppelt so sehr gemocht wie ich!", maulte ich Lucas fast schon an. Ich musste mich definitiv im Zaun halten, bevor ich impulsiv noch irgendwas sage, dass ich später dann bereuen würde.

„Mit Taehyung? Bist du eigentlich bescheuert? Ich habe ihn als Kumpel gemocht, aber mehr auch nicht. Wieso bist du immer noch so sehr davon überzeugt, dass ich was für Männer empfinde?", fragte er mich. Weil es danach still wurde, ging ich davon aus, dass er wirklich eine Antwort von mir erwartete, aber ich zuckte nur die Schultern.

Ohne weiteres kramte er deshalb in seiner Tasche rum und hielt mir sein Handy vor die Nase, mit einem Bild darauf, dass mich fast schon würgen ließ.

Wie es sich rausstellte, befand ich mich wirklich in einem Film, denn schaute man sich das Bild genau an, konnte man darauf erkennen, dass Lucas und meinte Mutter ein Verhältnis hatten.

Was mich aber mehr erschreckte war, dass Lucas zu Schulzeiten Schwarze Haare hatte und jetzt war er blond.

Seine Haare auf dem Bild waren ebenfalls blond.

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Ob das die Wahrheit ist? 😱

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