»20«
[Jungkook]
„Was für eine offene Beziehung? Ich dachte ihr werdet heiraten, aber jetzt sagt ihr, ihr geht euch fremd? Ich dachte ich sei in einer normalen Familie", sagte ich und fühlte mich wirklich angeekelt von dieser ganzen Situation. Wenn es nach mir gehen würde, hätte ich meinen Koffer gepackt und wäre abgehauen, aber ich war angewiesen auf die beiden Personen vor mir.
„Nein, wir gehen uns ja nicht fremd. Deine Mutter hat sich einfach nicht mehr befriedigt genug gefühlt in unserer Beziehung und hat daher vorgeschlagen, dass wir sie öffnen und beide von uns sich anderweitig Partner suchen können, wir aber dennoch zusammenbleiben, weil es viel praktischer ist, wenn wir auch noch heiraten", erklärte Taehyung mir zwar, aber ich konnte und wollte es auch nicht verstehen.
„Also liebt ihr euch nicht mehr, aber bleibt zusammen, weil heiraten praktisch ist? Dabei habt ihr beide die ganze Zeit Partner gehabt, während ihr mir hier die heile Welt vorgespielt habt?", fragte ich nun, aber Taehyung schüttelte nur den Kopf. Während er wenigstens versuchte, mir auf die Sprünge zu helfen, stand meine Mutter die ganze Zeit nur wie angewurzelt da, mit ihrem Blick Löcher in die Luft guckend.
Für einen Augenblick lehnte ich mich ein wenig an die Lehne eines der Sofas, die wir hier hatten und versuchte mich zu beruhigen. Es war schon schlimm genug, dass meine Mutter eine Affäre zu jemandem hatte, der in meinem Alter und dazu ein Freund aus Schulzeiten war, aber dass die beiden mir die ganze Zeit über etwas vorgelogen hatten und so taten, als führten sie die perfekte Beziehung, obwohl sie anderweitig Partner hatten, weil sie sich dazu entschieden hatten das zu akzeptieren. Ich fühlte mich damit nicht wohl, auch wenn es mich kaum betraf.
„Anfangs war zwischen uns noch Liebe, aber deine Mutter hat diese glaube ich schnell verloren, weil sie nach dem Tod deines Vaters wohl nicht mehr dazu in der Lage war, sich auf eine wirkliche Beziehung einzulassen. Mir fiel es schwer, mich damit anzufreunden, aber ich habe es akzeptiert, um die Familie nicht zu ruinieren. Dazu habe ich bis zum heutigen Tag noch nicht einen anderen Partner gehabt, weil ich meine Moral nicht brechen möchte, auch, wenn es nur eine Zweckehe sein wird", erzählte der Ältere und seufzte leise. „Ich habe gewusst, dass du wirklich verrückte Fantasien hast Seol-Ji, aber findest du nicht auch, es ist komisch was mit den Freunden deines Sohnes anzufangen? Mich stört der Altersunterschied weniger als der Fakt, dass du mich hast einen unschuldigen Mann bezahlen lassen, der deinen Sohn hätte glücklich machen können, weil er zu alt sei, während du die König des Altersunterschieds bist!"
„Wie das hier klingt, gibst du mir allein die Schuld für alles. Das war ja mal wieder so klar, du übernimmst auch wirklich nie die Verantwortung", sagte meine Mutter nun. Auch wenn ich gerade auf Taehyung genauso wütend war wie auf meine Mutter, weil sie mir beide dieselbe Lüge aufgetischt hatten, konnte ich nicht einfach so hinnehmen, was sie zu ihm sagte. Bevor ich aber etwas einwenden konnte, hatte er bereits angefangen zu sprechen.
„Natürlich. Das sind dieselben Worte, die du jedes Mal gesagt hast, wenn wir diskutiert haben, weil du nicht akzeptieren kannst, dass du im Unrecht liegst. Ich war bereit dazu, dich zu heiraten, obwohl du mich nicht mehr liebtest und wolltest, dass wir eine offene Beziehung führen, um dich mit anderen zu vergnügen, aber dennoch sagst du, dass ich keine Verantwortung übernehmen kann. All die Zeit habe ich den besten Freund angelogen, den ich jemals hatte, meinen fast schon Stiefsohn, deinen Sohn. Wir haben ihm vorgespielt eine perfekte Familie zu sein, aber länger halte ich das nicht aus. Nicht, solang wir eine Lösung finden."
Taehyung verschwand einfach aus dem Wohnzimmer, aber weil es sich so anhörte, als würde er noch was sagen wollen, blieben meine Mutter und ich hier stehen, bis er dann tatsächlich wiederkam. Mit einer Tasche in seiner Hand.
„Weißt du, wofür ich diese Tasche benutzen werde? Ich werde jedes Bild, das wir jemals zusammen gemacht und ausgedruckt haben, jede noch so kleine Erinnerung, da reintun und diese Tasche immer über eine Flamme halten, bis du eine Entscheidung getroffen hast was für ein Leben du leben möchtest. Lang genug habe ich deine wilde Art ausgehalten, aber auch du bist nicht mehr in einem Alter, um zu leben wie eine Jugendliche. Die Entscheidung liegt bei dir. Ich werde dich in der Zeit nicht beeinflussen, denn ich ziehe aus", sagte er nun plötzlich, weshalb ich sofort die Augen aufriss und hastig den Kopf schüttelte.
„Feige! Vor deinen Problemen wegrennen, das tust du schon seit Jahren", entgegnete meine Mutter nur. Angewidert schaute ich diese Frau an, denn ich erkannte sie gar nicht mehr wieder und war mir auch nicht sicher, ob sie diejenige war, die mich mein ganzes Leben über großgezogen hatte.
„Komisch, dass du das sagst, hätte ich das all die Jahre nämlich wirklich getan, dann wäre ich schon lange nicht mehr hier, denn das einzige Problem, dass ich seit langer Zeit habe, bist du!"
Dann ging er auch schon. Ich hörte die Schlüssel und dann das Auto in der Garage. Somit hatte Taehyung uns nun verlassen. Meine Mutter - ja das konnte ich verstehen -, aber mich ließ er einfach so hier zurück. Bei dieser Frau, mit der ich mich wirklich schwierig tat, sie noch meine Mutter nennen zu können.
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Die Zeit verging schnell man, wir sind schon beim 20. Kapitel und es gibt noch kaum Spuren von Vkook hahahah, ich glaub ich habe das noch nie so lang ausgehalten, die beiden nicht zusammenkommen zu lassen uwu
Und ich wollte mich auch einfach mal für den ganzen Support bedanken! All die Kommentare, die jedes Kapitel kommen, machen mich so happy 🥺
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