»25«
[Jungkook]
„Sicher, dass das okay ist?", fragte ich und spielte dabei nervös mit meinen Fingern, welche zitterten. Nicht etwa, weil mir kalt war, da ich hier gerade nur in Unterwäsche in diesem ziemlich kalten Raum stand, sondern weil ich mich gleich vollkommen freizügig vor Taehyung zeigen würde, mit vollständiger Erregung.
„Es sind nur wir beide hier und diese Gemälde sind auch nur für mich. Mach dir keine Sorgen und zieh dich ganz aus, es ist hier alles professionell", erklärte mir der Ältere und gab mir ein stärkendes Lächeln, sodass ich nicht länger zögerte, meine beiden Daumen unter den Bund meiner Boxen gleiten ließ, diese somit von meinen Hüften streifte und meine Beine hinunterfallen ließ, dann abschüttelte.
Sein Blick lag auf mir, nicht auf meinem Gesicht sondern auf meinem entblößten Körper, die Augen leuchtend und ich sah auch, wie er einmal schwer schluckte. Mehrmals leckte Taehyung sich auch über seine Lippen, da diese ihm wohl zu trocken schienen, aber ich wusste, dass es einfach ein Zeichen dafür war, dass er genauso nervös war wie ich und somit bekam ich noch ein wenig mehr Mut, setzte mich auf den Sessel.
„Ehm, also...", fing er an zu sagen. Taehyung, der sonst eine solch tiefe und feste Stimme hatte, sprach gerade wohl aus purer Aufregung hinaus mit einer erhitzten und gar schon heiseren Stimme. „Hast du Titanic geschaut? Kannst du dich vielleicht ein wenig posieren?"
Mit einem leichten Nicken versuchte ich sofort eine Pose zu finden, in der ich mich wohl fühlen würde, solang der Mann mich malt, die aber auch gut aussehen würde, jedoch tat ich mich damit wirklich schwer und seufzte. Ohne weiteres stand Taehyung auf und trat zu mir. Er hielt seine Hand hin, schaute mich erwartend an, als würde er auf ein Zeichen warten, und dann nickte ich. Sofort spürte ich seine sanften Berührungen an mir, an meinen Beinen, meinem Oberkörper, meinen Armen und auch an meinem Kinn. Vor allem in diesem Moment spürte ich die dicke Luft, die Lust und die Leidenschaft im Raum, denn sobald unsere Blicke plötzlich aufeinander trafen, als er meinen Kopf ein wenig in eine Position bringen wollte, hatte ich das gefühlt, dass wir beide einen Stromschlag bekamen an der Stelle, an der er mich berührte.
„Versuch so zu bleiben", meinte er leise. Sofort schon setzte er sich zurück an seinen Platz, tauschte schnell die Leinwand aus und griff sich seine Farbpalette.
Wieder lag sein Blick auf mir, dieses Mal aber so viel intensiver, dass ich fast schon das Gefühl hatte, ein Kunstwerk zu sein, dass hier gerade gemalt wurde. Taehyungs Augen wanderten entlang meines Körpers, ich wusste dennoch nie wirklich, wie weit er mit dem Gemälde schon war oder was genau er gerade malte. Die ganze Zeit über raste mein Herz, es schlug beinahe so doll, dass mein ganzer Körper schon bebte und ich das Gefühl hatte, es würde mir jeden Moment aus der Brust springen.
„Du machst das wirklich gut, ich hab gewusst du bist der Richtige hierfür", kommentierte Taehyung nach einiger Zeit. Wie lang ich hier schon saß? Ich wusste es nicht. Vielleicht eine Stunde, aber mir war es die Zeit wert. Es war nicht unangenehm mehr, ganz im Gegenteil fühlte ich mich hier so wohl, ich genoss jede einzelne Sekunde dieses erotischen Moments, denn nie hatte ich eine solche Erotik gespürt und schon gar nicht mit einem Mann wie Taehyung.
Anders als zu Lächeln, konnte ich bei seinem Kompliment nicht, sodass sich ihm, sobald er meines sah, ebenfalls ein schwaches Grinsen auf die Lippen schlich. Dennoch blieb er fokussiert, schaute immer wieder von der Leinwand zu mir hin, pustete sich das eine Mal auch eine Strähne weg, die ihm ins Gesicht gefallen war.
Nie zuvor hatte ich ihn so gesehen, obwohl ich wusste, wie gut er alles machen konnte und wie vertieft er immer arbeitete. Taehyung sah aus wie ein richtiger Künstler, hatte ein wenig Farbe im Gesicht, überall an Händen und Armen und ebenfalls an dem weißen T-Shirt, das er Heute trug, welches ihm um die Brust herum ein wenig enger anlag, wegen seiner Muskeln. Allein dieser Anblick sorgte schon dafür, dass meine, von ihm für das Gemälde, gewollte Erregung nicht verschwand, aber letztendlich war es das Gesamtpaket, dass ich hier nackt vor dem Mann lag, den ich die letzten Jahre geliebt hatte und der mich gerade in diesem Zustand malte.
Es waren nun schon ungefähr drei Stunden vergangen, es war mitten in der Nacht und ich wurde schon ein wenig müde, aber an Schlaf konnte ich jetzt nicht denken. Ich hatte mich die ganze Zeit über auf Taehyung fokussiert, sein Gesicht und seine Hände, während er mich malte. Einmal ließ ich meinen Blick dann aber doch gleiten und sah, dass auch bei ihm sich etwas aufgestellt hatte, dass er versuchte mit seinem Shirt zu überdecken, aber ich konnte ganz genau erkennen, dass der Blondhaarige eine Erregung beim Anblick von mir bekommen hatte. Wieder lächelte ich leicht.
„Perfekt", sagte er leise und lehnte sich wohlig seufzend zurück, was das Zeichen dafür war, dass er das Gemälde fertig hatte. Sofort setzte ich mich auf und griff nach einem Bademantel, den er mir gebracht hatte, bevor ich mich vorhin ausgezogen hatte. Ich zog mir diesen an und ging dann hinter Taehyung, um mir das Gemälde von mir selbst anzuschauen.
„Das ist unglaublich", murmelte ich leise und musste plötzlich so breit Lächeln, während ich mir jedes einzelne Detail anschaute, dass er gemalt hatte. „Es ist wirklich so unglaublich gut", meinte ich und lehnte mich leicht vor, legte dabei meine Hände an Taes Schultern, beugte mich ein wenig über ihn rüber, sodass wir uns das Gemälde gemeinsam anschauten.
„Natürlich wird es bei einem Model wie dir so gut", bemerkte der Ältere leise und lachte verlegen. „Und bei einem so besonders guten Künstler wie dir", hing ich noch hinter und schaute zum Mann, der seinen Kopf zu mir drehte und mich ebenfalls anguckte.
Wie vorhin auch schon, war es wie ein Stromschlag bei unseren Berührungen, sobald unsere Blicke aufeinander trafen. Für einen Augenblick blieben wir auch ruhig und schaute uns nur an, dann wollten wir beide schon die Ruhe wieder brechen.
„Du hast-", sagte ich und hörte auf zu reden, da er „Weißt du-", im selben Moment sagte. „Red du."
„Du hast da ein wenig Farbe", sagte ich leise und leckte mir einmal über den Daumen, legte meine Hand dann an Taehyungs Wange, diese Farbe abzuwischen. In diesem Moment trat ich ihm dann auch ein wenig näher, um ganz genau sehen zu können, ob ich sie denn weggemacht hatte.
Das war so, weshalb ich mich wieder aufrecht hinstellen wollte, aber Tae ließ mir keine Chance, packte mich am Arm wieder zu sich herunter und presste seine Lippen auf die meinen, um uns in einem leidenschaftlichen Kuss zu verwickeln.
Ein Kuss, den ich mir schon so lang gewünscht hatte. Ein Kuss wie man ihn aus den Filmen kannte, laut und den ganzen Raum erhitzend, die Zeit still stehen lassend. Seine Hände wanderten direkt an meinen Nacken, ich wartete keine Sekunde weite und nahm Platz auf seinem Schoß, schlang meine Arme hinter seinem Nacken ineinander, um inniger in diesen Kuss zu gehen.
Ein Kuss, der nicht nur ein Kuss blieb. Ein Kuss, der zu viel mehr als nur einem Kuss wurde. Eine Nacht, in der ich meine Unschuld verlor, sie mir genommen wurde und ich sie weggegeben habe, an den Mann meiner Träume.
Ein Kuss in der Nacht in der ich zum ersten Mal in meinem Leben Sex hatte, und dann auch noch mit jemandem wie Kim Taehyung, der eigentlich mein Stiefvater werden sollte.
———
Wie ist das Meinungsbild? Nun wissen wir ja, dass die beiden es miteinander getrieben haben, also - soll ich beim morgigen Kapitel dann alles ausschreiben und das nächste Kapitel somit zu Smut machen?
Und surprise! Ein zweites Kapitel heute hehe :3
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