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[Taehyung]

„Oh Gott Herr Kim, wurden Sie angegriffen?", fragte meine Sekretärin mich am nächsten Morgen und schaute dabei erschrocken auf die Stelle an meinem Hals. Sofort schlich sich ein Grinsen auf meine Lippen, da es keine Verletzung war, sondern ein Knutschfleck, den Jungkook gestern Nacht an meinem Hals hinterlassen hatte, um der ganzen Welt mitzuteilen, dass ich nur ihm gehörte. Er natürlich nur mir, als habe auch ich meine Markierungen gesetzt. „Machen Sie sich keine Sorgen, ich habe nicht gekämpft, es ist keine Verletzung", versicherte ich der jungen Frau, die gerade einen Stapel aus Dokumenten auf meinen Tisch legte, sich dann für einen kurzen Augenblick nach vorn beugte, ehe sie mein Büro verließ, dabei die Tür hinter sich schließend.

Dass ich der Besitzer einer Firma war, wusste nun bereits die ganze Welt. Anders als in den meisten Fällen, war diese Firma nur durch mich zu dem geworden, was sie heute repräsentierte, hatte an Vermögen und Macht gewonnen, war im Großen und Ganzen meine vollständige Karriere, meine Mühe, mein Lebenswerk und meine Passion. Wir verkauften nichts, also nicht direkt, mehr oder weniger. Der Sinn meines Unternehmens war es, Leuten eine Möglichkeit zu bieten, auf die Beine zu kommen. So suchten wir oder bekamen die Anmeldungen, meist von Einzelpersonen mit einer Idee, gaben die nötigen Mittel und verdienten somit an deren Gewinn, je nach Lage bis zu vierzig Prozent davon und weil unter meinem Namen zur Zeit um die sechzig Firmen fungierten, waren die Einnahmen auch nicht gerade in einem geringen Bereich. So holte ich natürlich das Beste für mich selbst dabei raus, aber Tag auch denen etwas Gutes, die einen Traum, eine Idee und eine Hoffnung hatten.

Auch heute kamen wieder Anmeldungen mit Vorstellungen der Personen, die sie hatten und auch mit der Idee, welche ich prüfen und durchdenken musste. Vieles war nur ewige Hoffnung um das große Geld, selten hatten wir wirklich etwas dabei, dass ohne viel Arbeit direkt die Zulassung bekam, aber heute war das anders, denn direkt schon sah ich drei Bewerber, die eine vollkommen durchdachte, geplante und durchgerechnete Idee lieferten, um ein Produkt, welches sie entwickelt hatten. Mein Interesse darin stieg natürlich sofort, da der Gewinn dieses Produkts auch meinen Gewinn bedeuten würde.

Ein Problem gab es dabei aber, denn ich sah, der Vorschlag der drei Personen kam nicht nur von irgendwelchen Fremden, naja, nur die eine Person kannte ich. Nicht nur kannte ich diese Person, sondern wusste ich gleichzeitig auch alles über sie, jedes noch so kleine Detail. So zögerte ich nicht länger, griff nach meinem Handy, wählte die Nummer und rief an, musste kurz dem Läuten zuhören, ehe der junge Mann an sein Handy ging und ab nahm.

„Taehyung? Wieso rufst du mich zu solcher Zeit an? Du weißt, dass ich gerade in der Uni in einer Vorlesung bin", waren die ersten Worte meines Verlobten, am anderen Ende der Leitung. Nicht allzu begeistert gab ich ihm eine einfache Antwort. „Ich erwarte dich, Eunbi und Chorin in spätestens einer Stunde in meinem Büro, ohne Verspätung bitte."

Ohne Weiteres legte ich dann auch auf, da es so ernst wie nur möglich klingen sollte, damit sie drei auch wirklich keine Sekunde zu spät kommen würden. Zwar kannte ich sie beim Namen, da Jungkook öfter mal was von ihnen erzählt, wirklich kennenlernen konnte ich die beiden Freunde des Braunhaarigen bisher aber noch nicht. Wichtig waren sie gerade nicht, denn ich hatte das Hühnchen eher mit meinem Freund zu rupfen, der, zu seinem Glück, tatsächlich rechtzeitig, auch mit seinen zwei Freundinnen, bei mir im Büro ankam, begleitet von meiner Sekretärin.

„Schön, dass ihr es so schnell machen konntet", sagte ich, würdigte sie keines Blickes, da ich mich auf die Papiere in meiner Hand konzentrierte, weil es wichtige Dokumente waren, die in chronologischer Ordnung gelesen und unterzeichnet werden mussten. „Ich habe mir euren Vorschlag angeschaut und schnell den Entschluss getroffen, euch bei uns aufzunehmen, die Vermarktung und Produktion eurer Idee zu unterstützen. Da ihr euch hier gezielt beworben habt, denke ich, kennt ihr die Regeln und wisst auch, dass je nach eingebrachten Gewinn, bis zu vierzig Prozent an die Firma abgegeben werden muss, ihr einen Vertrag unterzeichnet, der euch an uns bindet und ihr euch somit mindestens fünf Jahre lang in Partnerschaft mit KimTae Co. befinden werdet."

Da nach meinen Worten eine einzige Stille eintrat, hob ich nun zum ersten Mal den Blick und schaute über den Rand meinen Brille hinauf zu den drei fast noch jugendlich wirkenden Erwachsenen, die mich vollkommen verloren musterten, wohl nicht wussten, was sie zu sagen hatten.

„Eurem Schweigen zu Folge, scheint das wohl doch nicht der Fall zu sein, also würde ich empfehlen, dass ihr, ich habe jedem eine Kopie gemacht, den Vertrag mit Nachhause nehmt und ihn euch in Ruhe durchlest, bei fragen dann Kontakt zu meiner Sekretärin aufnehmt, welche euch alles beantworten werden kann. Ich bin ein sehr beschäftigter Mann, somit habe ich nicht viel Zeit, weshalb ich euch drum bitte wieder zu gehen", meinte ich und richtete meine Brille einmal mit meinem Zeigefinger. „Herr Jeon? Sie bleiben bitte noch hier."

Einige verwirrte Blicke tauschten die Freunde aus, Jungkook natürlich eher weniger, da er dachte ich würde ihn hier behalten wollten, weil er eben mein Verlobter war, aber meine Absichten waren andere, als dass er dachte, dass sie es waren.

„Ich bin enttäuscht Jungkook", sagte ich leise, als wir dann alleine waren. „Nicht nur, sondern bin ich auch wütend auf dich, sehr sogar. Wie wirst du das bloß wieder gut machen?"

———
Wieso er wohl wütend ist?

Und omg ich hatte es so schwer dieses Kapitel zu schreiben, da ich an so einem Ding hänge, welches alle Fünfzehn Minuten meinen Blutdruck misst. Es schränkt mich so sehr ein dkwbsbdjdj

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