»9«
[Jungkook]
Ja. Taehyung hatte es tatsächlich geschafft, unseren Konflikt von vorgestern zu lösen. Aber er schuf einen Neuen, einen so viel Schlimmeren.
„Na guten Morgen! Du bist heute ja früh wach", hörte ich die Stimme meiner Mutter plötzlich hinter mir sagen, da ich gerade in der Küche stand und mir einen heißen Kakao machte. Sie schlang ihre Arme um mich herum und drückte mich ganz feste, küsste meinen Kopf auch einmal. „Es freut mich wirklich, dass Taehyung und du euch wieder vertragen habt. Mein Herz schmerzte, als ich euch gestern sah. In all den Jahren gab es nie einen Streit zwischen euch, ihr habt euch einfach von Anfang an so gut verstanden, dass ich manchmal fast schon das Gefühl bekam, ihr würdet euch mehr lieben als dass ihr mich liebt!"
„Was? Niemals würden wir uns gegenseitig mehr lieben als dich, schließlich bist du die starke Frau, die diese Familie auf die Beine gebracht hat!", sagte nun Taehyung, der gerade in die Küche kam. Er nutzte den Moment wohl gut aus, um mir mein Leben wieder etwas schwieriger zu machen, denn er umarmte meine Mutter von hinten, die mich noch immer in ihren Armen hielt, wodurch seine Hände an meinem Körper, genauer gesagt an meiner Taille, lagen.
Sofort zog ich den Atem scharf ein und versuchte nicht gleich zusammen zu brechen, auch wenn er es mir wirklich schwer machte, da er hin und wieder mal leicht zudrückte. Zu meinem Glück aber, löste meine Mutter sich von mir und ich wurde befreit.
Mit der Tasse in meiner Hand, wollte ich daher schnell einfach wieder nach oben in mein Zimmer rennen, um dort meine Ruhe vor Taehyung zu haben, der nicht nur mein Herz komplett verwirrte, sondern auch meine Vernunft durcheinander brachte, denn nach dem, was er gestern sagte, erwischte ich mehrmals dabei, wie meine rationalen Gedanken mich dazu bringen wollten, etwas Falsches und zugleich Schmutziges zu tun, das ich letztendlich sehr bereuen werden würde, da ich damit in ein Verhältnis mit meinem baldigen Stiefvater kommen würde, welches mir nichts zu Gute bringen würde, die Familie und am allerwichtigsten auch meine Mutter ruinieren würde, die jeden Tag so viel arbeitete, um mir ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen und mir keine Grenzen setzen zu müssen.
Aber gleichzeitig war Taehyung auch einfach Alles, was ich mir jemals erträumen konnte und auch nur einmal von ihm berührt zu werden, war mir schon genug.
Ich wusste ehrlich gesagt auch gar nicht, woher ich die Sicherheit bekam, dass das, was er sagte, überhaupt ernst meinte. Vielleicht war er doch ein böser Mann, lachte über mich und nicht mit mir, und verarschte mich gestern Abend aufs Neue, um sich weiter über mich lustig machen zu können. Ach, was weiß ich schon?
„Na Na Na, junger Mann, du bleibst schön hier und frühstückst mit uns", sagte meine Mutter und zog mich an der Kapuze meines Pullovers wieder zurück. Seufzend setzte ich mich nach ihrem Wunsch an den Tisch, gegenüber von Taehyung, der seinen Blick sofort auf mich setzte und seine Mundwinkel zu einem sehr leichten Grinsen geformt hatte. „Pfannkuchen?"
Ich nickte nur leicht. Sie ging wieder in die Küche und ich hörte, dass sie dort anfing, irgendwas zu machen, während ich hier allein mit ihrem Verlobten saß, der eine wirklich komische Anziehung zu mir zu haben schien.
„Schau mich nicht so doof an", murmelte ich nur und fing an, meinen Kakao zu trinken. Tae lachte nur.
„Seit zwei Tagen schaust du aus wie eine beleidigte Leberwurst, du bist so süß!", erwiderte er und aus diesem dreckigen Grinsen wurde ein herzlichen Lächeln. Ich konnte nicht leugnen, dass es mich regelrecht freute, das zu sehen, denn es zeigte mir, dass er noch nicht verrückt geworden war und mich gestern wohlmöglich nur ärgerte.
Auch ich wollte nicht, dass zwischen Taehyung und mir das Verhältnis brechen oder komisch werden würde, weshalb ich mich dafür einsetzen musste, dass wieder auf einen Nenner kommen würden. Aber vorher wollte ich wissen, wie er das gestern meinte, weshalb ich meinen ganzen Mut zusammen nahm, um ihm eine ganz bestimmte Frage zu stellen.
„Ich nehme das Angebot von gestern an!", sagte ich geradewegs heraus. Aber er hörte mich nicht, denn meine Mutter schaltete den Mixer an, um den Teig für die Pfannkuchen vorzubereiten. Dann war es wieder ruhig.
„Was hast du gerade gesagt? Ich hab dich nicht richtig verstanden", meinte Taehyung. Ich hatte ehrlich gehofft, dass er das sagen würde, denn für einen Augenblick hatte ich die Befürchtung, dass der Mixer nicht laut genug gewesen war, um meine Frage zu übertönen, die ich nun bereute.
„Ah, ich hab nur gefragt, ob du heute zur Arbeit musst", antwortete ich. Mein Gegenüber lächelte jetzt wieder.
„Und wieso das? Willst du etwas was mit mir unternehmen? Wenn ja, dann nehme ich dein Angebot hiermit gerne an! Ich habe auch schon eine perfekte Idee!", sagte er sofort. Nun grinste er wieder.
Damit meine Mutter es nicht hören würde, so dachte ich, beugte er sich vor, fast schon wie er es gestern getan hatte, und flüsterte mir ins Ohr.
„Dafür muss deine Mutter aber weg, denn ich bin mir sicher, ihr wird nicht gefallen, was ich mit dir anstellen werde", flüsterte er ganz leise und ließ mit diesen Worten eine Gänsehaut auf meiner Haut los.
Weiterhin grinsend, aber so tuend, als sei nichts gewesen, setzte er sich wieder hin und trank seinen Kaffee, lächelte dann meine Mutter an, die mit einigen Tellern zu uns kam.
Taehyung, was führst du nur im Schilde?
———
Was glaubt ihr, hat Taehyung zur Unternehmung geplant? Etwas das... you know... 😱
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen4U.Com