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»8«

[Jungkook]

Wir frühstückten am nächsten Tag zu verschiedenen Zeiten, sprachen nicht zueinander, auch wenn Taehyung immer wieder versuchte ein Gespräch anzufangen, jedoch ging ich ihm so gut es nur ging aus dem Weg, bis er letztendlich zur Arbeit musste und ich so dann auch meine Ruhe hatte. Natürlich war es nicht leicht für mich, ihn nicht einmal anzuschauen, aber nachdem er mich gestern dabei erwischt hatte, wie ich mich auf einem Bild von ihm selbst befriedigt hatte und er mich letztendlich auch noch auslachte, wollte ich einfach nicht mehr in die Augen dieses Mannes schauen, der mir mein Herz jeden Tag aufs Neue brach.

Nicht einmal als meine Mutter am Abend wiederkam und wir zusammen im Wohnzimmer saßen, da es Zeit dazu war, die Weihnachtsgeschenke auszutauschen, schaute ich zu Taehyung. Mit einem ganz leisen „Danke", bedankte ich mich bei ihm für die Uhr, das neue Handy und die neue Konsole, die er mir schenkte. Von meiner Mutter kriegte ich einiges an Kleidung, aus neuen Kollektionen und außerdem auch ein Sparbuch, auch sich einiges an Geld befand.

Es war kalt, draußen wie auch drinnen. Die Atmosphäre war wirklich unangenehm und außer den Beiden, sprach kaum einer wirklich. Es lief auch keine Musik, wie sonst jedes Jahr, keine Filme wurden geschaut und auch das Essen hielt sich nur kurz. Das war keinesfalls ein Weihnachten meiner Familie, so entfremdet und anders. Und ich gab allein mir die Schuld dafür, denn ich war es, der sich unbedingt in Taehyung verlieben musste, den meine Mutter doch so liebte. Zwar wusste keiner es, so dachte ich, dennoch sorgte es für genügend Spannung und Probleme.

„Ich geh hoch", sagte ich und stand vom Tisch auf. Bevor ich mich auf den Weg machte, sah ich noch, wie Taehyung meine Mutter mich besorgt anschauten, jedoch war mir das vollkommen egal, weshalb ich kurze Zeit später auch ganz entspannt wieder in meinem Bett lag, das Handy in meiner und durch TikTok scrollend. Tatsächlich verbrachte ich die nächsten drei Stunden darauf, die sich aber anfühlten wie nur wenige Minuten.

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es bereits kurz nach elf war. Zwar hatte ich morgen nichts vor und normalerweise blieb ich auch länger wach, aber heute fühlte ich mich so müde, weshalb ich mein Handy beiseite und gerade das Licht auf meinem Nachttisch ausmachen wollte, als es dann an meiner Tür klopfte.

„Ich schlafe", meinte ich nur, aber natürlich wurde darauf nicht gehört. Dann kam Taehyung auch schon in mein Zimmer, mit einem weiterhin so besorgten Blick und setzte sich zu mir an den Rand des Bettes.

„Mir ist bewusst, ich bin der Letzte, den du gerade sehen möchtest, aber ich mag es nicht, wenn wir beide uns nicht verstehen", fing er an zu sagen. Ich hatte die Decke einfach über meinen Kopf gezogen und hörte zu, sagte selber aber kein einziges Wort. „Du sollst wissen, dass das gestern wieder vergessen ist. Ich habe nichts gesehen und nichts gehört. Und dass ich gelacht habe, war auch nicht böse gemeint, auf keinen Fall würde ich dich jemals auslachen oder etwas böse meinen. Du bist mein kleiner Junge und bald mein Stiefsohn, ich würde dich also niemals verletzen wollen."

„Aber du hast es getan! Natürlich hast du mich ausgelacht! Wieso sonst hast du gestern gelacht? Weil du plötzlich einen lustigen Gedanken hattest? Niemals! Du hast mich in einer so unangenehmen Situation erwischt und mich ausgelacht, vom ganzen Herzen", entgegnete ich sofort und setzte mich rasch auf, sodass ich nun in dieses so wunderschöne, braune Augenpaar schaute. Für einen Augenblick blieb es wieder ruhig und wir schauten uns nur an, wobei ich mich immer unwohler fühlte. „Wieso musst du da jetzt so herauf rumreiten? Kannst du mich nicht einfach alleine lassen? Ich sagte doch, ich schlafe."

„Du kannst deinen Problemen nicht immer einfach so aus dem Weg gehen, das ist keine Lösung", erwiderte der Ältere und seufzte. „Ich habe dir heute schöne und teure Sachen geschenkt, aber es kam nur ein leises ‚Danke' von dir. Aber am Schlimmsten ist ja, dass du dich deiner Mutter gegenüber nicht respektvoll verhältst. Sei wütend auf mich, aber ziehe sie bitte nicht mit da rein, wenn sie nichts damit zu tun hat", bat er mich. Er legte seine Hand auf meine Schulter. „Wieso denkst du, dass ich dich ausgelacht habe? Was du gestern getan hast, ist etwas Menschliches und nichts, wofür du dich schämen solltest. Ich lachte eigentlich mit dir, nicht über dich."

„Mit mir?", fragte ich leise nach. „Was war denn so lustig?"

„Wie drücke ich mich da am Besten aus?", fragte er sich selbst und wandte seinen Blick von mir ab, tat so als würde er scharf nachdenken. „Du standest plötzlich mit Sperma an beiden Händen vor mir, du hattest Sachen im Badezimmer umgehauen und es lag dein Handy mit einem Bild von mir direkt vor meinen Füßen. Ich konnte mich da wirklich nicht zurückhalten! Deine Mutter wartet gerade im Schlafzimmer auf mich und darauf, dass ich zurückkomme und ihr sage, zwischen uns ist alles wieder gut."

„Du machst das Alles gerade nicht besser. Geh einfach", meinte ich und wollte ihn von meinem Bett schubsen, jedoch griff er nach meinen Handgelenken, sobald ich meine Arme nur hob, und zog mich daran dicht an sich, sodass er mir problemlos ins Ohr flüstern konnte.

„Nächstes Mal stehe ich dir gern als Hilfe bei, ja?", meinte er ganz leiste und löste sich dann von mir, stand von meinem Bett auf, zwinkerte grinsend und verschwand einfach aus meinem Zimmer, ließ mich somit vollkommen perplex hier zurück.

———
Tae ist ein Schlingel :p

Glaubt ihr die beiden werden bald richtig loslegen? Oder ärgere ich euch nur? :o

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