【Chapter 17】
Der Fußmarsch gestaltete sich mit der Zeit, über den gesamten Tag verteilt, als eine allmähliche Herausforderung des gedächtnislosen Jungen, der zwanghaft versuchte, das Tempo von Taehyung aufrecht zu erhalten. Seine körperliche Kondition war den gesamten Tag schon erschöpft und mit seinen Gedanken war er weit weg von dem Ort, an dem sie eigentlich sein sollten.
Er machte sich ungemeine Sorgen, immerhin gedeihte er nach wie vor die panische Angst, etwas mit dem Verschwinden von Taehyung's Bruder zutun zu haben und auch, wenn er nicht unter einer Hysterie litt, pochte sein Herz wie wild gegen seine Brust und er musste konsterniert feststellten, wie sehr ihn das doch debitierte.
Taehyung hatte ihm zwar oftmals versucht einzureden, dass er an seine Unschuld glaubte und sich nicht vorstellen konnte, dass er ein erzböser Mensch war oder mit frevelhaftem Leichtsinn handeln würde, doch das wirkte sich auf den unsicheren Jungen nur bedingt aus und er konnte an nichts anderes mehr denken.
"Denkst du, Yoongi wird uns weiterhelfen können? Er kann doch unmöglich wissen, wie der Zusammenhang zwischen den beiden Ketten war", versuchte Kook ein Gespräch zu beginnen und blickte zu Taehyung, der zielsicher und starr nach vorne blickte, den Weg mit einer Menge Zuversicht hinter sich brachte.
"Na ja, vielleicht kann er die Technologie dort nutzen, um sie zu scannen und zu schauen, ob die beiden Fragmente eine Gemeinsamkeit haben. Impraktikabel ist es keineswegs, der Fortschritt sollte uns das erlauben, also müssen wir einfach das Beste hoffen", erklärte er dem Braunhaarigen, ohne ihn dabei auch nur anzusehen.
Stumm liefen die beiden also weiter, sie sprachen kein weiteres Wort mehr miteinander und für den Braunhaarigen war sicher, dass die Enthüllung dieser Fragmente auch etwas mehr Klarheit über seine Identität, vielleicht auch nur über ein Proprium seinerselbst geben würde und demnach war er schon aufgeregt, was die Analyse ergeben würde.
Den kleinen Anstieg bewältigend bemerkte Kook wieder mal die Schmerzen in seinen Beinen, die Sonne hingegen neigte sich langsam im Westen dem Untergang und nahm diesem Dorf das nötige Licht, während die verschiedenen Straßenlaternen bereits anfingen zu flackern und sich auf ihren Einsatz vorbereiteten - das Dorf würde niemals in kompletter Finsternis versinken.
Die beiden kamen gemeinsam vor der Zentrale an und Taehyung verschaffte ihnen Eintritt, trappte als erster voraus und befahl Kook per Handgeste, stumm hinter ihm her zugehen und keinen Mucks von sich zu geben. Das Sicherheitssystem am Abend könnte eine fremde Stimme als Warnung erkennen, darum mussten sie sich wohl noch kümmern znd Taehyung würde diese Sache gleich weiterleiten.
So dauerte es aber nicht unsagbar lange, da kamen sie wieder in dem Hauptraum an und Kook kam die Erinnerung an diesen bemantelten Mann aus Yixing's Erzählung hoch. Dieser Typ, der die Ruinen attackierte und eventuell sogar ein bestialischer Mörder war, der die innere Panik in Kook wieder ins Leben rufte.
Irgendwas in seinem Inneren schrie nach Flucht.
Taehyung ging für einen kurzen Moment zu dem Chef, um ihm die Information über den Stimmerkenner zu übermitteln und führte Kook dann zu dem Zimmer von Yoongi, in dem er seinen Namen und eine Teilidentität bekam.
Sie klopften an der Tür und wurden dann nach innen gebeten, so öffnete Taehyung die Tür und das wissenschaftlich eingerichtete Zimmer von Yoongi in all seiner Frugalität ergab sich den beiden zum Anblicken. Suchend ließen beide ihren Blick umhergleiten und der erste, der einen Schritt in das anarchische Zimmer wagte, war niemand anderes als Taehyung, der mit einem tiefen Seufzer die ersten Schritte nach vorne ging und sein Blick verblüfft in Richtung des Schreibtisches huschte.
"Yoongi?", entwich es dann irritiert seinen Lippen, als er die Gestalt des Angesprochen halb auf dem Tisch gelegt vorfand. Ein gleichmäßiges Heben und Senken seiner Brust war sichtbar und es war ganz klar, dass Yoongi dort gerade ein Nickerchen machte und von der Präsenz der beiden überhaupt nichts mitbekam.
Taehyung schüttelte nur amüsiert schnaufend den Kopf und begann den schlafenden Körper des Techno-Freaks zu schütteln, sodass dieser die beiden wieder mit seiner geistlichen Anwesenheit beehren konnte.
"Meine Güte, Taehyung! Lass mich doch einfach mal schlafen", grummelte dieser dann, ohne überhaupt die Augen zu öffnen und der Angesprochene konnte nicht anders, als kurz aufzulachen und dann zu kontern.
"Schlafen kannst du Zuhause, du Pappnase", erwiderte er und schlug Yoongi einmal grinsend mit der Handfläche in den Nacken, sodass ein lautes Klatschen den Raum erfüllte und Kook zeitgleich besorgt und erschrocken zu dem Ursprung des Geräusches blickte.
Ein tiefes Durchatmen war dann zu hören, Taehyung ging auf Abstand und lief ein paar Schritte nach hinten, während Yoongi seine Hand zur Faust ballte und mit ihr auf den Schreibtisch schlug.
"Taehyung!", entwich es bedrohlich seinen Lippen und seine Stimme klang dabei gefühlte zehn Oktaven niedriger als sonst, der Zorn begann sich in seinen Augen zu spiegeln, als er diese öffnete und mit wütendem Blick seinen Peiniger suchte.
"Du bist sowas von tot!", drohte er ihm weiter und stand langsam von seinem Platz aus, nur um auf Taehyung zuzulaufen und ihmn am Kragen zu packen.
"H-Hey, kommt wieder r-runter", kam es dann leise wispernd von Kook, der den angespannten Arm von Yoongi packte und ihm flehend in die Augen blickte, da er diese Art von Gewalt nicht sehen oder gebrauchen konnte.
Eine Zeit lang starrten die beiden sich nur in die Augen, während Taehyung das Ganze offenbar kaum zu interessieren schien, doch Yoongi ließ zischend von dem Jüngeren ab, ganz so wie er es erwartet hatte.
"Also, was habt ihr hier verloren?", wollte er dann von den beiden wissen, jedoch war sein Gemüt noch lange nicht abgekühlt.
Taehyung begann ihm dann den Sachverhalt mit den beiden Fragmenten zu erklären, Kook gab ihm diese dann in die Hand und er erklärte ihnen, dass es eine Zeit in Anspruch nehmen könnte, sie zu analysieren.
"Ihr könnt sie morgen abholen kommen, bis dahin bin ich fertig", meinte er dann zu den beiden und legte sie vorsichtig auf die Platte seines Schreibtisches.
"Und du nickst sicher nicht wieder weg? Sollen wir dir vielleicht ein wenig Gesellschaft leisten?", kam es kichernd und provokant von Taehyung, Yoongi hingegen wirkte keineswegs erfreut über diese Fragen und zog seine Augenbrauen zusammen.
"Wenn du nicht augenblicklich von hier verschwindest, Kim Taehyung, bist du ein toter Mann!", konterte der Älteste dann und symbolisierte den beiden damit, nun am besten wieder zu verschwinden.
Die beiden verließen den Raum, nachdem sie sich noch mal bedankt und verabschiedet hatten, folgten dann dem Weg nach draußen und anschließend zu Taehyung nach Hause.
"Ist er jetzt sauer auf dich?", fragte Kook dann an den Schwarzhaarigen gerichtet und blickte ihn besorgt an. Doch der Angesprochene schüttelte seinen Kopf und gab Kook damit keinen Grund zur Sorge.
"Keine Sorge, sowas ist bei uns beiden normal und auch, wenn wir den jeweils anderen manchmal am liebsten schlachten würden - na ja, meistens er mich - können wir uns trotzdem immer aufeinander verlassen."
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Idk ob ich den gerissenen Taehyung, den enervierten Yoongi oder den herzensguten Kook in diesem Chap stanen soll 💔
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