【Chapter 26】
"Jung...kook", wiederholte der Angesprochene irritiert und blickte zu ihrem maskierten Angreifer.
"Wovon sprichst du?", schrie Taehyung wütend und ballte seine Hand wieder zur Faust, war bereit, sich in den nächsten Kampf zu werfen, egal wie verbissen dieser sein würde.
"Halt dich da raus!" Die finstere Stimme des Angreifers klang noch viel bedrohlicher und zorniger, als würde er jeden Augenblick die Kontrolle über sich selbst verlieren, aber er war Herr über alles was er sagte und tat.
"Jungkook, sieh mich an... das kann nicht sein! Wie kannst du noch am leben sein?", wurde wieder einmal der ahnungslose Braunhaarige angesprochen, der mit der Situation offenbar aber mehr als nur überfordert war. Denn in seinen Gedanken herrschte ein regelrechtes Chaos, der Name war für ihn wie ein komplett neues Puzzleteil ㅡ wie ein Schlüssel, der dieses Wirr an Wurzeln anfing zu lösen, das seine Gedanken und Erinnerungen versperrte.
Und trotzdem konnte er nichts mit dem Namen anfangen, er wusste nicht um seine Identität und er wusste auch nicht, was es mit ihrem Gegenüber auf sich hatte. Er wusste nicht, was seine Mission war und er wusste den Grund für sein Dasein nicht, alles was er wusste war die Tatsache, dass er ahnungslos war und alleine ein nichts.
Er schüttelte verzweifelt den Kopf und hielt sich diesen, als dieser begann zu dröhnen und ein Zischen verließ verächtlich seine Lippen, er ging in die Knie und legte seine Stirn an dem kalten Gesteinsboden ab.
"Wer auch immer du bist, du verschwindest lieber von hier, bevor ich dich eigenhändig erledige!", drohte Taehyung mit gefletschten Zähnen und wildem Ausdruck in den Augen.
"Mich töten? Nein, nicht bevor ich meine Mission nicht vollendet habe. Du wirst mein Leben nicht beenden, bevor ich dem Sinn meiner Existenz nachgekommen bin", erwiderte er felsenfest, als hätte er sein Ziel klar vor Augen und als wüsste er genau, was für das Schicksal dieser Welt von Bedeutung war.
Nur kreiste in Taehyungs Kopf die Frage, was das für eine Mission war, wenn sie die heiligen Fragmente dieser Ruinen erforderten und außerdem wunderte er sich nach wie vor, was es mit Jungkook und diesem Maskierten auf sich hatte, viel mehr aber wüsste er gerne, woher er den Braunhaarigen kannte.
"Jungkook sollte nicht mehr leben, wieso also?", hörte man den Feind fluchen und mit der Zunge schnalzen,
Taehyung beaugte das mit Skepsis, doch trotzdem packte ihn auch die Neugier und er wollte gerne wissen, was es mit alldem auf sich hatte, vor allem mit der Jagd nach Fragmenten. Viel wichtiger war aber gerade Jungkooks Zustand, der mehr als nur beängstigend war.
Und noch ehe Taehyung richtig reagieren konnte, was sein Feind wieder auf ihn losgegangen und versuchte ihn zu überrumpeln, damit er an ihm vorbei zu dem Fragment und zu Jungkook konnte. Taehyung war ihm ein Dorn im Auge und diesen galt es zu beseitigen, doch der Schwarzhaarige gab nicht kleinbei und wehrte sich gegen die Angriffe.
"Die närrischen Aktionen von euch werden die Welt noch ins Unheil stürzen, ihr habt keine Ahnung von dem, was ihr tut!", brachte der Maskierte fast schon spuckend und ächzend zwischen seinen Lippen hervor.
Und diese Aussage sorgte dafür, dass Taehyung für einen kleinen Moment, der vielleicht nur für den Bruchteil einer Sekunde anhielt, unachtsam wurde und seinem Gegner damit die Chance gab, ihn zu überrumpeln. Er platzierte seinen Arm über dem Körper von Taehyung und umschloss diesen damit, sein linkes Bein fand Platz hinter dem Bein von Taehyung, um ihm damit im selben Moment den Halt zu nehmen, als er Druck ausübte und dem Schwarzhaarigen damit dann den Boden unter den Füßen nahm; ihn anschließend dann hart zu Boden schmetterte.
Das Knacken von Knochen drang in das Gehör von Jungkook und ließ diesen einen Moment aufschrecken, als eine Gänsehaut sich auf seinem Körper platzierte. Taehyung hingegen verspürte starke Schmerzen an seinem Rücken und war nicht mehr in der Lage sich zu regen.
Verdammt schoss es durch seine Gedanken, denn seine Unachtsamkeit hatten dafür gesorgt, dass sie nun einen gravierenden Nachteil hatten und er den Angreifer nicht mehr von seinem Vorhaben abbringen konnte.
Dieser bewegte sich auf den am Boden kauernden Jungkook zu und hatte einen undeutbaren Gesichtsausdruck, Taehyung brüllte ihm hinterher, dass er ihm ja kein Haar krümmen sollte, aber gleichzeitig fühlte er sich von der Verzweiflung übermahnt und nutzlos. Ihm wurde bewusst, wie schwach er war und dass dies das Ende sein konnte.
"Jungkook", flüsterte der Fremde leise und beugte sich zu dem Angesprochenen herunter. Kurz darauf herrschte Blickkontakt zwischen den beiden und das schnell rasende Herz von dem Braunhaarigen begann sich zu beruhigen, je länger die zwei sich stumm in die Augen schauten.
"Du hast deine Erinnerungen verloren", entwich es seinen Lippen, als er diese erschreckende Erkenntnis machte und es wirbelte seine Gedanken auf.
Seufzend erhob er sich wieder und entfernte sich von Jungkook, der sich bisher noch immer kaum geregt hatte. Er bewegte sich auf die Wand mit den heiligen Artefakten zu und betrachtete diese schmunzelnd. Jedoch dauerte es nicht lange, bis er das kleine Fragment entdeckte, welches entgegen all der anderen Dinge entnehmbar war. Warum das so war, wusste keiner, aber er war drauf und dran sich dieses Bruchteil zu schnappen.
"Finger weg!", hörte man Taehyung wütend rufen, doch den Maskierten ließ das kalt.
Doch auf einmal hielt er in seinem Tun inne, als er eine Hand um sein Handgelenk spürte und sein Blick daraufhin Jungkook erhaschte, der versuchte ihn von seiner Tag abzuhalten, obwohl er noch immer starke Schmerzen hatte.
"Lass los, Jungkook", sagte er kalt und riss sich von dem Braunhaarigen los, dieser konnte nichts weiter tun, als dann zuzusehen, wie der Fremde sich wieder der Wand vor ihnen widmete.
"Denkst du, du tust der Welt einen gefallen, indem du sie zerstörst? Weißt du was passiert, wenn du weiter machst wie bisher?", vernahm man auf einmal die schwache Stimme von Jungkook, der versuchte den Blickkontakt zu dem Angesprochenen wieder herzustellen.
"Was weißt du schon?", blaffte er zurück und sah fast schon verächtlich nach unten, obwohl er soviel Hass gar nicht aufbringen konnte.
"Ich weiß, dass deine Aktionen nicht gut sind; du verletzt Leute und mischst dich in Dinge ein, die man lieber ruhen lassen sollte." Die Stimme von Jungkook wurde immer fester und er verstand selbst nicht, woher der plötzliche Strom an Wörtern kam.
"Du weißt nichts, außer das, was man dir gesagt hat. Du weißt nicht, ob die Götter existieren und du weißt nicht, ob es das Schicksal gibt, alles was du denkst zu wissen ist nicht das, was du mit eigenen Augen gesehen hast, sondern das, was dir gesagt wurde. Ich habe es gesehen, erlebt. Du hast deine Erinnerungen verloren und stützt dich auf Dinge, die dir gesagt wurden, dabei solltest du es eigentlich besser wissen." Kam die Antwort aus dem Maskierten geschossen und Jungkook war unfähig darauf zu antworten, die Worte hallten ihm im Kopf wieder und er musste erst über jedes davon nachdenken. Denn eigentlich... hatte er recht.
Zischend wand er sich wieder ab und wollte sich nun endgültig das schnappen, wofür er ursprünglich hergekommen war und das war das Fragment. Doch als sein Finger den ersten Kontakt damit machte, begann ein grelles Licht die Ruine zu erhellen und alle Anwesenden wurden in etwas gehüllt, das ihnen alle Sinne nahm.
"Verdammt!"
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Danke für die 2k hier ❤
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