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【Chapter 37】

Das mulmige Gefühl brodelte in Taehyung, während die beiden dem Fest immer weiter den Rücken zukehrten und sich damit von all denjenigen abgrenzten, die ihnen in einer brenzlichen Situation helfen konnten. Sie alle waren abgelenkt durch das Fest und genau deshalb war das der perfekte Moment für einen Angriff und umso gefährlicher für die beiden, da sie nun voll und ganz auf sich gestellt waren.

Sie hatten es nicht mehr weit bis zur Ruine und viele verschiedene Gedanken schossen durch den Kopf von Jungkook, dennoch verließ kein einziger Mucks seine Lippen, denn er wusste sie nicht in Worte zu verpacken. Er spürte ein Gefühl von ihnen ausgehen und dieses warnte ihn vor einer Gefahr, er war sich bewusst, dass sie dort drinnen auf etwas treffen würden und sei es auch nur das Fragment, das eventuell neue Erinnerungen erwecken würde.

Sie erblickten den Eingang der Höhle und die felsige Umgebung, Taehyung inspizierte den Boden und erblickte Fußspuren, weshalb er seine Augenbrauen zusammenpfetzte und brummte. "Was ist los?", fragte Jungkook, dem die ernste Miene seines Partners nicht entgangen war und stellte sich neben ihn, um auch das zu erblicken, was ihn so berunruhigt hatte. Er verstand sofort, worauf der Schwarzhaarige hinaus wollte, ohne dass er auch nur den Hauch einer Antwort liefern musste.

"Wir sind wohl nicht alleine", wisperte Jungkook leise und atmete einmal tief durch, seine Gedanken waren urplötzlich wie leer gefegt und all das Chaos in seinem Inneren verstummte, während sein Weg immer klarer wurde, das Ziel zum Greifen nahe. Aber um dieses Ziel zu erreichen, muss man bereit sein Risiken einzugehen, man muss Berge überwinden und war ungewiss, ob man dem gewachsen war. Und trotzdem führte kein Weg daran vorbei, weshalb Jungkooks Hand sich zur Faust ballte und er Taehyung ernst von der Seite musterte.

"Wer auch immer da drin ist, wird über unseren Besuch wohl nicht erfreut sein", erwiderte Taehyung und ging einen weiteren Schritt nach vorne. Fast schon wie von selbst trugen ihn seine Beine immer weiter in das Innere besagter Höhle und sein Begleiter folgte ihm, ohne ein Wort hinzuzufügen, denn das war überhaupt nicht nötig. Sie verstanden sich, auch wenn sie nicht sprachen und sie vertrauten sich.

Seite an Seite betraten sie die Höhle und lauschten den Tropfen, wie sie von oben langsam in die sich am Boden bereits gebildeten Pfützen fielen. Ein Gefühl der Ruhe und des Friedens machte sich für den Bruchteil einer Sekunde breit, wurde aber direkt wieder vernichtet, als das lärmende Prallen eines Steines zu hören war. Alarmiert eilten die beiden zur Quelle dieses Geräusches und versuchten dabei dennoch, möglichst leise zu sein. Und als sich nach der Finsternis endlich eine Quelle des Lichtes zeigte, wurde den beiden klar, dass sie der Zentrale der Ruine nicht mehr fern waren.

Denn diese waren immer durch Fackeln an den Wänden erhellt.

An den Wänden machten sie Malereien aus und folgten diesen, bis sie am Ende des Lichtes eine Gestalt erkennen konnten und Taehyung seinem Partner mit dem Arm deutete, anzuhalten. Seine Augen gewöhnten sich langsam an die neuen Lichtverhältnisse und schnell wurde ihm klar, dass er mit seiner Befürchtung goldrichtig lag.

"Finger weg!", rief Taehyung so laut, dass es an allen Wänden um sie herum widerhallte. Überrascht drehte sich der Maskierte um und blickte zwischen den beiden her. Er hatte es nicht kommen sehen, um so eine Zeit auf gerade die beiden zu treffen, aber er war bereit sämtliche Hindernisse aus dem Weg zu schaffen. "Ich bekämpfe dich echt ungern, Taehyung. Und noch weniger möchte ich Jungkook verletzen, also tu mir den Gefallen und verschwinde!", rief der in schwarz gekleidete Mann zurück und griff nach dem Dolch, den er immer bei sich hatte.

"Hast du überhaupt eine Ahnung, was du mit deinen Aktionen alles anrichtest?", widersprach Taehyung und kam ihm einen Schritt näher, Jungkook hingegen wirkte verunsichert, aber wusste, er würde kämpfen wenn er es musste. "Du zerstörst die Welt mit deinem egoistischen Verhalten!", fuhr Taehyung wütend fort und fletschte seine Zähne, brachte damit seine Wut zum Ausdruck und zeigte, dass mit ihm diesmal nicht zu spaßen war. Er wollte sich für das letzte Mal rächen, der Zorn brodelte regelrecht in ihm.

"Diese Welt ist schon längst dem Untergang geweiht und ich bin der einzige, der das verhindern kann!" Der Maskierte schüttelte seinen Kopf und zeigte augenblicklich auf Jungkook. "Gerade du solltest es wissen, hast du etwa alles vergessen, Jungkook?", wand er sich nun an den Braunhaarigen, klang aber wesentlich weniger wütend als zuvor. "Dich mit denen anzufreunden, die diese Welt in den Untergang stürzen..." - "Das bist ja wohl du!", schnitt der Schwarzhaarige ihm das Wort ab.

"Hör auf ihn zu manipulieren, komm endlich zu Sinnen und kapier, dass deine Art zu handeln falsch ist!" Taehyung platzte beinahe der Kragen und die knisternde Spannung lag regelrecht in der Luft, es war nur noch eine Frage der Zeit, bis das erste Blut diese heilige Ruine beschmutzen würde. "Genug!", rief der Maskierte wütend und rannte auf den Schwarzhaarigen zu, der in Position ging und den Angriff abfangen wollte. Er wusste, gegen einen Dolch konnte er nicht standhalten, aber wenn er seinen Besitzer überrumpeln konnte, hatte er zumindest eine Chance.

Er wich den Angriffen des Maskierten aus und anders als beim letzten Mal schien er langsam dessen Muster zu begreifen, es fiel ihm einfacher all seine nächsten Schritte vorherzusehen. Doch so konnte es nicht ewig weitergehen, Taehyung kam nicht weiter und das wusste er. Dem nächsten Angriff entwich er nicht, er steckte ihn ein und zischte schmerzerfüllt auf, als der Dolch in seine Handfläche schnitt.

Jedoch nutzte er die Gelegenheit und packte den Arm seines Gegenübers und grinste daraufhin. "Jungkook!", rief er dann und sein Partner erwachte erst dann wieder aus der Starre, in die er in seinem Gedankenchaos verfallen war. "Ja!", sagte er und wollte sich auf den Maskierten stürzen.

Jedoch griff dieser fester nach seinem Dolch und befreite sich gewaltvoll aus dem Griff Taehyungs, indem er sich den Dolch schnappte und damit eine riesige Wunde an Taehyungs Handfläche hinterließ. Sofort quillte eine Menge Blut aus ihr und es schien, als würden sie langsam den mininalen Vorteil verlieren.

"Ich kann nicht glauben, dass jemand so sehr das Ende herbei sehnen kann", zischte Taehyung verächtlich und blickte zu seinem Feind, der einige Schritte auf Abstand gegangen war. "Ach ja? Du hast doch keine Ahnung. Du hast... verdammt nochmal keine Ahnung! Also hör endlich auf zu reden! Ich will von jemandem wie dir nicht mehr hören was richtig und falsch sein soll!"

Er blickte zu Jungkook und eine Spur Trauer spiegelte sich in seinen Augen wieder, der Braunhaarige verlor sich langsam in der Tiefe des Blickes, der ihn gerade nahezu bewegungsunfähig machte. "Wer... bist du?", fragte er leise und schluckte schwer, seine Lippe war bereits rot angelaugen weil er so stark auf sie biss.

"Du hast es vergessen, es ist nicht schlimm. Ich werde uns retten, ich habe es doch versprochen", sagte der Maskierte beinahe einfühlsam und spazierte langsam in die Richtung von Jungkook. Taehyung bewegte sich nicht und wusste noch nicht einmal weshalb, er beobachtete das Geschehen und unternahm nichts, sein Geist schrie, sein Körper blieb taub.

Doch als er gerade seine Hand auf die Schulter des Braunhaarigen legen wollte, traf ein Messer die Schulter des Feindes und dieser taumelte überrascht und unter Schmerzen ein paar Schritte zurück. "Was?" Überrascht wirbelte Jungkook herum und erblickte daraufhin die silhouettenhafte Gestalt von Yixing, der ihnen offenbar doch gefolgt war.
"Was machst du denn hier?", fragte Taehyung vollkommen verwundert, war aber heilfroh ihn hier zu sehen.

"Ihr wart solange weg und ich bekam ein ungutes Gefühl, also bin ich euch gefolgt", erklärte Yixing und ging an Jungkook vorbei, bleib vor dem Maskierten stehen. "Und mit dir habe ich auch noch eine Rechnung zu begleichen", blaffte er nun und ballte seine Hand zur Faust, schlug mit dieser direkt in die Magengrube seines Gegenübers. Mit einer Wucht, die ihn zu Boden gehen ließ.

"Verdammt!", rief der Maskierte und keuchte, weil er niemals mit so einer immensen Kraft gerechnet hatte. Yixing grinste und legte seine Hand an die Maske seines Gegenübers, riss ihm diese rasch über den Kopf und das Gesicht des Übeltäters wurde bekannt gegeben. Jungkooks Augen weiteten sich und durch seinem Kopf schossen schlagartig viele verschiedene Bilder, deren Zusammenhang er sich nicht erklären konnten, dennoch begann sein Kopf zu dröhnen und er kniff seine Augen vor Schmerzen zusammen. "Nein! Nein!", schrie er laut und riss die Aufmerksamkeit aller damit auf sich.

Und gerade dieser kleine Augenblick, in dem sowohl Taehyung als auch Yixing unachtsam waren, war genug für den Maskierten, um aus der Ruine entkommen zu können. "Warte!" Taehyung wollte ihm hinterher rennen, doch Yixing hielt ihn auf und deutete mit einem Nicken auf Jungkook, um den er sich kümmern sollte. Dennoch musterte er die beiden eindringlich und bemerkte dann, dass auch diese Mission ein Fehlschlag war.

Denn das Fragment wurde gestohlen und war nun nicht mehr länger der Besitz dieses Dorfes.

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