【Chapter 46】
Taehyung und Jungkook wanderten durch die finstere Gegend und versuchten sich die Umgebung in ihr Gedächtnis zu prägen. Es war ein Ort, der für sie vollkommen fremd war und würden sie dem Feind gerade in die Arme laufen, würden sie es noch nicht einmal bemerken, deshalb waren sie wachsamer denn je.
Jedes Grasrascheln und jeder zertretene Stock war Grund für höhste Alarmbereitschaft und so paranoid das auch klingen mochte, es konnte ihnen das Leben im Ernstfall retten.
"Wohin sollen wir gehen?", fragte Jungkook und seufzte. Sie wanderten ziellos umher, denn ohne Jiyong hatten sie keinen Plan, was sie unternehmen sollten. Sie wussten, dass es wichtig war wieder in ihre Zeit zu gelangen, doch dafür fehlte ihnen die Fähigkeit.
"Ich weiß es nicht. Wir müssen einen Weg finden, von hier zu verschwinden", murmelte Taehyung und blickte sich einmal um. Er fühlte sich, als hätten sie diese Umgebung schon zehn mal passiert, denn alles hier sah sich zum Verwechseln ähnlich. Alles war im selben Maße zerstört worden.
Die Frage war nur, was sie tun sollten. Sie waren in dieselbe Richtung gegangen, in die auch Jiyong verschwunden war und das ohne, dass Taehyung es bemerkte. Jungkook hoffte nur auf ein Wiedersehen und dass sie sich gegenseitig helfen konnte, denn er glaubte nicht, dass er sie hintergehen würde. Und außerdem saßen sie im selben Boot, ganz gleich, ob sie nun Freunde waren oder Feinde.
Der Feind meines Feindes ist mein Freund, hieß es.
"Jungkook!", zischte Taehyung auf einmal und hielt abrupt an. Der Angesprochene wollte etwas erwidern, doch Taehyung symbolisierte ihm mit seinem Finger, dass er sich in Schweigen hüllen sollte. Und als es dann ruhig war, bemerkte auch Jungkook das Rascheln der Büsche und das Geräusch von marschierenden Leuten. Alarmiert blickten sie sich in die Augen und blickten sich dann um.
Jungkook entdeckte ferne Lichter und gab Taehyung bescheid, damit dieser das im Hinterkopf behalten konnte.
Der Schwarzhaarige zog an der Kleidung von Jungkook und deutete ihm dann, in welche Richtung sie gehen würden. Schnell davonzurennen würde zu viel Lärm verursachen und verstecken wäre ein zu großes Risiko, noch dazu fand man an diesem Ort sogut wie keine Deckung. Ihre einzige Möglichkeit war also, sich langsam davon zu bewegen und zu hoffen, dass man sie nicht bemerken würde.
"Soweit sind sie uns also schon gefolgt", ärgerte sich Taehyung leise und blickte immer wieder über seine Schulter, um zu überprüfen, ob ihre Verfolger immer noch in der Nähe waren. Das Herz beider pochte bis zum Anschlag, denn sie hatten nun schon lange verarbeitet, in welcher Situation sie sich derzeit befanden. Das alles war kein Traum und auch keine Märchengeschichte. Das alles geschah wirklich, ganz gleich wie makaber das klingen mochte.
"Hier entlang", fisperte Taehyung, der es sich wieder zur Aufgabe gemacht hatte, den Braunhaarigen vor alles und jedem zu beschützen.
So langsam entfernten sie sich wieder von ihren Verfolgern und wogen sich wieder ein wenig mehr in Sicherheit, auch wenn sie dies niemals tun durften. Nicht an einem Ort wie diesem, an dem jeder Fehler den Tod bedeuten konnte.
"Ich glaube, wir sind sie vorerst los", entwich es Jungkooks Lippen und Taehyung nickte leicht mit dem Kopf, ehe er sich den Schweiß aus dem Gesicht striff und tief durchatmete.
"Aber was nun?", fragte er dann, weil sie immer noch keinen spezifischen Ort wussten, an den sie gehen konnten. Sie wussten noch nicht einmal, ob es hier noch lebende Menschen gab, die ihnen helfen könnten.
"Sieh mal", sagte dann Jungkook und deutete dann auf den Boden, an dem ein Fußabdruck zu sehen war.
"Das müsste der von Jiyong sein oder nicht?", fragte Jungkook und lächelte rin wenig beruhigt. Taehyung legte seine Finger an sein Kinn und begann zu grübeln. "Die sehen noch frisch aus, also muss er auch noch in der Nähe sein", schlussfolgerte der Schwarzhaarige und seufzte dann. Es kratzte an seinem Ego, zugeben zu müssen, dass sie alleine keine Chance hatten und auf die Hilfe von jemandem wie ihn angewiesen waren, doch wenn es um Leben und Tod ging, verlor auch der Stolz an Bedeutung.
Motiviert gingen sie weiter in die Richtung, die Jiyongs Fußstapfen anzeigten und hofften, dass ihre Verfolger nicht so schnell darauf kommen würden. Allerdings hatten sie keine Zeit, ihre Spuren zu verwischen, denn dann könnten sie Jiyong verlieren und eingeholt werden. Taehyunf war aber der festen Überzeugung, dass diese Handlanger selbst keine intelligenten Leute waren, deshalb blieb er da recht sorglos, ganz im Gegensatz zu Jungkook.
"Ich glaube, wir dürften langsam immer näher kommen. Aber was glaubst du, wohin er geht?", fragte Jungkook dann, um die bedrückende Stille ein wenig zu beseitigen und auch wenn ihm bewusst war, dass sie nicht entdeckt werden wollten, war das Risiko gehört zu werden in seiner Lautstärke nicht besonders groß. "Das wird er uns bestimmt beantworten, wenn wir ihn finden und fragen", antwortete Taehyung dann und rollte mit den Augen.
"Seid ihr euch sicher, dass ich euch zwei Auskunft über meine Pläne gebe", erklang auf einmal eine ihnen gut bekannte Stimme und ruckartig blickten sie in besagte Richtung. "Da bist du ja", waren die ersten Worte, die Jungkooks Lippen verließen, als sie Jiyong erblickten. "Habt ihr mich etwa verfolgt? Wolltet ihr nicht getrennte Wege gehen, weil ihr mir nicht vertrauen könnt?", fragte dieser dann und hob skeptisch seine Augenbraue nach oben.
"Ob ich dir vertrauen kann oder nicht, wird sich noch zeigen, aber Fakt ist, dass wir ohne dich nicht von hier verschwinden können", antwortete Taehyung und es machte ihn wütend, seine momentane Schwäche ausprechen zu müssen. "Welchen Grund sollte ich haben, wieder mit euch zusammen zu arbeiten, wenn ihr mir nicht vertrauen könnt?", fragte er dann und blickte fragend zwischen dem Braun- und dem Schwarzhaarigen umher.
"Weil du mich zu kennen scheinst und wahrscheinlich nicht willst, dass ich hier mein Leben lasse", mischte sich nun Jungkook ein und ging einen Schritt weiter nach vorne.
"Das ist mir egal", kam es kühl von Jiyong, doch Jungkook schüttelte seinen Kopf. "Du lügst."
Aber noch bevor einer von ihnen etwas sagen konnte, wurden sie auf einmal geblendet von Licht und sie hörten verschiedene Schritte immer näher kommen. "Mist", zischte Jiyong und biss sich auf die Unterlippe, als er erkannte, dass man sie eingeholt und umzingelt hatte.
"Meister Yixing will die drei dort tot sehen, also an die Arbeit!"
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Verzeiht den fast ganzen Monat der Wartezeit. Ich hoffe aber trotzdem, dass ihr ein schönes Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr hattet ❤
Es ist bald 5uhr Morgens, wird Zeit schlafen zu gehen 😴
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