【Chapter 52】
Die drei hatten es ohne Probleme zur Zentrale geschafft, doch sie wussten, dass das der Ort war, an dem sie erst so richtig Probleme bekommen könnten. Na ja, nicht wirklich Probleme, doch es gab eine ganze Menge zu besprechen und das würde Zeit kosten, die sie nicht hatten, aber es war notwendig.
Taehyung verschaffte ihnen Zutritt und gemeinsam folgten sie dem Weg in das Innere. Sie vernahmen bereits einzelne Gespräche, doch als sie den Raum vor ihnen betraten, hat sich die Stille über den Raum gelegt; in etwa wie als wenn eine Wolke die Sonne verdeckte.
"Taehyung? Jungkook? Und... was ist das?", entkam es den Lippen Hoseoks und sein fast schon entsetztes Starren sagte mehr als ein paar Worte. Baekhyun, Yoongi und ein paar andere kamen überrascht dazu und auch sie konnten zunächst nicht glauben, was sie da sahen. "Ihr lebt!", rief Yoongi erleichtert, bis sein Blick auf Jiyong fiel und er ihn finster musterte.
"Es gibt eine Menge zu erklären", sagte Taehyung mit ruhiger Stimme, während Jungkook und Jiyong sich auf einer der Bänke dort niederließen. Also begann Taehyung ihnen alles zu erzählen, von der Entführung, bis hin zu der wahren Identität von Jungkook und Jiyong. Natürlich auch über ihren wahren Feind und mit wem sie es zu tun hatten.
Und je mehr er erzählte, desto mehr Verwirrung machte sich unter den Anwesenden breit und wildes Gemurmel brach aus, weshalb bald schon keine Ruhe mehr herrschte. "Das bedeutet, Yixing war die ganze Zeit schon ein Verräter? Er hat uns die ganze Zeit verarscht?", wiederholte Hoseok fassungslos und Taehyung nickte daraufhin.
"Unglaublich...", entwich es Baekhyun und er ballte seine Hand zur Faust. Er hatte Yixing immer sein vollstes Vertrauen geschenkt und nun zu merken, dass er sie alle so brutal hinters Licht geführt hat, erschütterte ihn regelrecht und er begann sich Vorwürfe zu machen.
"Verdammt, wie konnte ich es nicht bemerken?"
"Das ist nicht deine Schuld. Niemanden hier trifft Schuld. Er hat uns alle verraten und keiner konnte sowas ahnen", kam nun Jungkook das erste Mal zum Wort und die Blicke lagen nun auf ihm. "Das, was jetzt zählt, ist ihn und seine Machenschaften aufzuhalten, bevor es zu spät ist."
Denn die Zeit eilte, sie hatten gesehen was für ein grausamer Ort aus der Zukunft werden würde, wenn sie nichts unternehmen und das galt es mit allen Mitteln zu verhindern. Aber die Frage, die hierbei jedem durch den Kopf ging war: Was mussten sie tun?
Sie wussten nicht, ob die warten sollten bis Yixing und Cronos etwas unternahmen oder selbst etwas tun sollten, und genau das beunruhigte sie. Weil es sich hierbei um Dinge handelte, die die Logik der Menschen bei Weitem übertraf und deshalb konnten sie nicht vorgehen, wie sie es immer tun würden.
"Taehyung", sagte Yoongi dann und deutete ihm, sowie auch Jungkook und Jiyong, ihm zu folgen und die drei nickten bestätigend mit dem Kopf. Yoongi ging mit ihnen in sein persönliches Zimmer, in dem nur er etwas zu suchen hatte und in dem er seine eigene Ordnung hatte. Nämlich gar keine.
"Es geht also um Zeitreisen?", hakte er noch mal nach und ließ sich auf seinem fast schon ruiniertem Stuhl nieder, der Schwarzhaarige nickte erneut mit dem Kopf und bestätigte damit die Annahme Yoongis. Dieser begann zu grübeln und legte seinen Arm auf der Tischplatte vor ihm ab.
"Und es hat etwas mit den Ketten zu tun? Sowie mit den Fragmenten, hinter denen Jiyong her war?", bohrte er weiter nach und erntete dabei wieder Bestätigung. Und als er dann brummte, bemerkte Jungkook, dass etwas ihn beschäftigte und genau danach erkundigte er sich im nächsten Moment.
"Wisst ihr, als ihr weg wart, haben wir uns alle große Sorgen gemacht und keiner wusste, ob ihr überhaupt noch am Leben seid. Ich habe versucht, selbst etwas herauszufinden. Ich wollte nach einem Weg suchen, mit dem ich euch erreichen konnte und das ist mir nicht gelungen...", sprach er mit ruhiger Stimme und blickte dann abwechselnd zwischen den dreien her. "Aber dafür habe ich etwas anderes gefunden", beendete er seinen Satz und betonte das letzte Wort noch mal extra. Er hatte nicht wirklich etwas gefunden, nicht im Sinne von etwas Materiellem - es ließ sich aber nicht beschreiben.
"Was war es?", fragte Taehyung dann und Yoongi schien sich unsicher. "Es ist vielleicht besser, wenn ich es euch zeige", antwortete er und erhob sich wieder von seinem Platz. Er hatte den anderen noch nichts erzählt, weil er sich selbst nicht sicher war, für eine Weile hatte er sogar geglaubt, dass dieser Verrat nun dafür sorgte, dass er den Verstand verlor. Aber da die drei nun wieder zurück waren, war er sich sicher, dass er das nicht hatte.
Die vier verließen das Zimmer und Yoongi erklärte Baekhyun mit nur wenigen Worten, dass er den anderen dreien gerne etwas zeigen wollte und mit diesen Worten verließen sie die Basis genauso schnell, wie sie sie betreten hatten.
Die Stadt war nicht riesig und demnach war die Auswahl an Orten, an die Yoongi sie führen konnte auch nicht riesig. "Bringst du uns zu den Ruinen?", fragte Jiyong dann und man merkte es Yoongi zwar nicht an, doch für die meisten war es seltsam, ihn jetzt an ihrer Seite zu haben. Der Angesprochene brummte kopfnickend, aber blickte weiter starr nach vorne.
Wenn er sie zu den Ruinen brachte, musste es auch etwas wichtiges sein, denn bisher hatten die Ruinen eine sehr bedeutende Rolle in diesem Spiel gehabt. Das wussten sie alle auf ihre eigene Weise ganz genau.
Als sie dort ankamen, zögerten sie nicht lange und betraten die in Dunkelheit gehüllte Höhle. Taehyung warf einen Blick zu Jungkook, der sich neugierig umblickte und wieder dieses vertraute Gefühl genoss. Kurzerhand fragte er ihn, ob er denn irgendwas spüren konnte, doch der Braunhaarige schüttelte lediglich seinen Kopf und verneinte die Frage somit.
Als sie am hintersten Teil ankamen, erblickten sie nichts, Jiyong schmunzelte und die Stirn von Taehyung legte sich in Falten. "Was wolltest du uns zeigen?", fragte er dann, doch Yoongi schüttelte zu Taehyungs Verwunderung bloß den Kopf. "Du wirst es nicht sehen, schließt eure Augen."
Irritiert taten sie, was Yoongi ihnen befohl und versuchten sich auf etwas zu konzentrieren, ohne zu wissen, was sie erwarten würde. Bei Jungkook tat sich nichts, er spürte nur Vertrautheit, wohingegen Jiyong nur Ruhe und Frieden spürte.
Taehyung wollte gerade seine Augen öffnen, als er auf einmal eine merkwürdige Präsenz neben sich wahrnahm.
Er riss seine Augen vor Schock auf und bemerkte, dass er nicht mehr in der Höhle war, sondern an einem ihm komplett fremden Ort, der nicht mal dieser Welt glich. Anders als der zerstörten Zukunft, wirkte dieser Platz hier so friedlich und der Schwarzhaarige schaute sich suchend um. Von den anderen fehlte sämtliche Spur und er verstand weder, was das für ein Ort war, noch wie er dahin gekommen war. Doch plötzlich erschien vor ihm eine Gestalt.
"Taehyung, wir haben eine Botschaft für dich. Es ist deine Pflicht, diese Welt vor ihrem Untergang zu retten."
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