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【Chapter 53】

Irritiert blickte Taehyung der ihm fremden Gestalt entgegen und ließ die Worte von eben langsam auf sich wirken. Er begann zu schmunzeln, denn irgendwas störte ihn an der Aura seines Gegenübers. Es schüchterte ihn nicht ein, viel mehr war es ein vertrautes Gefühl, aber ein gewisser, undeutbarer Druck lastete auf ihm und es fühlte sich an, als würde die Schwerkraft versuchen, ihn auf den Boden zu pressen.

"Wer bist du?", fragte der Schwarzhaarige dann mit leicht zitternder Stimme, während er sich seine Haare aus der Stirn strich, da sie sonst seine Sicht beeinschränkten. Ein Lächeln umspielte die Lippen seines Gegenübers, "Teyla der Name, du fragst dich sicherlich, wo du bist und warum ich hier vor dir stehe?"

Ihre sanfte Stimme drang in das Ohr von Taehyung und als ihm nun auch ihre majestätische Haarpracht ins Auge stach, begann er leicht zu staunen und darauf folgend zu nicken, denn nach wie vor wusster nicht, mit wem er es hier zu tun hatte.

"Du hast keine Ahnung, wer ich bin, nicht wahr, Kim Taehyung?", fragte sie dann und lachte leicht, ehe sie sich zur Seite drehte und für einen Augenblick in die Ferne starrte. Taehyung folgte ihrem Blick und starrte in dieselbe Richtung.

Aus der friedlichen Leere bildete sich auf einmal eine Stadt mit Menschenleben, weshalb Taehyung lächelte, denn alles hier wirkte so sorglos und frei auf ihn. Aber bei genauerem Hinsehen erkannte er, dass die Stadt ihm bekannter vorkam als er wollte. Er zog seine Augenbraue nach oben und musterte die Menschen, wie sie seelenruhig ihre Arbeit verrichteten oder schaute den Kinder beim Spielen zu.

Bis zu dem Moment, an dem er seine Augen aufriss, denn von einer Sekunde zur nächsten wechselte das Szenario. Plötzlich erschienen gewaltätige Gestalten und begannen, alles in Schutt und Asche zu legen. Der Schwarzhaarige verstand nichts mehr und blickte augenblicklich wieder zu Teyla.

"Was ist das?", fragte er an sie gerichtet und ein Seufzen entwich ihren Lippen. Als er noch ein letztes Mal zu der Tragödie blickte, bemerkte er die Gestalt von Yixing und sofort ballte sich seine Hand zur Faust, die Wut brodelte förmlich in ihm. Doch alles verblasste wieder und die zwei waren wieder unter sich.

"Das hier geschieht gerade hier und jetzt. Deshalb bleibt uns nicht viel Zeit", sagte Teyla daraufhin und für einen kleinen Moment blickten sich die zwei bloß in die Augen.

"Glaubst du an Mythologie?", fragte sie dann, doch Taehyung verneinte ihre Frage mit einem Kopfschütteln und wie es schien, war das nicht die Antwort, mit der sie rechnete. "Dann sag mir, was deine Aufgabe in dieser Welt ist", forderte sie daraufhin, weshalb sie von Taehyung schmunzelnde Blicke erntete.

Er verstand nicht, wie sie über mangelnde Zeit sprechen konnte und im nächsten Moment derart unwichtige Fragen stellte. Aber nichtsdestotrotz überlegte er und puzzlete sich eine passende Antwort zurecht.
"Meine Aufgabe ist es, die Menschen, die mir wichtig sind zu beschützen und die Sicherheit zu wahren", sagte der Schwarzhaarige dann recht überzeugt und nickte noch mal bestätigend mit dem Kopf.

"Du hast eine reine Seele, junger Mann. Doch deine Aufgabe besteht aus mehr als nur dem eben genannten", verließ es ihre Lippen und Taehyung verstand die merkwürdige Ansprache nicht. Sie sah nicht wirklich älter als er aus, kein Stück, vielleicht sogar jünger.

"Um das Ganze abzukürzen: Mythologie hat sich gerade mit meinem Auftreten bestätigt. Ich bin kein Mensch wie du, sondern der Schutzgeist dieser Ruine. Für jede Ruine gibt es einen Schutzgeist, denn sie sind heilig. Sie sind quasi die Verbindung, die die Götter zu dieser Welt haben und deswegen wurden wir mit der Aufgabe betreut, sie zu hüten", erklärte sie anschließend und Taehyung fehlten die Worte.

Er wusste, dass eine Menge paranormale Sachen gerade ihren Lauf nahmen, doch das alles nahm kein Ende und er fühlte sich, als wäre sein Kopf kurz davor zu explodieren. Er verstand nicht, ob das alles noch Realität war oder er bald in Schweiß gebadet wieder in seinem Bett liegen würde. Aber er musste es hinnehmen, es blieb ihm keine andere Wahl.

"Wir haben dich schon einmal kontaktiert, falls du dich erinnerst", fuhr sie dann fort und tatsächlich erinnerte Taehyung sich. Es war schon mal geschehen, als sie sich in einer Ruine aufhielten und er glaubte, dass eine Stimme zu ihm gesprochen hatte. Doch damals verdrängte er das Ereignis wieder, weil es für ihn keine tragende Bedeutsamkeit hatte. Allerdings hatte sich das Blatt gewendet.

"Cronos ist nichts weiter, als ein Gott, der vom Bösem befallen wurde. Und nun verliert er den Verstand. Er hatte sich gegen die Götter gestellt, denn der Hass dieser Welt hatte ihn beeinflusst. Weil er wusste, dass Menschen ihm nichts anhaben konnten, waren nur die anderen Götter eine Bedrohung für ihn. Er flüchtete auf die Erde, um Zuflucht zu finden. Und dabei begann er uns Schutzgeister einen nach dem anderen zu versiegeln, weshalb es nun keine Pforte mehr gibt, die die Götter in diese Welt ließ. Deshalb kann ich nur so auftreten und nicht mit jedem kommunizieren. In Wahrheit kann ich das nur mit dir, seit dein Bruder verschwunden ist."

Taehyung schüttelte leicht seinen Kopf und sein Mund stand einen Spalt breit offen. Wann auch immer etwas gesagt wurde, das Informationen und Klarheit liefern sollte, wurde es in einem solchen Strom geliefert, dass der Schwarzhaarige zunächst Schwierigkeiten damit hatte, all das zu verarbeiten. Als sie seinen Bruder erwähnte, machte sein Herz allerdings einen Satz und er fragte sofort, ob er noch am Leben sei.

Aber zu seiner Enttäuschung zuckte sie lediglich unwissend mit den Schultern.

"Aber was hat das alles mit mir zu tun?", sprach Taehyung dann die andere Frage aus, die ihm so sehr auf der Zunge brannte und Teyla schenkte ihm ein Lächeln.
"Deine Familie ist besonders. Ihr seid die so genannten Wächter der Ruinen. Was bedeutet, dass ihr eine Bindung zu uns Schutzgeistern besitzt und wir deshalb mit euch kommunizieren können", erklärte sie und Taehyung lachte auf.

"Super, mein ganzes Leben schien eine Lüge gewesen zu sein", riss er den ersten sarkastischen Satz, der aber in ihm drinnen für so viel Chaos sorgte.

"Ich verstehe, dass das alles ein Schock sein muss, aber fürs erste ist eure Mission, Cronos zu retten und ihn von dem Einfluss des Bösen zu befreien", sagte sie dann und kam einen Schritt näher an ihn heran. Sie legte ihre Hand auf die Schulter von Taehyung und ein merkwürdiges Gefühl durchströmte seinen Körper.

Aber noch bevor er dazu kam, eine weitere Frage zu stellen, verblasste wieder alles um ihn herum und kurz darauf war er wieder gehüllt in Finsternis. In der Finsternis der Ruine, mit seinen Kameraden an seiner Seite.

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Irgendwie gibt es Probleme mit dem Kapitel, kommentiert mal ob ihr es lesen konntet :/

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