【Chapter 6】
"Wohin gehen wir?", fragte Kook den Größeren, als dieser ihn gerade wieder nach draußen an die frische Luft führte, während er noch immer über den Satz von Taehyung nachdachte.
"Vielleicht sollte ich dir erst mal wieder zeigen, wie es ist ein Leben zu führen"
Fasziniert und gleichtzeitig dankbar ballte er die Hände zu einer Faust, Taehyung bemerkte diesen Gesichtsausdruck sofort, denn sein Blick war schon zu Kook geschnellt, als dieser seinen Mund aufgrund seiner Frage öffnete. "Ich möchte dich herumführen ein wenig, auch wenn es nicht das anmutigste Dorf oder das größte Spektakel ist, einen gewissen Touch hat es trotzdem."
Kook nickte stumm mit dem Kopf, ein leichtes Glücksgefühl durchströhmte seinen Körper, denn trotz des immensen Gefühls der Verlorenheit, mischte sich nun auch ein ihm unbekanntes dazu - jedoch gefiel ihm dieses, denn es neutralisierte die negativen Emotionen und ließen ihn wieder für einen Moment wie einen gewöhnlichen jungen Mann fühlen.
Von außen hin würde niemand vermuten, dass Kook ein Junge ohne jeglichen Erinnerungen an sein Leben war, man würde ihn vermutlich um die 20 Jahre schätzen, vielleicht ging er arbeiten, eventuell auch zur Uni. Vielleicht hatte er dort, wo er eigentlich herkam, eine Familie und Freunde, die ihm vermissten.
Fragen, die Taehyung durch den Kopf gingen, weil er immer noch keine plausible Erklärung für das Erwachen von Kook an einer Strandkuhle gefunden hatte. Wie sollte er dort hinkommen, ohne dass irgendjemand das bemerken sollte? War er ein Außenstehender und hatte sich verirrt oder war er beabsichtigt hier? Und was hatte der Sturm damit zutun?
Vollkommen in seinen eigenen Gedanken versunken bemerkte Taehyung nicht, wie Kook einfach vor ihm zum Stehen kam und rempelte ihn deshalb an, entschuldigte sich aber sofort dafür, allerdings kam von Kook keine Reaktion, denn dieser starrte nur wieder wie versteinert in die Richtung nach vorne. Genauer gesagt auf die Flammen der Show.
Stirnrunzelnd beobachtete er ihn dabei, wie seine Augen gleichzeitig fasziniert als auch eingeschüchternd leuchteten, seine Körperhaltung sich ein wenig verspannte und er sich auf die Lippen biss. "Ist alles in Ordnung?", Taehyung rüttelte Kook von der Seite und riss ihn somit wieder aus seiner Trance.
Überrascht schreckte Kook auf und erwiderte den etwas besorgten Blick Taehyungs, nickte dann langsam mit dem Kopf und wand den Blick von den Flammen ab. Etwas schien ihn zu bedrücken und da dies nun schon der dritte Vorfall war, den man mit Feuer in Verbindung bringen konnte, war dies offenbar ein mysteriöser Hinweis.
Doch was hatte er bloß zu bedeuten, fragte sich Taehyung und begann zu überlegen. Er schüttelte dann aber seinen Kopf, immerhin hatte er ein Versprechen einzulösen und Kook sollte ihm nicht anmerken, dass ihm der Fall ein enormes Kopfzerbrechen bereitete. Er hasste es, wenn er keinen Überblick über die Situation hatte.
Die beiden liefen stumm nebeneinander weiter, hin und wieder erklärte Taehyung ein paar Dinge, wie zum Beispiel vereinzelte Stände und warum davon gerade so viele aufgebaut waren. Das Fest zur Verehrung des Gottes war dafür verantwortlich, dieses wurde nämlich von den Dorfbewohnern gefeiert und das nur einmal im Jahr.
"Es gibt verschiedene Sagen und Mythen, sie werden weitererzählt und haben einen Ursprung, der sehr weit in der Vergangenheit liegt. Die Erzählungen mögen sich unterscheiden, doch in etwa ging es um ein schreckliches Unheil, welches drohte die Welt in den Abgrund zu stürzen, aber ein Gott - unser sogenannter Schutzgott Alator - konnte dieses von uns abwenden."
Kook's Augen begannen eine gewisse Begeisterung für diese Geschichte auszustrahlen, er hatte noch nie von so etwas majestätisches gehört, doch die Erwähnung einer Gottheit ließen ihn eine Welle an unbekannten Emotionen spüren. Er fühlte sich auf eine seltsame Weise vertraut damit.
"Ob das aber alles stimmt oder sich die Leute damals nur etwas zusammengereimt haben, weiß keiner und wenn man von den Erzählungen anderer Dörfer ausgeht, kann man all diese Geschichten nur hinterfragen, insofern man kein Sturkopf ist", erklärte Taehyung dem Kleineren dann, immerhin wollte er ihn nicht in irgendeinem Glauben lassen.
"Und du?", fragte dieser dann aber wie aus heiterem Himmel, woraufhin Taehyung ihn irritiert musterte und darauf wartete, dass Kook fortfahren würde. "Bist du auch ein Sturkopf?", fragte er dann, woraufhin Taehyung kurz auflachen musste, denn das hatte er mit Sicherheit nicht erwartet.
"In manchen Hinsichten schon, aber was das hier angeht pflege ich immer zu sagen: Mythen in Tüten", Kook schaute ihn rätselnd an, doch sobald er verstanden hatte, musste er tatsächlich auch lachen. "Ist doch so, ich glaube Dinge erst, wenn ich sie selbst gesehen habe", erklärte er sich dann gespielt empört aufgrund des plötzlichen Auflachens von Kook.
"Mythologie ist auch ein tiefgründiges Thema, dafür muss man gewaltiges Interesse zeigen, sonst kann man damit sowieso nichts anfangen", murmelte Kook dann vor sich hin und überraschte Taehyung damit wieder einmal. Er fand es merkwürdig wie manche Sätze aus ihm heraussprudelten und er im nächsten Moment wieder so verloren wirkte.
"Mag schon sein", stimmte Taehyung ihm dann zu und ließ seinen Blick dem Weg entlang gleiten. Alles in allem war ihr Dorf wirklich schön und Kook würde bestimmt einen angenehmen Aufenthalt haben, vor allem da ihn dieses Fest so zu begeistern scheint. Die Ruinen würde Taehyung ihm auch noch zeigen.
"Was ist das?", fragte auf einmal Kook und starrte wieder in eine Richtung, doch diesmal war das die Richtung, in die man das Dorf verlassen würde. Taehyung verstand nicht, was Kook damit meinte und beaugte ihn stirnrunzelnd, fragte dann nach der Bedeutung seiner Frage. "Hör doch, da rauscht etwas", wies Kook ihn auf dieses extrem leise Rauschen hin.
Doch Taehyung konnte es auch hören und atmete erleichtert aus, denn er wusste, wo dieses her kam.
"Das kommt von der Bucht unten. Du weißt schon, dort wo ich dich gefunden habe", erzählte er seinem Begleitet dann, welcher verständlich nickte.
Kook begann in den Himmel empor zu schauen und sich in den Himmel zu verlieren. Er konnte diesen wunderschönen Blauton und diese freien Wolken einfach immer anschauen, sie faszinierten ihn und wenn es nicht für seine Erinnerungen wäre, würde er sich einfach ein ruhiges Plätzchen suchen und sich dort entspannen.
Doch plötzlich flog etwas in sein Seefeld, womit er überhaupt nicht gerechnet hatte.
"Was ist das denn?", fragte er und klang vollkommen fasziniert.
Auch Taehyung schaute in den Himmel und erkannte die Entdeckung Kooks, weshalb er innerlich seufzte und sich wunderte, wie er das nicht kennen konnte.
"Das sind Seifenblasen. Sag bloß du kennst das nicht?", wollte Taehyung Kook ein wenig necken, doch realisierte dann, dass dieser sich in dem Anblick dieser regenbogenartig schimmernden Blasen verloren hatte.
"Traumhaft..."
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Ich hab endlich eine Playlist von Soundtracks, mit denen ich hier gerne schreibe 🌀
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