【Chapter 5】
"Kook...?", wiederholte Taehyung nachdenklich, kratzte sich deshalb leicht am Kopf und runzelte ein klein wenig mit der Stirn. Yoongi allerdings zuckte bloß belanglos mit den Schultern, als wolle er damit zum Ausdruck bringen, dass ein wenig Dankbarkeit für den Gedanken eines Namens - wenn auch bloß ein kurzer Kosename - in dieser Situation sehr angebracht und willkommen wäre.
Yoongi schnaubte, inspizierte den von nun ab genannten Kook und blickte dann zwischen Taehyung und Hoseok hin und her, als würde er auf eine Antwort der beiden warten und die erhoffte Einverständnis aller drei. "Kook klingt doch... gut", kam es dann von dem, der über seinen eigenen Namen spekulierte und zu lächeln begann.
"Wenn du das sagst", stimmte dann Hoseok mit ein, jedoch merkte man schon anhand seiner Stimmlage und Haltung, dass ihm dieser Teil hier herzlich egal war, viel mehr interessierte er sich um die Hintergrundgeschichte des jungen, verwirrten Zweibeiners und wie sie sich zusätzlich darum kümmern sollten.
"Kannst du dich denn an überhaupt nichts mehr erinnern?", fragte Yoongi dann nun wieder am Kook gewandt, seine Finger fanden ihren Platz an seinem Kinn, um die nachdenkliche Position Yoongis noch einmal zu unterstreichen und dessen Neugier deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Kook schüttelte verkrampft seinen Kopf, Schmerz zierte sein Gesicht, doch wagen wollte er es trotzdem noch ein weiteres Mal.
Er biss sich auf die Unterlippe und schloss seine Augen, zwanghaft wollte er sich an etwas erinnern, ein kleines Fragment aus der Vergangenheit oder irgendeine Tatsache über sich - jedes noch so kleine Detail war in dieser Situation wichtig, relevant und konnte zu einem Fortschritt führen.
"Ich sehe...", begann er dann unter Schmerzen und atmete einmal tief durch, seine Augen weiteten sich schlagartig und sein Kopf schien zu dröhnen. "Ich sehe Feuer", setzte er erneut an. "Eine zerstörerische Flamme, von dessen alter Anmut nichts mehr übrig war, gefüllt von Hass und Zorn."
Irritiert musterte Hoseok den vor sich hin erzählenden Kook, nicht verstehend, was er ihnen gerade zu erklären versuchte und auch Taehyung war die Irritation deutlich ins Gesicht geschrieben, jedoch schien Yoongi seinen Kopf anzustrengen und begann innerlich schon Dinge zu spekulieren und Feuer mit dessen beschreibenden Adjektive in irgendeinen Zusammenhang zu bringen.
"Feuer, sagst du?", wollte Yoongi sich noch einmal versichern, doch der Angesprochene wirkte angeschlagen und brachte bloß ein leichtes Nicken zustande. Das war jedoch schon genug Bestätigung für Yoongi und vielleicht auch schon ein Anhaltspunkt, ein kleiner Teil des riesigen Puzzles, das zur Lösung führen sollte.
"Wir werden uns diesem Fall annehmen", entschied Yoongi dann kurzerhand, ohne sich überhaupt mit den anderen oder vor allem mit dem Chef abzusprechen. Allerdings konnte man seinem Blick entnehmen, dass er bereits Feuer und Flamme für diesen Auftrag war, der offenbar einen viel tieferen Ursprung hatte als bloße Verbrechensbekämpfung.
"Sollten wir das nicht erst mit Baekhyun absprechen? Immerhin trifft er die Entscheidungen über Aufträge, die von uns selbst angenommen werden wollen", meldete sich dann Taehyung nach einer etwas längeren Pause wieder nachdenklich zu Wort, denn normalerweise kamen alle Aufträge zu Baekhyun und wurden an ein gewisses Brett gehängt, an dem die Arbeiter sich den Aufträgen dann annehmen konnten.
Natürlich gab es auch Notfallsituationen, in aller Linie waren sie für die Sicherheit in ihrem eigenen Dorf verantwortlich, doch dieses war recht klein gehalten und nur für sein Fest der Götter bekannt, ansonsten bekamen sie auch Aufträge und Hilferufe aus anderen Dörfern, die keine solche Station hatten.
Dennoch winkte Yoongi bloß ab, "Wir werden ihm das sagen, doch der Fall hat mein persönliches Interesse angereizt und es wäre viel zu schade, wenn Baekhyun diesen Fall verwerfen würde", erklärte er sich dann und wie sich die beiden Jüngeren - Taehyung und Hoseok - bereits dachten, war er von seinem Vorhaben nicht mehr abzubringen.
"Also, was planst du also bezüglich Kook zutun?", wollte Taehyung dann von dem Computerfreak wissen, der sich gerade wieder seine Tasse voller Kaffee schnappte und daran nippte, aufgrund seiner ewigen Müdigkeit und einem enormen Mangel an dringend gebrauchtem Schlaf. Kaffee sollte ihn wach halten.
Er stellte sie aber wieder auf seinen Schreibtisch und setzte eine ernstere Miene auf, "Wir müssen uns erst mal gedulden und warten, bis weitere Fragmente seiner Erinnerung zurückkommen. Zeig ihm die Umgebung, nimm ihn mit nach draußen oder sogar mit zu Aufträgen. Alles was er sieht, hört, riecht oder fühlt könnte ihm helfen", Yoongi hielt einen Moment inne, ehe ein Seufzen seine Lippen verließ und er sich wieder auf seinem Stuhl fallen ließ.
"Ich habe so ein dumpfes Gefühl, dass diese Begegnung kein Zufall war, aber alleine der erschreckende Fakt, dass ein Junge nach einem monströsen Unwetter bei uns an der Strandkuhle aufwacht und jegliche Erinnerungen verloren hat, spricht doch schon für die Außergewöhnlichkeit dieses Falles", Yoongi klang nachdenklich, konfus und auch aufgeregt zugleich.
"Der Fall ist nuanciert und das macht ihn so spannend", murmelte er gegen Ende vor sich hin, Taehyung und Kook warfen sich einen irritierten Blick zu, aber innerlich war Kook Yoongi dankbar, dass er ein solches Interesse für ihn und seinen Fall an den Tag legte.
Er fühlte sich bei ihnen in sicheren Händen, ein kleiner Hauch von Geborgenheit machte sich in ihm breit und war der Grund für sein unsicheres Lächeln, welches aber nicht bis zu den Augen reichte.
"Feuer...", wiederholte Yoongi noch einmal und genau das war der Moment, in dem Taeyhung realisierte, dass es nicht mehr länger möglich war mit Yoongi zu sprechen, da dieser von nun ab in seiner eigenen Welt eintauchen würde. Es war ein Mysterium, doch die verrückte Art Yoongis half ihnen schon abermals aus der Enge.
Taehyung stupste Kook leicht an, symbolisierte ihm damit, dass sie sich wieder entfernen würden und Hoseok war direkt hinter ihnen. Allerdings warf Kook noch einen letzten Blick auf Yoongi, ehe er sich wieder auf vorne konzentrierte. Die beiden gingen weiter und auch Hoseok meldete sich dann zu Wort, meinte, er würde sich auf den Weg machen.
Taehyung seufzte aufgrund eines Grundes, den er trotz Nachfrage von Kook nicht aussprechen wollte, denn auch er war am überlegen, was er nun mit Kook tun sollte. Ob er ihn zu sich nach Hause nehmen sollte oder den erschöpften Jungen noch etwas die Stadt sehen lassen sollte.
"Was hat es eigentlich mit diesem Yoongi und seiner Begeisterung auf sich?", fragte Kook dann auf einmal, womit Taehyung überhaupt nicht gerechnet hatte, denn der Kleinere war bisher immer recht still und meldete sich kaum zu Wort - eigentlich nur dann, wenn er wirklich musste.
"Yoongi ist - sagen wir es so - sehr außergewöhnlich, doch genau dieses Denken, zusammen mit seiner Fantasie, seinem Wissen und seiner enormen Kenntnis über Menschen haben wir es zu verdanken, dass uns schon so oft aus der Klemme geholfen wurde", erklärte Taehyung langsam und schnaufte einmal amüsiert. "Aber wie kommt es zu so einer Stellung?", hakte er dann weiter nach.
"Er besitzt für eine solche Stellung nicht weniger als... alles; ein verbindliches und doch zugleich dezidiertes Auftreten, Stattlichkeit der Erscheinung, natürliche Klugheit, Wohlwollen, Erzähler- und Rednergabe und vor allem die seltene Gabe, Menschen in ihren Taten zu analysieren", begann Taehyung dann aufzuzählen, doch ernetete dafür nur einen konfusen Blick Kooks.
"Was ich damit sagen möchte: Yoongi ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und ist in vielen Bereichen hervorragend, doch seiner Denkensweise haben wir seine Persönlichkeit zu verdanken, kannst du mir folgen?", versicherte sich Taehyung noch eimmal, leicht verständlich nickte Kook daraufhin.
"Ich bin froh drum, vielleicht bringt das etwas Licht in diese leere Dunkelheit", murmelte dieser vor sich hin, doch Taehyung kommentierte diese Aussage nicht mehr.
"Vielleicht sollten ich dir erst mal wieder zeigen, wie es ist ein Leben zu führen", sagte Taehyung dann voller Elan und klang sehr von sich überzeugt.
"Komm mit!"
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Dieses Kapitel war so eine Qual zu schreiben 💔
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