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Jimin

Ich weiche einen Schritt zurück und sehe ihn hilflos an. "Weiss ich doch nicht!", erwidere ich hastig, doch er folgt mir lediglich und lacht dunkel auf dazu. Oh lord, have mercy on my poor soul. "Nicht?", fragt er nach, "Ich denke, du hattest da was im Kopf. Verrat es mir."

Ich schüttle hektisch den Kopf. "Hatteichnicht!", zische ich verlegen und sehe weg, denn die Hand an meiner Hüfte bringt mich gewaltig aus dem Konzept. Er sollte damit aufhören! Als ob er meine Gedanken gehört hätte, lässt er von mir ab, legt aber den Kopf schief und unterbricht unseren Blickkontakt nicht. "Hattestduwohl", antwortet er in gleicher Manier, war aber sicherlich nicht derart nervös, wie ich gerade. Er kommt noch einen kleinen Schritt näher, sodass unsere Körper sich beinahe berührten und ich sehe mit geweiteten Augen zu ihm auf, während mein Herzschlag sich verschnellert.

Was tut dieser Kerl nur? Der bringt meinen ganzen Hormonhaushalt ausser Kontrolle und das kann ich mit meiner Familie auf keinen Fall brauchen. Ich bin heterosexuelll. Ich bin heterosexuell. Ich bin auf jeden Fall heterosexuell.

"H-hyung", jammere ich aufgewühlt und merke, wie meine Wangen wieder warm werden, als ich durch die Nähe wieder verlegen werde. Anstatt, dass er aber zurücktritt, legt er seinen einen Arm locker ausgestreckt über meine Schulter und zieht mich mit der anderen, die er abermals an meine Hüfte legt, noch ein kleines Stückchen näher. "Jiminie~",murmelt er leise, hörbar amüsiert, "Verrat es mir doch einfach..."

Ich beisse mir auf die Lippe und schüttle den Kopf. Ich muss mich erstmal wieder darauf konzentrieren, diese Nähe gerade nicht so sehr zu mögen, wie ich es tatsächlich tue. Es löst ein aufregendes Gefühl in mir aus und das sollte auf keinen Fall so sein. Hobi Hyung scheint jedoch nicht länger warten zu wollen, sondern drängt mich noch einen Schritt zurück, sodass ich schlussendlich die Wand an meinem Rücken spüre. Der Arm auf meiner Schulter verschwindet, als er sich mit der Hand an der Wand neben meinem Kopf abstützt. Seine andere Hand wandert langsam, federleicht zu meiner Taille und ich beisse mir stärker auf die Lippe, während ich überall hinsehe, nur nicht in die dunklen, intensiven Augen meines Gegenüber.

"Verrate es mir", verlangt er mit dunkler Stimme. Ich schlucke leer. "Du bist einfach nicht süss!", ist das einzige, was ich hervorbringe, sodass ich sein sanftes, leises Lachen wieder vernehmen kann. Kann er das mal lassen?! "Was dann?", hakt er leise nach, beinahe mit einem lockenden Klang in der Stimme.

Ich beschliesse, aufzugeben und zucke hilflos mit den Schultern, während ein tiefes Seufzen meine Lippen verlässt. Angestrengt starre ich auf meine Füsse und merke, wie meine Wangen mittlerweile brennen, als ich leise flüstere: "Naja... attraktiv?"

"Attraktiv klingt gut", bemerkt er und als ich aufsehe, erkenne ich sein breites, unverschämtes Grinsen. Ich nicke zustimmend. Attraktiv klingt toll. "Jetzt geh weg", murmle ich leise, denn mein Herz macht das alles langsam nicht mehr mit. Da Hobi Hyung sich nicht selbst vom Fleck bewegen will, lege ich ihm die Hände auf die Brust und versuche ihn eher halbherzig wegzuschieben, denn kaum machen meine Hände Kontakt mit seinem Oberkörper muss ich feststellen, wie verdammt muskulös er sich unter meinen Fingern anfühlt. Das sanfte Lachen von Hoseok daraufhin klingt wie die schönste Musik in meinen Ohren. "Ist das etwa schon alles? Schiebst du dann heute noch oder willst du mich streicheln?", neckt er mich und bewegt sich weiterhin nicht.

"Hyung, hör auf damit", bitte ich beinahe schon verzweifelt, denn ich muss nicht nur meinen Herzschlag wieder unter Kontrolle kriegen, sondern gleichermassen auch meine Hormone. Tatsächlich hört er auf mich, er richtet sich wieder komplett auf, streicht mir einmal beinahe gedankenverloren durch die Haare und wendet sich dann wortlos von mir ab.

Verwirrt sehe ich ihm nach, beobachte ihn dabei, wie er wieder den Blackjack-Tisch aufsucht, wie zuvor schon, und sich dort an seinem vorherigen Platz wieder niederlässt. Diesmal ist ein junger Mann an die Stelle der Frau getreten und verteilt die Karten, kaum ist der Tisch besetzt.

Seufzend schlinge ich meine Arme um meinen Oberkörper und ziehe die Schultern hoch, denn ich kann nicht leugnen, dass mir auf einmal kalt geworden ist, seit Hoseok einfach gegangen ist. Zwar beruhigt sich mein armes Herz nun wieder etwas, doch ich bin verwirrt über seinen stillen Abgang. Ich meine Trauer in seinen Augen gesehen zu haben, wenn nicht eher gesagt Enttäuschung und ich bin verwirrt darüber, dass ich die Nähe von zuvor irgendwie vermisse.

Er scheint jedoch ziemlich schnell ein neues Opfer gefunden zu haben, denn er lächelt bereits wieder den Angestellten am Blackjack-Tisch an und lehnt sich in seine Richtung, als dieser irgendetwas sagt. Er ist kein Kind von Trauer, wie es scheint, vermutlich habe ich mir die Enttäuschung in seinem Blick tatsächlich nur eingebildet, weil mein eigenes dummes Herz nichts besseres zutun hat, als zu überreagieren.

Ich sehe weg und beschliesse, meine Zeit zu vertreiben, ohne ständig Hobi Hyung am Rockzipfel zu hängen. Neugierig beginne ich durch das Casino zu laufen und sehe mich um. Es gibt Tische und Glücksspiele, soviel das Herz begehrt, von den meisten habe ich noch nie im Leben gehört. Zudem ist es laut und trotzdem unfassbar aufregend. Neugierig nähere ich mich einigen Tischen, erkenne Roulette, immerhin etwas, dass mir bekannt ist. Eine Weile verfolge ich das Spiel schweigend und versuche etwas schlau daraus zu werden, bis ich spüre, wie mir jemand auf die Schulter tippt. "Jimin?", erklingt Hobi Hyungs Stimme nahe meinem Ohr und ich drehe mich überrascht zu ihm herum, um ihn anzusehen. "Lass uns gehen. Ich denke, wir haben genug", meint er mit einem schiefen Lächeln.

"Haben wir?", vergewissere ich mich und er nickt. "Das ist mehr, als ich im Monat verdiene, also sollte es vermutlich reichen. Komm", antwortet er und setzt sich auch bereits wieder in Bewegung. Ich ziehe irritiert die Augenbrauen zusammen, folge ihm aber.

Vielleicht hat es zuvor noch nicht so extrem gewirkt, doch jetzt ist es völlig offensichtlich, dass er um einiges distanzierter zu mir ist, als vor wenigen Stunden noch und das wirft Fragen in mir auf. Ich schliesse zu meinem Hyung auf und kriege ihn am Ärmel zu fassen. "Hyung, hab ich... was falsch gemacht?", will ich wissen, während wir uns dem Ausgang nähern.

"Du? Wieso?", erwidert er lediglich und geht durch die Drehtür hinaus in die kühle Nachtluft. Ich atme tief ein und geniesse die frische Luft, im Gegensatz zu der stickigen im Casino. Ich zucke auf seine Frage hin mit den Schultern und schliesse wieder zu ihm auf, bis ich neben ihm hergehe. "Weil du komisch wirkst", gebe ich ehrlich zu und ziehe die Ärmel meiner Jacke über meine Finger.

Ich erhalte dafür nur einen sanften Stupser in die Seite und ein leises Lachen. "Denkt selbst darüber nach, Jimin", meint er leise, "Na komm, wir holen Schlüssel für zwei Zimmer, da ist das Hotel, wo Tae und Jungkook warten." Er beschleunigt seine Schritte und ich habe Mühe, mit ihm mitzuhalten, wenn ich nicht jogge. Wieso ist er so kalt zu mir? Offensichtlich habe ich etwas falsch gemacht, aber ich kann ihm nicht folgen. "Ich verstehe nicht, was du meinst?", sage ich daher. Anstatt, dass er mich aufklären würde, meint er aber bloss: "Ich mein, dass wir erst die Zimmer buchen, dann die beiden anderen holen."

Er weiss genau, dass das nicht war, was ich wissen wollte, aber er scheint es mir auf keinen Fall verraten zu wollen, wie es scheint und das frustriert mich ungemein.

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