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Taehyung Pov
Am liebsten würde ich alles von Jimin erfahren, als das Auto stehen bleibt und er den Motor ausschaltet, aber auch er weiß nicht, warum Jungkook uns gebeten hat hierher zu kommen.
Es hat eine ganze Stunde gebraucht, bis Jimin es überhaupt geschafft hat mich zu überreden. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir seine Bitte einfach ignoriert.
Die ganze Sache ist ein bisschen zu kompliziert, um sie mit einem Mal zu verstehen. Jungkook tut mir leid, für alles was er durchmachen musste, für die Verschwendung seiner Kindheit, die er nicht wieder erlangen kann, für den Verlust der einzigen Person, die ihm in dieser Zeit Trost gespendet und ihm liebe geschenkt hat und für die Narben, die ihm zugefügt wurden, nicht körperlich, aber seelisch.
Obwohl ich weiß, was er durchgemacht hat und obwohl ich weiß, dass er nicht mit ihr geschlafen hat, weil er sie liebt, bin ich immer noch wütend und enttäuscht.
Er hatte Angst, dass sie erneut versucht sich umzubringen und das es seine Schuld wäre, genau sowie er denkt das mit seiner Mutter sei seine Schuld, aber bei dem Versuch sie von ihrem Schmerz zu befreien, hat er mich verletzt und das kann ich nicht so einfach vergessen.
Ich habe nicht gemerkt, dass Jimin ausgestiegen ist und zucke zusammen, als er plötzlich neben mir steht und mir die Beifahrertür aufhält. Meine Hände zittern, warum weiß ich nicht, als ich den Gurt löse und aus dem Auto steige.
Noch bevor man das Gebäude überhaupt betritt, kann man von außen erkennen, was für Menschen es bewohnen müssen. Es handelt sich zwar um Wohnungen, aber sie sind teuer und sie sind luxuriös.
Bis vor einigen Wochen habe auch ich hier gelebt. Wenn man das schlafen im Bett des Mieters und das bedienen aus seinem Kühlschrank überhaupt so nennen kann.
Jimin schenkt mir ein letztes beruhigendes Lächeln, bevor wir das Gebäude betreten und er den Knopf für den Fahrstuhl drückt. Als wir einsteigen und uns auf dem Bildschirm jedes mal angezeigt wird wenn wir eine Etage passieren, wächst die Nervosität.
Wovor habe ich eigentlich solche Angst? Wahrscheinlich davor, den Mann wieder zu sehen, den ich zwei Wochen nicht mehr gesehen habe.
Genau wie vorhin im Auto zucke ich auch jetzt wieder zusammen, als das 'Ding' des Fahrstuhl mir das Zeichen gibt, dass wir in der erwünschten Etage angekommen sind.
Jimin steigt als erster aus und er ist es auch, der die Klingel zu Jungkooks Wohnung drückt.
Meine Gedanken kreisen rund ums weglaufen. Es wäre nicht schwer ins Treppenhaus zu rennen und die Treppen herunter zu sprinten, Jimin würde das sicher verstehen, aber ehe ich mein vorhaben in die Tat umsetzen kann, öffnet sich auch schon die Tür.
Niemand steht da um uns zu begrüßen, keine Spur von Jungkook. Sie wurde einfach offen gelassen damit wir eintreten können und nach einem verwirrten Blick in meine Richtung ist es auch genau das, was Jimin tut.
Er betritt die Wohnung und ich folge ihm mit nur wenigen Zentimetern Abstand. Wenn jemand das beobachten würde, würde diese Person sicher denken wir beide sind gerade dabei ein Geisterhaus zu besuchen, so sieht zumindest mein Gesichtsausdruck aus.
Jimin läuft gerade auf das offene Wohnzimmer zu, aber als er dort ankommt, bleibt sein Mund offen stehen. Ich folge seinem Blick, als ich mich neben ihn stelle und ich könnte schwören, dass mein Herz für einige Momente aufgegeben hat.
Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wie ich das beschreiben soll, was ich gerade fühle. Zum einen ist es mit dem Moment, als ich realisiert habe das Jungkook mit Jiyu geschlafen hat zu vergleichen, aber auf der anderen Seite sind es zwei komplett unterschiedliche Situationen.
Vor zwei Wochen habe ich mich betrogen Gefühl und ich dachte eine Welt stürzt für mich zusammen, aber das hier, das fühlt sich an wie Verrat und dieses mal bin ich mir sicher. Jungkook hatte meine Welt in den Händen und er hat sie zerdrückt, als wäre sie nichts weiter als eine Kugel aus Papier.
"Yoongi?", sagt Jimin und sieht dabei den kleineren der beiden Polizisten an.
Yoongi? Das ist doch sein Freund, aber sollte der nicht außerhalb der Stadt sein? Aber Moment... Wenn das hier Yoongi ist, dann muss der Polizist neben ihm sein Partner sein, Officer Kang und die beiden sind mit meinem Fall vertraut. Um genauer zu sein, mit meiner Verhaftung.
"Wir reden später, Jimin."
Yoongi holt die Handschellen aus seinem Gürtel hervor und kommt langsam auf mich zu. Es ist als würde er mir sagen wollen, dass ich keine Angst zu haben brauche und das habe ich nicht.
Ich bin gerade nicht im Stande überhaupt irgendetwas zu empfinden, mein ganzer Körper ist taub als Yoongi mir hinter meinem Rücken die Handschellen anlegt.
"Das kannst du nicht tun!" Jimin springt zu seinem Freund, packt ihn am Arm und versucht ihn von mir loszureißen, aber der schüttelt ihn einfach ab.
"Ich muss."
"Nein, nein, Yoongi, du verstehst das nicht..."
"Du hast recht", unterbricht der Polizist ihn. "Ich verstehe es nicht. Du hast zwei Wochen lang einen Verbrecher bei dir versteckt und du hast mir nichts davon gesagt. Ich verstehe es tatsächlich nicht."
Zum ersten Mal, seit wir hier angekommen sind hebe ich den Blick und sehe den Mann an, dem ich das hier zu verdanken habe.
Er steht neben einem der Stühle am Esstisch und stützt sich daran ab, als wäre er derjenige, der von der ganzen Situation überrumpelt wurde, nicht ich. Selbst aus dieser Entfernung sehe ich die Tränen in seinen Augen, aber es könnte mich nicht weniger interessieren.
Yoongi dreht mich um und schubst mich sanft nach vorne, sodass ich auf die Tür zugehe, aber meine Beine wollen sich nur langsam bewegen, meine Brust ist immer noch wie zugeschnürt.
"Warte!"
Es ist komisch, wie seine Stimme, die ich solange nicht mehr gehört habe, immer noch so viele Empfindungen in mir auslösen kann. Es kommt mir vor, als wäre sie lauter und klarer als die der anderen.
"Könnten wir fünf Minuten haben? Ich würde nur gerne ganz kurz mit ihm reden."
Jetzt erst meldet sich mein Herz nach dem kurzen Schlaf, das es gehalten hat wieder zu Wort. Es fängt langsam an, bis es immer Wilder wird und es anfängt in meiner Brust zu schmerzen.
"Ich denke, das lässt sich machen", sagt Officer Kang und deutet Yoongi mit seinem Blick, dass er mich loslassen soll, aber ich schüttle den Kopf.
"Nein." Meine Lippen bewegen sich von alleine. Dieses mal hört mein Körper ausnahmsweise zum Glück nicht auf meine Gefühle, sondern auf meinen Verstand. "Ich habe das Recht zu Schweigen, nicht wahr?"
Ohne Jungkook auch nur ein weiteres Mal anzusehen, drehe ich mich wieder um und strecke Yoongi meine Hände hin, damit er mich abführen kann.
Im ganzen Raum herrscht Stille, als er tatsächlich auf mich hört und mich aus der Wohnung führt.
Ich weiß, was mich erwartet und wenn ich tatsächlich eine lange Zeit meines Lebens für einen Mord hinter Gitter muss, an den ich mich nicht mal erinnere, ist es nicht Jungkooks Gesicht, das ich vor mir sehen will.
Ich möchte nicht an die letzten Worte denken, die er mir sagte bevor man mich anführte, nicht an die Rechtfertigungen für seinen Verrat.
Ich möchte gar nicht mehr an ihn denken müssen.
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Ich konnte euch einfach nicht warten lassen und habe das Kapitel auf die schnelle geschrieben 😁
Ps: Ich kenne eine Person, die mich jetzt sadistisch nennen wird 😂😂😂😂😂😂😂
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