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Jungkook Pov
Es ist wohl Naiv zu denken, man könnte sich eine Minute Zeit nehmen um einen frischen Kaffee zu genießen, denn selbst das, was eigentlich als meine Pause gilt, nutzen meine Kollegen um mich mit der Arbeit voll zu quatschen.
Und wenn ich Kollegen sage, dann meine ich hauptsächlich Jimin.
Ich schließe die Augen und versuche seine Stimme gänzlich auszublenden während er den anderen am Tisch erzählt wie schwer es ihm immer fällt ältere Menschen zu operieren.
Manchmal glaube ich wirklich, dass Jimin den falschen Beruf ausgewählt hat. Das ist als würde ein Soldat sagen, dass es ihm leid tut mit einer Waffe zu schießen. Der OP Saal ist nun mal unser Schlachtfeld und Jimin wusste worauf er sich einlässt als er das Studium angefangen hat, trotzdem denke ich, er wäre im Job des Psychologen besser aufgehoben, er redet ja so gerne über Gefühle und all das Zeug.
"Jungkook", reißt mich eine Stimme aus meinen Gedanken und ich drehe mich langsam um, glücklich darüber das es nicht Jimin ist der mich nach meiner Meinung zu einem bestimmten Thema fragen möchte.
"Deine Pause ist doch um, oder?", fragt Seokjin, ebenfalls als Chirurg tätig, während er sich an dem Kühlschrank bedient.
Ich werfe einen Blick auf die Armbanduhr und muss enttäuscht feststellen, dass er nicht Unrecht hat. Die Zeit ist an mir vorbei geflogen wie nichts.
"Ich habe noch fünf Minuten."
"Heb sie dir auf", sagt er bevor ich mich wieder umdrehen und meinem Becher Kaffee widmen kann.
"Du hast doch letztes mal dieses recht hübsche Mädchen behandelt."
"Da waren so einige dabei, die als hübsch gelten würden, du musst schon präziser werden wenn du möchtest das ich dich verstehe."
Ich würge den mittlerweile kalten Kaffee runter und stelle den leeren Becher auf dem Tisch ab. Jimin hat aufgehört zu reden und lauscht, genau wie der Rest der Kollegen in diesem Raum, dem Gespräch zwischen mir und Jin.
"Das Mädchen mit dem gebrochenen Arm und den blonden Haaren."
Eine ausführliche Beschreibung ist das zwar immer noch nicht, immerhin ist ein gebrochener Arm nichts seltenes, aber ich weiß wen er meint, wobei die blonden Haare da um einiges geholfen haben.
"Ja, die habe ich behandelt. Was ist mit ihr?", frage ich und runzle verwirrt die Stirn.
Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich irgendwann wieder über sie sprechen würde. Als sie das Krankenhaus verließ war sie auf sich alleine gestellt, immerhin hat sie den Zettel unterschrieben das sie entgegen meiner Empfehlung nicht länger hier bleiben will.
"Sie ist wieder da."
Jin schnappt sich einen Pudding, auf dem eigentlich deutlich mein Name steht und einen Löffel, ohne das es ihn interessiert dass ich direkt hier stehe und ihn beobachte.
Das Mädchen... Wie war ihr Name gleich nochmal?
Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung, sie war nicht besonders auffällig, hübsch, aber ein Gesicht das man überall auf der Straße sieht, nichts was mir auffallen würde.
Was tut sie schon wieder hier? Was ist es dieses mal, was ihr zugestoßen ist?
"Und was habe ich damit zu tun?", frage ich während ich mich aus meinem Stuhl erhebe.
"Sie hat nach dir als Arzt gefragt."
"Nach Jungkook?!", fragt Jimin fassungslos und sagt mir mit seinem Blick, dass er glaubt das Mädchen muss verrückt sein, wenn sie mich als ihren Arzt auswählt.
"Wir sind hier in einem Krankenhaus, wenn sie behandelt werden will, sollte sie sich mit dem Arzt zufrieden geben der gerade Zeit für sie hat. Seit wann darf man sich das wünschen?"
Jin ist gerade dabei den Löffel mit meinem Pudding an seinen Mund zu führen, da entreiße ich ihm beides, schmeiße den Löffel in die Spüle und den Pudding in den Müll.
Beleidigt verschränkt er die Arme vor der Brust und sieht mich an, als wäre ich der schlechteste Mensch, der ihm jemals unter die Augen gekommen ist, aber das kümmert mich nicht weiter.
"Du bist ja jetzt frei", sagt Jimin mit einem schadenfrohen Lächeln während er auf die Uhr zeigt. "Und zwar seit genau zwei Minuten."
Jin nickt zustimmend und sieht mich erwartungsvoll an, während er wieder zum Kühlschrank stolziert und einen weiteren Pudding raus nimmt.
"Schon gut", sage ich, schnappe mir den Kittel den ich über die Lehne des Stuhles gehängt habe und schlüpfe wieder hinein.
"Viel Spaß", höre ich noch wie Jin mir mit vollem Mund hinterher ruft.
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