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Jimin Pov
Mit einem dröhnenden Kopf und fetzen artigen Erinnerungen an gestern, öffne ich die Augen und blicke neben mich, um zu sehen, dass ich ganz alleine im Bett liege. Mir ist danach die Augen einfach wieder zu schließen und einzuschlafen, um diese Kopfschmerzen nicht spüren zu müssen, aber aus irgendeinem Grund gefällt mir die Tatsache, dass Yoongi hier nicht liegt ganz und gar nicht.
Also drehe ich mich einmal und schiele auf die Digitaluhr neben unserem Bett, um zu sehen, dass es bereits Mittag ist. „Ach du scheiße", murmle ich zu mir selbst und setze mich auf, blinze mehrmals und verfluche zum ersten Mal in meinem Leben das Tageslicht, welches durch die Fenster scheint. Kann es nicht etwas dunkler sein?
„Hyung?", rufe ich mit kratziger und dementsprechend auch nicht besonders lauter Stimme durch den Raum, bekomme jedoch keine Antwort. Also schlage ich die Bettdecke erstmal beiseite, stehe auf und tapse ins Bad. Was ich dort im Spiegel sehe, erschreckt mich dann in der Tat doch ein klein wenig. Mein Gesicht ist leicht geschwollen, was nach dem Aufwachen nicht unüblich ist, aber die tiefen Augenringe und zerzausten Haare verleihen meinem Look einen etwas fragwürdigen, nahezu gruseligen Hauch. Ich sehe aus, als hätte ich drei Tage nicht geschlafen und um ehrlich zu sein, fühle ich mich auch genauso.
Mit halber Motivation versuche ich das Elend ein bisschen zu kitten, putze mir die Zähne, wasche mein Gesicht und kämme mir die Haare, doch letztendlich sehe ich immer noch ziemlich fertig mit meinem Leben aus.
Also nehme ich es einfach so hin und gehe wieder aus dem Bad, mache mich auf dem Weg zur Küche, wo ich ihn dann auch endlich sehe. Er sitzt am Tisch, vor ihm steht eine Tasse Kaffee, welcher noch heiß sein muss, und seine schwarze Brille. Sein Kopf ruht auf seiner Hand und seine Augen sind geschlossen. Schläft er etwa?
„Yoongi Hyung?", sage ich etwas vorsichtig, da öffnet er ein Auge, um mich kurz anzuschauen, schließt es jedoch direkt im Anschluss wieder. Ich muss leer schlucken, als ich mich auf dem Stuhl ihm gegenüber niederlasse und ihn mustere. „Geht es dir nicht gut?", frage ich ihn vorsichtig und spüre bereits, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Naja, ich habe keinen vollkommenen Filmriss, ich kann mich halbwegs an gestern erinnern und schließlich auch daran, dass ich ohne Yoongi vermutlich nicht Nachhause gekommen wäre.
Ein weiteres Mal blicke ich auf die Tasse vor ihm und den Kaffee. Dann wieder in sein Gesicht. Er sieht - ebenso wie ich - fertig und unfassbar müde aus.
„Oh mein Gott, hast du etwa nicht geschlafen?", fällt es mir wie Schuppen von den Augen, woraufhin er mich ansieht und die Arme auf dem Tisch verschränkt. In seinem Gesicht liegt keine Ausdrucksweise, er schaut mich einfach nur mit einem Pokerface an; ziemlich kühl, was mich total verunsichert. Auf meinen Lippen bildet sich ein schiefes Grinsen, so unangenehm wir mir das Ganze ist, doch das scheint die Situation kein bisschen zu lockern.
„Wie hätte ich schlafen können? Immerhin musste ich auf dich aufpassen, weil du es offensichtlich nicht konntest."
Eigentlich wollte ich dieses Thema so gut es geht meiden, weil mir das von gestern wirklich ziemlich unangenehm; schon fast peinlich ist. Vor allem vor Yoongi, weil ich deutlich spüren kann, wie enttäuscht er von mir ist, aber er ist viel zu sauer auf mich, um dem aus dem Weg gehen zu können. „Ich weiß auch nicht, wieso ich gestern so die Kontrolle verloren habe. Irgendwie habe ich nicht wirklich darüber nachgedacht", sage ich kleinlaut.
„Ja, dass Nachdenken gestern nicht so deine Stärke gewesen ist, hat man gemerkt."
Ouch.
Mein Blick senkt sich und ich starre auf den Tisch. Er scheint wirklich sauer zu sein. So gemein ist er bisher nie zu mir gewesen und auch, wenn ich ihn irgendwo verstehen kann und ich es verdiene, tut es dennoch weh. Es ist nicht mal das, was er zu mir sagt, sondern eher der Ton, der in seiner Stimme mitschwingt. „Tut mir wirklich leid."
„Weißt du eigentlich, wieso ich sauer auf dich bin? Ich möchte nicht, dass du dich bei mir entschuldigst, Jimin. Du hast mich gestern ganz schön enttäuscht und das aus keinem anderen Grund, als diesen, dass ich dich liebe und mich um dich sorge. Beim nächsten Mal bin ich nicht da, um dir zu helfen oder auf dich aufzupassen. Du hättest bei sonst wem landen können, oder was weiß ich wem über dem Weg laufen, wenn du alleine gewesen wärst. Nicht einmal richtig gehen konntest du. Ich bin nicht sauer, weil du mir damit geschadet hast. Ich bin sauer, weil du dir damit nichts Gutes getan hast; die Kontrolle verloren hast und enttäuscht, weil ich deshalb überhaupt sauer sein muss. So hätte ich dich nicht eingeschätzt."
Seine Worte machen mir nur ein noch schlechteres Gewissen. Ich verstehe genau, worauf er hinaus will und ich habe wirklich nicht vor, mich noch einmal so zu betrinken. Nicht nur wegen dem, was er mir gerade sagt, sondern auch, weil ich mir diese Kopfschmerzen nie wieder antun möchte.
Schuldbewusst hebe ich den Blick und schaue ihn an. „Das kommt wirklich nicht mehr vor. Ich werde vorsichtiger sein, vermutlich sogar nie wieder mehr das Zeug anrühren. Das Gefühl ist echt widerlich, nicht nur gestern, sondern auch heute", versichere ich ihm. Er scheint noch unbeeindruckt zu sein, seufzt nur leicht und sagt eine ganze Weile nichts. Am liebsten würde ich mehr sagen, aber letztendlich blicke ich ihn einfach nur an nach an und sage murmelnd: „Ich liebe dich doch auch, Hyung."
Er lockert auf meine Aussage hin die Schultern und seine Mundwinkel zucken kaum merklich nach oben, dann schüttelt er den Kopf leicht über mich. Die Chance ergreife ich sofort und erhebe mich vom Stuhl, stelle mich hinter ihn und lege meine Arme um seinen Hals, ehe ich mich etwas über seine Schulter lehne und einen Kuss auf seine Wange gebe. „Danke, dass du wieder einmal auf mich aufgepasst hast und obwohl du meintest, ich solle mich nicht bei dir entschuldigen, sehe ich das ganz anders. Du hast wegen mir nicht geschlafen und ich hasse mich dafür, weil es dir heute dementsprechend geht. Das tut mir alles so leid. Aber bitte sei nicht mehr sauer, Yoongi. Das war das erste und letzte Mal, versprochen", murmle ich und schlinge meine Arme enger um ihn.
Er dreht den Kopf kurz in meine Richtung und beäugt mich leicht, dann schaut er wieder nach vorne, nimmt seine Tasse in die Hand und nippt an seinem Kaffee. Sobald er sie von seinen Lippen entfernt, erkundigt er sich über meinen Zustand. „Hast du Kopfschmerzen?" Tatsächlich frage ich mich, ob ich ihn mit meiner Entschuldigung erreichen konnte, oder nicht. Im Moment bin ich mir noch unsicher. „Ja, mein Kopf fühlt sich so an, als würde er gleich platzen", untertreibe ich ein wenig.
„Gut", erwidert er sofort, weshalb ich den Mund vor Schock leicht öffne, dann aber zu lachen beginne, was bei ihm nicht anders ist. Meine Antwort, ob ich ihn erreichen konnte, ist damit schließlich geklärt. Ich schmiege mich an ihn und genieße es, als er endlich eine Hand hebt, sie auf meinen Arm legt, welcher um ihn gelegt ist, und anfängt über ihn zu streicheln.
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Partnerstory written by @riawinchesterx & @elijeon
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