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25. Eintrag
Ich wollte etwas sagen, nur etwas, um diese erdrückende Stille, die nun herrschte zu vertreiben. Doch konnte einfach nicht. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Taehyung holte tief Luft und griff nach meiner Hand, die er fest in seine nahm. "Ich sagte dir doch bereits, das sie eine Firma leiten", erklärte er leise und räusperte sich.
Ich nickte langsam. Der Ältere malte mit dem Daumen kleine Kreise auf meinem Handrücken. "Nun, diese Firma... Es handelt sich um die Hana Financial Group - einflussreich, wie du siehst", erklärte er ruhig, "Und ich bin das einzige Kind meiner Eltern, das heisst, ich werde die Firma übernehmen müssen. Jetzt stell dir mal vor, was für ein riesen Skandal es wird, wenn dieses Kind homosexuell ist." Ich schluckte leer.
Diese Last musste schrecklich sein...
Er hob den Blick ganz leicht, blickte zwischen seinen Wimpern zu mir auf. "Meine Eltern wollen mir aller Macht versuchen, zu unterdrücken, wenn man so sagen kann, wen ich liebe. Sie wollen unbedingt, dass ich hetero bin. Ich sagte dir doch, ich habe Angst. Ich habe Angst, sie zu enttäuschen. Aber gleichzeitig, habe ich Angst, dich dabei zu verlieren..." Gegen Ende war seine Stimme lediglich ein leises Hauchen.
Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte, wenn meine Eltern mich zwingen würden, jemanden zu lieben, den ich ich nicht lieben konnte.
"Taehyung?", fragte ich leise. Der Dunkelhaarige sah auf. "Ich... ich denke, beides kannst du nicht haben", gab ich bekannt und er schluckte leer. "Und wie soll ich das entscheiden?", fragte er leise.
"Ich habe eine Idee", schlug ich vor und räusperte mich etwas. Taehyung sah auf. "Sag mir, wie fühlst du dich, bei deinen Eltern?", fragte ich leise. Er schürzte die Lippen und sah auf seine Hände. "Einsam", krächzte er, nachdem er eine ganze Weile geschwiegen hatte.
"Und wie fühlst du dich bei mir?", fragte ich leise und unsicher.
Ich sah, wie er schluckte und dann mit den Schultern zuckte. Ich legte den Kopf schief und umarmte ihn dann fest. "Wie fühlt es sich an?", fragte ich leise. Er antwortete nicht, weshalb ich mich etwas löste und einen kurzen Kuss auf seine Wange drückte. "Wie fühlt sich das an?", fragte ich weiter, strich ihm durch die weichen, dunklen Haare, platzierte meine Hände an seinen Wangen und sah ihm tief in die Augen.
"Wie fühlt es sich an, Taehyung?"
Er hob langsam seine Hand und legte sie an meinen Nacken, bevor er mich näher an sich zog.
"Geliebt", hauchte er leise und entlockte mir ein sanftes Lächeln. Der Ältere legte den Kopf ganz leicht schräg und näherte sich mir. "Kannst du mich nicht lieben, auch wenn ich einsam bin?", fragte er mich unsicher.
"Du meinst ein Versteckspiel?", erriet ich und er nickte vage. Ich biss mir auf die Lippe und nickte schlussendlich.
Hauptsache, ich konnte mit ihm zusammen sein. Dafür ginge ich wohl jeden Kompromiss ein.
Taehyung begann zu lächeln, so glücklich und strahlend, dass es ansteckend war. Dann beugte er sich vor und wie zuvor schon, berührten seine Lippen meine. Doch diesmal übte er etwas Druck aus und seine Hände legte er an meine Wangen.
Ohne zu überlegen erwiderte ich den leichten Druck und merkte, wie ein Feuerwerk in meinem Inneren losging. Es fühlte sich unglaublich an, wunderschön, unvergleichbar mit jedem schönen Gefühl. Das, was ich jetzt spürte, übertraf das alles um Längen.
Taehyung löste sich von mir und grinste halbwegs. "Ich liebe dich", flüsterte er. Mein Lächeln wurde breiter den je. "Ich liebe dich auch", erwiderte ich, bevor ich ihn wieder stürmisch zu küssen begann und ich kichernd rücklings auf das Bett fiel und ihn mit mir zog.
Ich war im Himmel gelandet, so dachte ich.
Dabei begab ich mich gerade freiwillig in die Hölle, nur das ich es nicht bemerkte...
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