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Ein stetiges Klopfen reisst mich aus meinem leichten Schlaf. Verwirrt setze ich mich auf und fahre mir durch die Haare, bevor ich auf die Uhr schaue und sehe, dass es bereits halb elf ist.
Das Klopfen hört nicht auf. "Jungkook?", höre ich Hoseoks leise, unsichere Stimme vor der Tür. "Bitte mach auf. Ich habe hier etwas für dich."
Ich will es nicht. Was es auch ist, ich will es nicht.
Ohne zu antworten, lasse ich mich zurück in die Kissen sinken und schliesse meine Augen.
"Jungkook! Bitte, Kookie, die anderen werden es zerreissen, bevor du es siehst!" Ich schlage meine Augen wieder auf und setze mich ein weiteres Mal auf. Zerreissen? Aber wieso sollten sie es denn zerstören? Wollen sie nicht, dass ich es sehe?
Wieso nicht?
"Jungkook, sie kommen gleich wieder!", drängt Hoseok mich. Einerseits will ich es echt nicht sehen, doch andererseits ist die Neugier zu gross. Hoseok spricht so, als ob es mir wirklich wichtig sein sollte und der Rest es nicht erfahren darf.
Also stehe ich diesmal auf, laufe langsam zur Tür und schliesse sie auf. Hoseok stolpert ins Zimmer und ich verschränke die Arme vor der Brust, sehe ihn abwartend an. Der Ältere hält die Hand hoch und zeigt mir einen zerknitterten Briefumschlag, der bereits geöffnet wurde.
Fragend ziehe ich die Augenbrauen hoch und stelle ihm somit die unausgesprochene Frage.
Was ist das?
Mein Hyung schluckt leer, als er mir den Umschlag hinstreckt. "Das ist für dich heute angekommen", flüstert er heiser und räuspert sich, "Sie wollten es dir nicht zeigen. Aber ich...ich bin der Meinung, dass du das Recht hast, es zu erfahren."
Seine Hand zittert und ich bin mir unsicher, ob ich überhaupt sehen will, was da drinnen steht. Langsam nehme ich ihm den Brief ab und drehe ihn in meinen Händen. Er hat keinen Absender, lediglich meine Adresse steht darauf, in einer schönen, geschwungenen Schrift, die ich nicht kenne.
Etwas verunsichert sehe ich wieder auf, zu Hoseok, stelle ihm die nächste stumme Frage.
Du weisst, was da drinnen steht, oder?
Er nickt ebenfalls stumm und mein Herz zieht sich ängstlich zusammen. Tief durchatmend nehme ich das einmal gefaltete, sich edel anfühlende Papier aus dem Umschlag und klappe es auf.
Ich lese mir alles bis zum Schluss durch, bevor mir das Papier aus meinen zitternden Fingern gleitet. Langsam hebe ich den Blick und sehe Hoseok mit grossen Augen fassungslos an. Beinahe apathisch schüttle ich den Kopf. Während ich einen Schritt rückwärts gehe. Hoseok beisst sich auf die Lippe.
"Es tut mir so leid, Jungkook", flüstert er und ich schluchze laut auf. Meine Beine geben nach und ich sinke auf die Knie, raufe mir dabei die Haare und gebe einen verzweifelten Schrei von mir.
Das Blatt liegt noch immer vor mir, säuberlich gefaltet und bereit mich zu zerstören. Mein Herz weiter zu zerschneiden, mit seiner scharfen Kante.
Ich dachte Taes Verschwinden tut weh?
Das tut noch viel mehr weh. Als ob man mir das Herz aus der Brust reisst, darauf einsticht, es verbrennt und mit Säure übergiesst. Wie eine Lawine begräbt der Schmerz alles unter sich.
"Nein, nein, nein!", weine ich verzweifelt und Hoseok schlingt die Arme um mich, versucht mir irgendwie Trost und halt zu geben, während ich mich an seinen Pulli klammere und meinen Tränen freien Lauf lasse.
Er hat es mir versprochen. Er hat es mir versprochen, verdammt!
Verräter. Lügner. Wieso kann ich dich nicht hassen?
Wieso tut es so weh?
Wieso tust du mir das an?
Ich wünschte, du wärst tot.
Verzweifelt schlage ich auf Hoseoks Brust ein, versuche irgendwie diesen Schmerz in meiner Brust zu betäuben. Meine Kehle wirkt wie zugeschnürt, mir ist schwindelig und schwarze Punkte tanzen vor meinen Augen, während meine Schluchzer in Raum wiederhallen und meine Tränen nicht versiegen wollen. "Es tut mir leid", murmelt Hoseok immer wieder und drückt mich fest an seinen warmen Körper, obwohl er nichts dafür kann.
Das ist zu viel.
Gerne laden wir Sie am 6.6 um 19:30 Uhr ein, zu unserer Verlobungsfeier.
Kim Taehyung & Asuka Takahashi
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