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Als ich mir sicher bin, dass Jin nicht mehr zuhause ist, sondern bei seiner Arbeit in dem kleinen Cafe, zwei Strassen weiter, schleiche ich mich aus meinem Zimmer und suche seines auf.
Die Einladung steckt in meiner Hosentasche und brennt, als stünde sie in Flammen. Darüber hinweggekommen bin ich noch immer nicht, aber wenigstens habe ich aufgehört, mir die Augen aus dem Kopf zu heulen, was ich die ganze Nacht über getan habe.
Nun habe ich das Gefühl, nie wieder weinen zu können, so viele Tränen habe ich den 24 Stunden vergossen. Hoseok habe ich nach einiger Zeit weggeschickt, dann bin ich in mein Bett gekrochen und habe in mein Kissen geschrien.
Und selbst jetzt, wo ich bereits heiser bin und keine Tränen mehr habe, schmerzt mein Körper, als ob man mich geprügelt hat. Dabei habe ich lediglich eine Einladungskarte zu einer Verlobungsfeier erhalten.
Doch genau diese Einladungskarte zerstört mein ohnehin schon jämmerliches Leben. Tae sagte mir, er liebt mich, dass er niemals einen anderen Menschen finden könnte, ausser mir. Was ist daraus geworden? Jetzt ist er verlobt.
Und das nicht mit mir.
Alleine die Vorstellung, wie er diesen Ring trägt, dass er dieses Mädchen heiratet, lässt mich kotzen. Dass er ihre Hand hält, ihr sein unvergleichbares, süsses Kastenlächeln zuwirft, dass er sie küsst oder gar berührt.
All das lässt mich innerlich ausrasten. Ich hasse diese Vorstellung.
Als ich im Zimmer meines Hyungs stehe beginne ich dieses nach seinem Laptop zu durchsuchen. Ich besitze keinen und mein Handy habe ich ja erstklassig zerstört.
Ich werde bald fündig, woraufhin ich ihn auf das Bett des Ältesten schmeisse und dann weiter nach seiner Kreditkarte suche.
Kaum habe ich auch die in einer kleinen Schublade seines Schreibtisches gefunden, schnappe ich mir den Laptop und husche damit zurück in mein Zimmer, bevor ich die Tür verriegle und mich an meinen Tisch setze.
Ich ziehe die mittlerweile recht mitgenommene Einladungskarte aus meiner Tasche, wo der Ort, an dem die Party stattfinden wird. Der ganze verdammte Zirkus ist in Tokyo, daher auch der japanische Name des Mädchens, und da ich in Seoul lebe, muss ich mir wohl oder übel einen Flieger nach Tokyo buchen, genauso wie ein Hotel für die paar Tage.
Und weil ich als Schüler nicht genügend Geld für so etwas aufbringen kann, muss wohl oder übel Jins Geldbörse dran glauben, bis ich ihm das wieder zurückzahlen kann.
Schnell beginne ich das Internet nach billigen Flügen zu durchsuchen und anschliessend nach einem Hotel in der Nähe der mir angegebenen Adresse.
Als ich beides habe, beginne ich eine Sporttasche mit einigen Klamotten zu füllen und schleiche mich dann aus dem Haus, zur nächsten Bushaltestelle.
Irgendwie weiss ich selber nicht, wieso ich das tue. Vermutlich einfach, um ihn ein letztes Mal zu sehen. Um ein letztes Mal sein vermutlich glückliches Gesicht zu sehen, ein letztes Mal seine Stimme zu hören.
Ich will ihn einfach nur ein letztes Mal sehen und ihm sagen, was für ein verdammter Lügner er ist.
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