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"Gibt es etwas Bestimmtes, was du zum Essen möchtest?", fragt Taehyung mich, als er den TV abschaltet und mich fragend anschaut.
Kurz denke ich nach, bevor ich strahlend antworte: "Können wir Kimchi machen?" Er beginnt zu lachen, nickt aber. "Dann müssen wir nur die Zutaten einkaufen gehen", räumt er ein und ich nicke bereitwillig.
Es ist viel zu lange her, als ich zum letzten Mal koreanisch gegessen habe und für Tae ist das vermutlich noch länger her. Ich lasse von dem Braunhaarigen ab, an den ich mich den gesamten Film über gekuschelt habe, und springe auf die Füsse. "Beeil dich! Ich hab Hunger!", quengle ich und stürme in den Eingangsflur. "Kookie", lacht Taehyung amüsiert, folgt mir aber, nachdem er die Autoschlüssel, Handy und Geldbörse geholt hat.
"Ich muss noch kurz bei der Firma vorbei, dauert aber nicht lange. Dann holen wir Zutaten für Kimchi, in Ordnung?", fragt Taehyung, kaum sitzen wir im Auto. Ich nicke und der Ältere fährt aus der Garage und fädelt sich in den Verkehr ein.
Wir waren einige Minuten, bis Tae vor einem riesigen Gebäude parkt. Scharen von Menschen eilen umher, einige betreten das Gebäude, andere verlassen es und wiederum andere würdigen es keines Blickes.
Tae platziert eine Hand an meiner Wange und lehnt sich vor, um mich sanft zu küssen. "Bin gleich wieder da", lächelt er und steigt aus, während ich nicke. Er läuft um das Auto herum und dann hastig die Treppen hoch, zum Eingang des Gebäudes. Ich sehe ihm nach, bis er verschwunden ist.
Die Minuten verstreichen und ich werde immer ungeduldiger. Seufzend lehne ich meinen Kopf gegen die kühle Scheibe des Autos und schliesse kurz meine Augen. Doch selbst das ist nicht gerade ablenkend, weswegen ich sie alsbald wieder aufschlage und erneut aus dem Fenster schaue. Anscheinend habe ich ein gutes Timing, denn ich sehe, wie Taehyung zwischen dem Gewühl der Menschen auftaucht und mit schnellen, grossen Schritten auf den Wagen zuhält. Dann entdecke ich die Frau hinter ihm, die mit ihm zu diskutieren scheint.
Als ich mir Tae genauer unter die Lupe nehme, kann ich auch sehen, dass er sichtlich angepisst ist. Als ich aber die Frau genauer betrachte, bleibt mein Herz stehen.
Das ist seine Mutter.
Niemals könnte ich diese Person vergessen, mit ihrer nervigen Stimme, den falschen Nägeln, rot gefärbten Haaren und dem strengen Dutt, den sie auch heute hat. Doch anstatt wie damals ein schwarzes Kleid, trägt sie nun einen dunkelgrauen Blazer und den dazu passenden engen Rock, während sie in schwarzen High Heels meinem Freund hinterher eilt und wild mit den Händen gestikuliert.
Taehyung umrundet ohne mit ihr zu reden das Auto und ich sehe, wie seine Mutter stehen bleibt und die Hände in die Hüften stemmt. Nun scheint sie definitiv wütend zu sein und ihr Blick sticht böse durch die Scheibe. Und dann blicken wir uns direkt in die Augen.
Ihre Gesichtszüge entgleisen ihr, Überraschung, Entsetzen und Fassungslosigkeit kann ich sehen. Sagte Tae nicht, dass sie mich nie wieder in seiner Nähe sehen will? Noch bevor ich den Blickkontakt hastig abbrechen kann, fährt er aber bereits los und lässt das Firmengebäude, wie auch seine Mutter hinter uns.
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