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Sie kniet sich neben mich und spüre, wie sie mir das Handy aus der Tasche zieht. "Code?", fragt sie nur kalt und ich sehe den schwachen Schein in der dunklen Gasse, der ihr emotionsloses Gesicht erleuchtet.

Sie schaut zu mir, doch ich schaffe es nicht lange, die Augen offen zu behalten, so schrecklich erschöpft bin ich. Mein gesamter Körper schmerzt, überall habe ich Wunden und grösstenteils erinnere ich mich gar nicht mehr, was diese Typen alles mit mir angestellt haben. Ich weiss nur, dass selbst mein Mund voll mit dem metallischen Geschmack von Blut voll ist und ich mir sicher bin, nicht mehr aufzustehen heute, so sehr tut mir alles weh.

"Code!", zischt Taehyungs Mutter wieder, diesmal schärfer und fordernder. Mit krächzender, leiser Stimme teile ich ihr die Zahlenkombination mit, die sie eingibt und dann auf meinem Smartphone herumtippt. 

Anschliessend höre ich, wie es piept, als sie jemanden anruft und den Lautsprecher einschaltet. Ich ahne bereits, wer es sein wird, doch ich stöhne leise auf, als sich meine Vermutung bestätigt und ich Taehyungs Stimme höre: "Kookie? Wo bleibst du?"

Sie hält mir mein Handy vors Gesicht, eine klare Aufforderung zu reden. "T-Tae?", flüstere ich heiser und krümme mich vor Schmerzen, als mir jemand auf meine ausgestreckte Hand tritt und ich einen Laut von mir gebe, der einem jaulenden Hund gleicht, während ich meine schmerzende Hand rasch an meinen Körper drücke.

"Jungkook!", ruft seine tiefe Stimme alarmiert durch das Telefon, "Was ist passiert?! Wo bist du?" Ich stosse wimmernd die Luft in meinen Lungen aus. "I-ich weiss es nicht", flüstere ich mit erstickter Stimme und meine Augen klappen wieder zu.

Bevor Tae etwas erwidern kann, beginnt seine Mutter mit ihm zu sprechen, doch sie schaltet den Lautsprecher aus. Ich bekomme nicht einmal genau mit, was sie sagt, die Schmerzen sind so stark, dass sie alles andere in den Hintergrund stellen.

Mein Kopf schmerzt, das Atmen tut weh, auch nur die kleinste Bewegung fühlt sich wie eine Folter an.

Nur am Rande kriege ich noch mit, wie seine Mutter gemeinsam mit den Typen mich alleine in der Gasse zurücklässt.

Mir ist schrecklich kalt und ich weiss nicht, wie viel Zeit vergangen ist, doch mittlerweile fühlt sich mein Körper taub an. 

Ich höre nur plötzlich, wie ein Auto mit quietschenden Reifen hält, dann eine Tür, die zuschlägt und schliesslich Schritte, die näherkommen. "Gott, Jungkook!", schnappt die mir bekannte Stimme nach Luft, als sich zwei Hände unter meinen Rücken legen, mich hochheben und auf Taehyungs Schoss platzieren. Kraftlos lasse ich meinen Kopf gegen seine Brust fallen und stöhne leise, als sich der Schmerz wieder meldet.

"Was hat sie dir nur getan, verdammt", flüstert der Ältere und streicht mir durch die Haare, während ich sein Schluchzen höre. Nach Wärme suchend kralle ich meine Hände in sein Shirt und atme dabei seinen angenehmen Geruch ein.

"Es tut mir leid", flüstert er, "Es tut mir so leid. Das ist meine Schuld, ich hätte es verhindern können."

"N-nein", murmle ich leise, "Ist es nicht." 

Taehyung sagt nichts weiter dazu, sondern murmelt lediglich: "Komm, ich bringe dich nach Hause." Ich nicke schwach auf diese Worte und schlinge schwerfällig meine Arme um den Nacken des Braunhaarigen, der eine Hand an meinem Rücken ruhen lässt und die andere in meine Kniekehlen schiebt, bevor er mich wie eine Braut hochhebt und zum Auto läuft.

Ich kriege noch mit, wie er mich auf dem Beifahrersitz niederlässt, als ich endgültig das Bewusstsein verliere.

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