Kapitel 8
Mr. Kim deutete mir mich zu setzen.
"So, Jiyoon", sagte er und setzte sich wieder auf seinen Platz, gegenüber von mir. "Ich darf doch mit dem Vornamen..."
"Jaja, nur keine Sorge", fiel ich ihm ins Wort. Jiyoon! Reiß dich zusammen und hör auf deinem Chef dazwischen zu reden! "Sie können mich auch duzen."
"Das höre ich gerne, Jiyoon", lächelte er. Gott sei Dank war er nicht nachtragend oder so. "Ich war von Ihrer Bewerbung und dem Protokoll des gestrigen Interviews sehr begeistert und bin froh, dich hier bei uns willkommen zu heißen!"
"Danke, Mr. Kim! Die Freude ist ganz..."
"Seokjin", besserte er mich aus. "Nenn mich bitte Seokjin."
"Okay, dann... Danke, Seokjin", lächelte ich.
Einige Sekunden war es still und diese Stille machte mich nervös, sehr sogar.
"Ich hätte mir gedacht, dass du am Anfang direkt in der Bibliothek arbeitest und auf die Besucher aufpasst. Aber vorher musst du noch die Hausordnung lesen. Das ist sehr wichtig, damit du weißt, wie die Besucher und auch du zu benehmen haben. Verstanden?", fragte er.
"Verstanden."
"Gut", meinte Seokjin. "Dann kannst du dich gleich in die Bibliothek setzen und ein bisschen lesen."
Er drückte mir einen gebundenen Stoß Zettel in die Hand und verabschiedete sich auch wieder von mir.
Lief doch ganz gut, sagte ich mir.
Sofort machte ich mich auf den Weg zu der Bibliothek und folgte Seokjin's Forderung, nämlich die Hausordnung zu lesen und danach gleich anfangen zum arbeiten. Hoffentlich würde alles gut gehen!
"Guten Morgen", grüßte mich jemand als ich die Bibliothek betrat.
"Morgen", grüßte ich zurück. Sie sah aus als ob sie hier arbeiten würde und auch als würde ich bald ihren Job übernehmen."Ich bin Park Jiyoon."
"Ah, die Neue!", stellte sie fest. "Hi, ich bin Minzy! Scheint so als würdest du mich bald ersetzen, Jiyoon!"
Hah! Ich hatte Recht!
"Sieht so aus", sagte ich. "Ich ziehe mir mal die Hausordnung rein, die mir Seokjin gegeben hat."
"Mr. Kim", besserte sie mich aus. "Man spricht doch seinen Boss nicht mit den Nachnamen an", sagte Minzy tadelnd. Jetzt war ich verwirrt. Hatte er mir nicht gesagt, ich solle Seokjin sagen? Oder war ich die Einzige, die das durfte...? Nein, unmöglich.
"Wie auch immer", grinste ich und hielt den gebundenen Stoß Zettel hoch und deutete ihr, dass ich mich zum lesen zurückzog.
"Sag bescheid, wenn du fertig bist, dann zeige ich dir alles, was du wissen und machen musst!"
"Okay, danke, Minzy!" Hoffentlich war es okay sie mit Vornamen anzusprechen. Sie war freundlich, aber sie hatte etwas unsympathischen an sich.
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